In Rockenhausen-Dörnbach ist die bundesweit erste nachhaltig zertifizierte Luftrettungsstation offiziell eingeweiht worden. Sie ist jetzt Heimat des ADAC-Rettungshubschraubers "Christoph 66“ und befindet sich direkt neben dem Flugplatz in Imsweiler. Bei Bedarf bietet der neue Hangar sogar Platz für einen zweiten Heli, etwa bei Naturkatastrophen oder anderen Lagen. Der neue Standort soll die schnelle Hilfe aus der Luft mindestens bis 2048 sichern - bei gleichzeitigem Fokus auf Klima- und Ressourcenschutz.
Holzbau und grünes Energiekonzept bei neuem Hangar in Rockenhausen
Die neue Luftrettungsstation besteht überwiegend aus regionalem Holz, erklärt der Projektingenieur Thomas Füller. Für den Betrieb der Station ist ein nachhaltiges Energiekonzept vorgesehen. Zum Beispiel wird das verbaute Wärmepumpensystem mit Geothermie unterstützt. Heißt: Im Winter wird Wärme aus der Erdtiefe gezogen und im Sommer wird die Erdtemperatur zur Kühlung genutzt. Außerdem gibt es auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage, die Strom erzeugt. Anschließend kann der sogar im Gebäude gespeichert werden. Der Plan ist, bis zu 75 Prozent des Stromverbrauchs auf dem Dach zu erzeugen. In Zukunft soll das Dach auch begrünt werden, um vor Hitze zu schützen.
Bedigungungen in Rockenhausen sind optimal für Luftrettungsstation
Rockenhausen als Luftrettungsstation zu wählen, sei für die Versorgung in der Westpfalz taktisch einfach geschickt gewesen, begründet der Projektingenieur Füller. Von hier seien alle zu versorgenden Landkreise wegen der zentralen Lage in der Westpfalz gut erreichbar. Einen geeigneten Platz zu finden, war laut Füller das Schwierigste. Denn man hat bei der Platzsuche erst einen Standort finden müssen, der Sicherheitsbereiche von 3,3 Kilometern in alle Richtungen hat - ohne Hindernisse. Als Rockenhausen dann als passender Standort gefunden worden war, musste der ADAC mit dem privaten Grundbesitzer verhandeln.
Finanzierung des Hangars in Rockenhausen
Die Genehmigung für den Standort läuft 25 Jahre und umfasst Bau und Betrieb der Station. Für den Bau und die gesamte Betriebslaufzeit hat die ADAC Luftrettung 2023 einen langfristigen Vertrag mit dem Innenministerium Rheinland-Pfalz in Mainz geschlossen. Dafür wurden damals 80 Millionen Euro zugesichert.
Die Finanzierung der Luftrettung soll von der Bundesregierung laut ADAC künftig gedeckelt werden. Das stellt den ADAC nach eigenen Angaben vor große Herausforderungen, weil die Kosten der Luftrettung meist über der inflationären Entwicklung liegen. "Damit haben wir möglicherweise zukünftig die ein oder andere Finanzierungslücke, für die wir noch keine Lösung haben", sagt der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung Frédéric Bruder.
Rettungshubschrauber "Christoph 66" seit 2019 im Einsatz
"Christoph 66" wurde laut ADAC Luftrettung im Jahr 2019 in Dienst gestellt und flog seitdem mehr als 11.000 Einsätze. Das Einsatzgebiet des Rettungshubschraubers umfasst den Donnersbergkreis, die Stadt Kaiserslautern, den Kreis Kaiserslautern sowie die Kreise Birkenfeld und Kusel. Er ist der einzige Rettungshubschrauber in Rheinland-Pfalz, der über eine Rettungswinde verfügt, zum Beispiel zur Rettung von Flutopfern.
Weitere Rettungshubschrauber in Rheinland-Pfalz
In früheren Jahren war in der Region bereits ein Hubschrauber der Johanniter Luftrettung im Einsatz. Grundlage war eine Vereinbarung mit dem Westpfalz-Klinikum für Patiententransporte innerhalb des Krankenhausverbundes. Neben "Christoph 66" gibt es in Rheinland-Pfalz weitere Rettungshubschrauber in Mainz, Koblenz, Wittlich und Ludwigshafen.