Experte erklärt: Früher Start - spätes Ende

Pilze sammeln im Pfälzerwald - Wie sich der Klimawandel auf die Saison auswirkt

Der Klimawandel verändert die Pilzsuche. Das heißt: Pfifferlinge im Pfälzerwald bis in den Winter. Was das für Pilz-Fans noch bedeutet, haben wir einen Pilz-Experten gefragt.

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Von Autor/in Anna-Lena Fürst

In den letzten Wochen hat es in der Westpfalz viel geregnet. Ob das Auswirkungen auf die Pilz-Saison hat, hat SWR Aktuell mit Pilz-Experte Dietmar Theiss besprochen. Er ist ausgebildeter Pilzsachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Zu seiner Arbeit gehören Pilzberatungen in der Pfalz, Bestimmung bei Pilzfunden und er betreibt eine eigene Website zu den Pilzen in der Pfalz. Außerdem ist er begeisteter Pilzesammler.

Pilz-Experte Dietmar Theiss riecht im Pfälzerwald an einem Pilz
Er kennt alle Pilze im Pfälzerwald: Pilz-Experte Dietmar Theiss.

SWR Aktuell: Herr Theiss, in den letzten Wochen hat es in der Westpfalz viel geregnet, startet die Pilz-Saison deshalb früher in diesem Jahr?

Dietmar Theiss: Was man sagen kann, jetzt sprießen jede Menge Pilze und das wird sicher auch noch die nächsten Tage und Wochen so bleiben. Das Wort Saison hängt vom Wetter ab. Wie sich das entwickelt kann man schlecht vorhersagen.

SWR Aktuell: Inwiefern werden die Pilze denn generell vom Klima beeinflusst?

Theiss: Es gibt eine Grundregel, was das Pilzwachstum betrifft. Pilze brauchen Wärme und Wasser. Das haben wir gerade. Insofern haben wir im Moment ein gutes Pilzwachstum. Zusätzlich wirkt sich auch der Klimawandel auf die Pilze aus. Wir alle wissen, es gibt durchaus Phasen mit großer Hitze und großer Trockenheit, wie zum Beispiel im vergangenen Monat. Da wachsen dann keine Pilze, weil ihnen das Wasser fehlt. Da wirkt sich also der Klimawandel aus.

SWR Aktuell: Kann man denn allgemein noch von einer Pilz-Saison sprechen?

Theiss: Das ist schwierig. Es gibt diese stabilen Wetterphasen über längere Zeit hinweg nicht mehr. So die Erfahrung in den letzten Jahren. Keine heißen, langen Sommer oder einen moderaten und feuchten Herbst. Diese stabilen Phasen erleben wir so eigentlich nicht mehr. Wir hatten im Herbst auch schon wirklich trockene Phasen, wo es dann keine Pilze gab. Deswegen ist es auch schwierig geworden, von der Pilz-Saison zu sprechen.

SWR Aktuell: Ist denn der Klimawandel ein Problem für die Pilze?

Theiss: Die Pilze sind durchaus anpassungsfähig. Der Klimawandel führt zum Beispiel zu einer längeren Wachstumsperiode in den Winter hinein. Da kann ich zum Beispiel aus eigener Erfahrung bei den Pfifferlingen berichten. Das sind eigentlich Sommerpilze, die in der Regel von Juni bis August wachsen. Im letzten Jahr habe ich die letzten Fruchtkörper (anm. d. Red. Der Fruchtkörper ist der sichtbare, oberirdische Teil eines Pilzes) im Dezember gefunden - das ist sehr ungewöhnlich. Aber auch die langen Phasen der Trockenheit sind für die Pilze kritisch. Wenn es zu lange trocken ist sterben ihre sogenannten Fruchtkörper ab. Das sind Auswirkungen vom Klimawandel.

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SWR Aktuell: Wenn sich die Menschen in der Westpfalz jetzt in den Wald wagen, welche Pilze kann man denn finden?

Theiss: Im Pfälzerwald gibt es zum Beispiel Pfifferlinge, Steinpilze und den Hexenröhrling. Das sind gute und beliebte Speisepilze. Man sollte aber nur die Pilze sammeln, bei denen man sich ganz sicher ist, dass sie essbar sind, denn auch im Pfälzerwald gibt es giftige Pilze.

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