Nach dem tödlichen Angriff auf eine Frau auf einem Kinderspielplatz in Linden im Kreis Kaiserslautern ist die Hilfsbereitschaft groß. Für die vier Kinder der getöteten Frau sind inzwischen mehrere Spendenaktionen angelaufen. Nach Angaben von Ortsbürgermeister Max Richtscheid sind in der Region bereits rund 25.000 Euro zusammengekommen.
Ort nach der Tat "wie gelähmt"
Der Angriff auf die 37-jährige Frau hatte sich am 16. Juni auf einem Kinderspielplatz in Linden ereignet. Laut Staatsanwaltschaft waren drei der vier gemeinsamen Kinder während der Tat mit ihrer Mutter auf dem Spielplatz. Der mutmaßliche Täter ist der von ihr getrennt lebende Ehemann.
Die Tat hat im Ort sichtbare Spuren hinterlassen. Auch drei Wochen später sei der Kinderspielplatz "nach wie vor, insbesondere in dem genauen Umfeld, verwaist", sagt Ortsbürgermeister Max Richtscheid dem SWR. Dort sind Blumen, Kränze und Bilder niedergelegt worden.
Nach Angriff auf Spielplatz: Gedenkgottesdienst mit etwa 350 Menschen
Die getötete Frau und ihre Kinder waren nach Angaben des Ortsbürgermeisters im Ort gut bekannt. Die Kinder hätten teils den Kindergarten und die Grundschule in Linden besucht. In der Kirche gab es nach der Tat einen Gedenkgottesdienst mit rund 350 Besucherinnen und Besuchern. Initiiert wurde er laut Richtscheid vom Kindergarten und der Grundschule.
Mehrere Spendenaktionen für die Kinder in Linden
Nach Angaben von Ortsbürgermeister Max Richtscheid hat das Jugendamt für jedes Kind ein eigenes Konto eingerichtet. Dort sollen die Spenden später gebündelt ankommen.
Außerdem organisierte der örtliche Fußballverein einen Kuchenverkauf. Auch eine Freundin der getöteten Frau eröffnete ein Online-Spendenkonto. Zusätzlich sammelt die Familie der Frau im Raum Passau Spenden. Insgesamt seien in der Region um Linden bereits rund 25.000 Euro zusammengekommen, sagte Richtscheid dem SWR.
Die Hilfsbereitschaft gehe dabei über Linden hinaus. Auch Menschen aus anderen Orten der Verbandsgemeinde hätten sich gemeldet, so der Ortsbürgermeister. "Die Betroffenheit geht schon auf die ganze Verbandsgemeinde über."
Mutmaßlicher Täter im Justizvollzugskrankenhaus
Auch zum mutmaßlichen Täter gibt es neue Informationen. Wie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern dem SWR mitteilte, befindet sich der Beschuldigte nicht mehr auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Er wurde inzwischen in das Justizvollzugskrankenhaus Wittlich gebracht.
Dem Mann wurde demnach der Haftbefehl des Amtsgerichts Kaiserslautern eröffnet. Dieser stützt sich auf den dringenden Verdacht des Totschlags und auf Fluchtgefahr. Der Beschuldigte habe sich bislang nicht zu der ihm vorgeworfenen Tat geäußert und von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.
Die Ermittlungen zum mutmaßlichen Tathergang und zum Motiv dauern laut Staatsanwaltschaft weiter an. Die vier Kinder werden jetzt vom Jugendamt betreut.