SWR-Reporterin erlebt den Abschied

Nach Beschwerden und Betzi-Krieg: FCK Logo aus Pfälzerwald entfernt

Im Pfälzerwald sorgt ein FCK Logo für Chaos. Zwischen Fanliebe und Bürokratie stand ein emotionaler Abschied an – den unsere SWR-Reporterin Maren Kaps miterlebt hat.

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Von Autor/in Maren Kaps

Farn bedeckt den Waldboden, die Juli-Sonne scheint durch die Baumspitzen und dazwischen funkelt ab und an ein rotes FCK Logo. Das Logo führt mich heute in den Pfälzerwald, zu Stefan Niederlechner. Er hat viele Figuren aus abgesägten Baumstämmen am Straßenrand geschnitzt. Schon bei der Begrüßung wirkt der Holzkünstler aus Leimen (Südwestpfalz) bedrückt.

"Ich bin ein bisschen traurig, dass das FCK Logo jetzt weg muss", sagt er. Am Morgen habe er nochmal darüber nachgedacht, warum das Logo und all seine anderen Schnitzereien im Wald jetzt abgemacht werden müssen. Verstehen kann er es nicht ganz.

Lenkt das FCK Logo im Pfälzerwald am Straßenrand ab?

Doch der Landesbetrieb für Mobilität (LBM) hat ihn aufgefordert alle Figuren zu entfernen. Nach Angaben des LBM habe es Beschwerden gegeben, dass die Figuren Autofahrer ablenken könnten. Und weil die Verkehrssicherheit absolute Priorität habe, müssen alle Figuren jetzt weg.

Deshalb sind Stefan Niederlechner und ich an einer viel befahrenen Straße nach Rodalben verabredet. Erst im März hat er dort ein FCK Logo aus einem Stumpf geschnitzt. Das wird jetzt als erstes wieder entfernt. Geknickt holt er seine Kettensäge aus seinem Transporter und trägt sie mit hängenden Schultern zum Logo auf der anderen Straßenseite. Es herrscht eine Stimmung, beinahe wie beim Gang zum Schafott - aber für das FCK Logo ist es das irgendwie auch.

Drei Mal muss Stefan Niederlechner an der Kettensäge ziehen, bis sie anspringt. Dann dauert es keine Minute, bis die Sägespähne fliegen und er den Baumstumpf unterhalb des roten FCK Logos längs durchtrennt hat. Vielleicht sägt er so schnell, damit der Schmerz nicht so groß ist, überlege ich. Denn an Herz und Engagement für die Figuren, mangelt es ihm nicht.

FCK Logo im Pfälzerwald: Was passiert jetzt damit?

"Ein bisschen Wehmut ist da schon dabei", sagt er dann. Erstmal nimmt er sein Werk zu sich nach Hause. Was dann damit passiert weiß er noch nicht: Er habe viele Anfragen von FCK-Fanclubs und Privatleuten mit Interesse bekommen. "Mal schauen, was damit dann passiert", sagt er und lehnt etwas außer Puste an seinem geköpften Kunstwerk.

Konflikte um das FCK Maskottchen "Betzi" als Holzfigur

Dass die Menschen sich über seine Figuren freuen, besonders über FCK-Fangut, merkt er aber nicht erst jetzt. Als er den Kopf des FCK-Maskottchens "Betzi" im vergangenen September an einer Straße im Pfälzerwald ausgeschnitzt hatte, bekam er viele Zuschriften von Fans und Bewunderern. Gleichzeitig störten sich aber einige an der Figur. Sie bekämpften den Holz-"Betzi" sogar, indem sie ihn immer wieder abschlugen - bis er dann nicht mehr von Stefan Niederlechner neu aufgestellt werden durfte.

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Das sind alles Dinge, die Stefan Niederlechner nicht nachvollziehen kann. Er vermutet, dass Menschen mit FCK-Antipathie hinter den Beschwerden stecken. Er versteht die Entscheidung des LBM nicht. Es würden ja auch andere Dinge mit FCK-Bezug an Straßenrändern stehen und die Autofahrer ablenken können, rote Stromkästen mit FCK Logo zum Beispiel.

Engagement für FCK überwiegt nicht Verkehrssicherheit

Der LBM sagt dazu, dass das Logo an anderen Orten im Wald vollkommen in Ordnung wäre. Nur eben nicht in der sogenannten "Bauverbotszone", die 20 Meter neben Landesstraßen umfasst und in der keine Außenwerbung erlaubt sei. Dass sich viele Menschen an dem Logo erfreuen und die Herstellung mit viel Engagement verbunden war, dürfe bei der Entscheidung des LBM keine Rolle spielen, sagt ein Sprecher.

Was passiert mit den anderen Holz-Figuren im Pfälzerwald?

Wegen dieser Entscheidung ist Stefan Niederlechner also heute mit mir in den Pfälzerwald gegangen, um seine Werke wieder abzusägen. Wieder bei Atmen kann er den Holz-Koloss nicht alleine in seinen Transporter hieven. Dafür ist er viel zu schwer. Als es dann aber geschafft ist, fällt ihm ein, dass er gar nicht genau weiß, wo er überall Figuren aufgestellt hat.

Die Figuren, an die er sich noch erinnert, wird er in den kommenden Wochen entfernen. "Vielleicht können sich ja die Leute bei mir melden, wenn sie noch welche im Wald finden", lacht er, während er das Heck seines Transporters zuschlägt, um das erste abgesägte FCK Logo sicher nach Hause zu bringen.

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