In Landstuhl (Kreis Kaiserslautern) wird am Samstag der in Trier getötete Student Marius Dick beigesetzt. Die Trauerfeier soll in der katholischen Kirche Sankt Markus stattfinden. Danach wollen Angehörige und Freunde die Urne auf den Ruhehain des Landstuhler Friedhofs bringen. Während der Feier und der Beisetzung bleiben Filmaufnahmen und Fotos untersagt. Die Eltern bitten außerdem darum, von Blumen am Grab abzusehen.
Der 22 Jahre alte Student war vor einer Woche auf einem Fußweg in Trier von einem Mann mit einem Küchenmesser angegriffen worden. Der Angreifer verletzte ihn so schwer, dass Marius Dick kurz darauf im Krankenhaus starb. Das Motiv ist weiter unklar.
Nach Messerangriff: Landstuhl trauert
"Viele in der Stadt trauern um den getöteten Studenten", sagt der erste Beigeordnete der Stadt Landstuhl, Boris Bohr (CDU). "Die Tat ist auf das Schärfste zu verurteilen", betonte Bohr.
Um der Trauer Ausdruck zu verleihen, liegt seit Montag ein Kondolenzbuch im Rathaus von Landstuhl aus. Bürgerinnen und Bürger haben hier die Möglichkeit, ihre Anteilnahme auszudrücken und des Opfers zu gedenken. Auch die frühere Schule des 22-Jährigen in Landstuhl erinnert auf ihrer Webseite an ihren ehemaligen Schüler.
Frühere Lehrerin von Trierer Student kondoliert
Unter den Kondolierenden war am Montag Elisabeth Becker, eine frühere Lehrerin des Getöteten. Sie habe Marius Dick in der Mittelstufe unterrichtet und nie vergessen. "Er war ein wissbegieriger junger Mann, der viele Fragen gestellt hat“, sagte die 65-jährige Lehrerin für Englisch und Biologie.
Auch Elias Lippes aus Kusel ist nach Landstuhl gekommen. Er studiert in Trier Politikwissenschaften und war ein Kommilitone von Marius Dick. "Durch diese Bluttaten, von denen man hört… entwickelt man eine Stumpfheit", sagte er. "Wenn man feststellt, es ist eine Person, die Du kennst, wo Du einen Namen, ein Gesicht und eine Stimme dazu hast, dann ist es umso brutaler, wie es Dich aus dieser Stumpfheit rausholt. Das macht was mit einem." Laut einer Stadtsprecherin liegt das Kondolenzbuch bis zur Beisetzung des Toten aus.
Tödliche Messerstiche in Trier: Was bisher bekannt ist
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe der Universität Trier. Dort soll am Mittwoch ein gleichaltriger Tatverdächtiger den 22-jährigen Studenten mit einem Küchenmesser angegriffen haben. Laut Polizei stach der Angreifer zweimal auf den Oberkörper des Opfers ein.
Tödlicher Messerangriff in Trier MP Schnieder: Tatverdächtiger Afghane galt in Trier als gut integriert
Der Beschuldigte lebt laut Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) seit über zehn Jahren in Deutschland. Er habe hier die Schule abgeschlossen und einen Beruf erlernt.
Der junge Mann brach daraufhin zusammen und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er später seinen Verletzungen erlag. Der Tatverdächtige flüchtete zunächst. Die Polizei konnte ihn aber nach eigenen Angaben nach kurzer Fahndung in der Nähe finden und festnehmen.
Neue Details zum mutmaßlichen Täter
Wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte, handelt es sich beim mutmaßlichen Täter um einen afghanischen Staatsangehörigen, der seit mehr als zehn Jahren in Deutschland lebt. Der 22-Jährige habe hier seinen Schulabschluss gemacht und auch seine Berufsausbildung erfolgreich absolviert. Seit vier Jahren habe er für eine Firma in Trier gearbeitet. Dort galt er laut Staatskanzlei als verlässlicher Mitarbeiter und als gut integriert.
Motiv für tödlichen Angriff auf Student weiterhin unklar
Die Hintergründe der Tat sind bislang ungeklärt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kannten sich das Opfer und der mutmaßliche Täter nicht. Es gibt derzeit keine Hinweise auf eine persönliche Beziehung oder ein Motiv, das die Tat erklären könnte. Die Staatsanwaltschaft Trier hat ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags eingeleitet.
Tödlicher Messerangriff in Trier Nach dem Tod des Studenten Marius Dick: Was ist zu dem Fall bisher bekannt?
Der tödliche Messerangriff auf einen Studenten in Trier erschüttert viele Menschen. Die Eltern des Opfers fordern Konsequenzen der Politik. Ein Überblick über die Faktenlage in dem Fall.
Der Beschuldigte hat die Tat gegenüber der Polizei zugegeben. Weitere Angaben habe er jedoch nicht gemacht. Am Donnerstag ist der Mann einem Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Trier vorgeführt worden. Dieser hat die einstweilige Unterbringung in einer geschlossenen forensischen Psychiatrie angeordnet.
Gutachter soll prüfen, ob Beschuldigter aus Trier psychisch krank ist
Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen leidet der Tatverdächtige unter einer psychischen Erkrankung. Er habe sich zuletzt deshalb auch in einer Klinik zur Behandlung befunden. Aus diesem Grund könne davon ausgegangen werden, dass er bei der Tat nur eingeschränkt schuldfähig gewesen sei. Ein Sachverständiger soll nun ein psychiatrisches Gutachten erstellen.
Eltern von Marius Dick erhalten Anruf von Merz
Die Eltern des getöteten 22-Jährigen haben sich in der "Bild"-Zeitung zu der Tat geäußert. Die Mutter des Opfers betonte den großen Schmerz darüber, dass ihr Sohn so plötzlich und auf schreckliche Weise aus dem Leben gerissen wurde. Der Vater forderte von der Politik, die Menschen in Deutschland besser zu schützen.
Er berichtete zudem, dass er am Sonntagabend einen Anruf von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erhalten habe. "Ich war überrascht, doch auch sehr dankbar“, sagte der Vater der "Bild"-Zeitung. Das Gespräch mit dem Kanzler habe rund zehn Minuten gedauert und sei "sehr emotional" gewesen. Merz habe ihm und seiner Frau Unterstützung angeboten.
Ministerpräsident Schnieder bietet Familie Hilfe an
Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) bezeichnete die Tat am Montag als "entsetzlich". Sein "tiefes Mitgefühl" gelte der Familie von Marius Dick, dessen Freundinnen und Freunden sowie allen Angehörigen der Universitätsgemeinschaft in Trier. Er stehe mit Dicks Eltern in direktem Kontakt und habe ihnen seine persönliche Hilfe angeboten. Die Tat mache wieder einmal deutlich: "Gewalt mit Messern zerstört Leben und erschüttert unsere Gesellschaft", so Schnieder. Dafür dürfe es in Deutschland keinen Platz geben.