Seit Dezember 2025 lebte Löwe Erion in der Wildtierstation Maßweiler in der Südwestpfalz. Zuvor wurde er unter schlechten Bedingungen in Albanien gehalten - zum Beispiel auf viel zu kleinem Raum. Tierschützer wurden durch ein Bild in den sozialen Netzwerken auf den Löwen aufmerksam und haben ihn mithilfe des Zolls gerettet.
In der Pfalz schien sich alles zum Guten zu wenden: "Alle waren schockverliebt, als er in Maßweiler ankam", sagt Eva Lindenschmidt, Pflegerin von Erion und Wildtierexpertin in Maßweiler. Der abgemagerte Löwe, der fast seine gesamte Mähne verloren hatte, gewann an Kraft und Muskelmasse. Die Pfleger berichteten begeistert von seinem neugierigen Wesen, während er sich in der Pfalz erholte.
Tragischer Tod in der Narkose: Wildtierstation trauert um Erion
Im Rahmen eines Routine-Checks sollte der dreijährige Löwe nun untersucht werden. Während die Einleitung der Narkose zunächst völlig normal verlief, kam es laut Wildtierstation plötzlich zu einem unerwarteten Zusammenbruch der Herz- und Atemfunktion. Ein Team aus sechs Tierärzten kämpfte intensiv um das Leben des jungen Löwen, doch alle Rettungsversuche blieben ohne Erfolg. Erion verstarb noch vor Ort.
"Zum jetzigen Zeitpunkt ist die genaue Ursache noch unklar. Da die Narkoseeinleitung ohne erkennbare Komplikationen verlief, müssen wir von einer bisher unentdeckten Vorerkrankung ausgehen", so Lindenschmidt.
Erste Untersuchungen vor Ort lieferten Hinweise auf Veränderungen im Bereich des Schädels, der Halswirbelsäule sowie beider Nieren.
Die Tierärzte stellten Veränderungen am Schädel, der Halswirbelsäule und den Nieren fest. Diese Befunde sollen nahelegen, dass die Haltung vor seiner Rettung bleibende Schäden hinterlassen hatte. Eine pathologische Untersuchung soll nun weitere Erkenntnisse liefern, auch für die zukünftige Versorgung von Löwen.
Löwe Erion: Tod ist schlimm für Tierretter und Tierpfleger
In der Wildtierstation in Maßweiler herrscht tiefe Bestürzung über den Tod. "Während seiner kurzen Zeit in unserer Wildtierstation ist Erion aufgeblüht und die äußeren Spuren seines früheren Lebens verschwanden nach und nach", heißt es in einem Beitrag der Station in den sozialen Netzwerken. Dem Team sei bewusst, dass die Tiere oft unter unzureichenden Bedingungen aufgewachsen sind und oft bleibende gesundheitliche Schäden erlitten haben. Die Trauer sei dennoch groß, so Lindenschmidt. "Ein Tier zu verlieren, um das man sich täglich gekümmert hat, ist immer schlimm."