Detektive – die gibt es nicht nur in Kinderbüchern oder im Film. Auch in Rheinland-Pfalz sind einige Privatermittler unterwegs. Einer von ihnen ist Angelo Marroffino. "Das ist mein Traumjob." Seit 30 Jahren arbeitet er als Privatdetektiv in der Pfalz und hat in der Zeit immer wieder auch Vermisstenfälle gelöst, berichtet er im SWR-Interview.
Detektiv ermittelt in der Pfalz – aber auch europaweit
Marroffino ist ein unauffälliger Mann mittleren Alters mit Brille und einer ruhigen Stimme. Fotos dürfen wir von ihm nicht machen, das erlaube der Job nicht. Doch von seiner Arbeit erzählt er gern. Seine Ermittlungen führten ihn nicht nur durch die Pfalz - sondern auch mal raus aus Deutschland. "Ich war schon in allen Ecken Europas, an den entlegensten Orten."
Seine Detektei MAAN bekomme sowohl Aufträge von Unternehmen, als auch von Privatleuten. Unternehmen würden ihn zum Beispiel im Fall von Unterschlagungen, Betrugsversuchen oder Diebstahl beauftragen. Manchmal auch, wenn ein Schuldner nicht auffindbar ist oder eine andere Firma die eigenen Produkte kopiert. In der Vergangenheit habe er für Firmen auch untersucht, was deren Mitarbeiter im Außendienst so treiben.
Eltern aus der Pfalz suchen ihre verschwundene Tochter
Doch noch lieber nehme er die Anliegen privater Klienten an. Darunter fielen zum einen "Partnerschaftssachen", zum anderen aber auch die Suche nach verschwundenen Personen. Das betreffe häufig Jugendliche oder junge Erwachsene, die von zu Hause ausreißen. Als Beispiel fällt ihm der Fall einer jungen Frau ein. "Sie war um die 20, aus einem guten Elternhaus und ist von jetzt auf nachher verschwunden", erinnert sich Marroffino.
Vermissten-Fahndung 2025 LKA-Fahndung: Mehr als 260 Menschen werden in RLP vermisst
In Rheinland-Pfalz werden derzeit 262 Menschen vermisst (Stand 13. Februar 2025). Mehr als die Hälfte der Vermissten sind Kinder und Jugendliche.
Die Eltern der Frau baten ihn, nach ihrer vermissten Tochter zu suchen. "Die junge Frau hatte schon in ihrer Jugendzeit mit Drogen zu tun", so der Detektiv. Die Spuren führten ihn nach Kaiserslautern.
Für die Eltern war das ein Schock.
"Es kam heraus, dass sie sich mit einem Drogendealer zusammengetan hat und mit ihm lebt. Für die Eltern war das ein großer Schock. Der Mann war polizeilich bekannt und 30 Jahre älter als die Frau."
Das sei nicht der "ideale Schwiegersohn" für die Eltern gewesen. Aber immerhin wussten sie so, wo ihre Tochter lebt und dass es ihr einigermaßen gut geht.
Suche nach Vermissten nicht immer erfolgreich
Nicht immer sei das Ergebnis seiner Suche für die Angehörigen zufriedenstellend, nicht immer führten die Spuren zu der vermissten Person. "Je mehr Anhaltspunkte ich bekomme, um eine Person zu finden, desto leichter habe ich es", berichtet der Detektiv.
Seine Arbeit bestehe aus viel Schreibtischarbeit, auch Recherchen via Social Media – manchmal würde er aber auch Personen beschatten. "Dann wartet man mal an einem Ort ein, zwei oder drei Tage. Da braucht es viel Geduld und Kaffee." Gefährlich sei es für den Privatermittler bislang nicht geworden, schließlich versuche er stets im Hintergrund zu operieren.
Die Arbeit der staatlichen Ermittlungsbehörden laufe meist parallel, nur in Einzelfällen gebe er mal Tipps an die Polizei oder den Zoll weiter.
Vermisste 15-Jährige stöbert Detektiv in Ludwigshafen auf
Manchmal würden sich auch Eltern bei dem Detektiv melden, denen die Polizeiarbeit zu langsam geht. So half er einmal bei der Suche nach einer 15-Jährigen aus der Region. Die hatte ihren Eltern gesagt, sie wäre nach Berlin abgehauen – eine falsche Fährte, wie der Detektiv feststellte.
"Ich wusste, wo der Freund der 15-Jährigen in Ludwigshafen wohnt." Also habe er das Haus beschattet. "Und da kamen die beiden Turteltäubchen dann raus", erinnert sich Angelo Marroffino lachend. Die beiden hätten sich ein paar schöne Tage gemacht. Dieser Fall sei also glimpflich ausgegangen: "Alles war gut, sie hatte einfach nur keinen Bock auf Schule."