Einkaufen rund um die Uhr

Immer mehr "Tante Enso"-Läden in der Westpfalz: Wie das Konzept vor Ort ankommt

Tante Enso-Läden sind moderne Dorfläden. Sie eröffnen an Orten, wo es jahrelang keinen Supermarkt gab. In der Westpfalz gibt es inzwischen drei - und es könnten mehr werden.

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Von Autor/in Friederike Pick

Vor einem Jahr öffnete der erste in Eppenbrunn im Kreis Südwestpfalz, der nächste vor einigen Monaten in Heltersberg - ebenfalls in der Südwestpfalz - und seit Kurzem gibt es auch einen im Landstuhler Stadtteil Atzel: Immer mehr sogenannte Tante Enso-Läden öffnen ihre Pforten in der Westpfalz.

"Es ist eine wahnsinnige Bereicherung für eine strukturschwache Region wie bei uns", sagte Thomas Heinemann (CDU), Ortsbürgermeister in Eppenbrunn. Er bezeichnete den neuen Laden als "Sechser im Lotto" - denselben Wortlaut verwendete auch Ralf Mohrhardt (SPD), Ortsbürgermeister in Heltersberg. Beide Gemeinden liegen eher ländlich. Jahrelang gab es dort keinen Laden.

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Tante Enso dienst als Treffpunkt in Landstuhl-Atzel

So war es auch im Landstuhler Stadtteil Atzel der Fall. Dort gibt es den Tante Enso-Laden erst seit wenigen Wochen. Das neue Angebot werde bereits toll angenommen, sagte Mattia De Fazio (CDU), Stadtbürgermeister von Landstuhl. Der Laden sei mehr als nur ein Supermarkt, erklärte De Fazio. "Die Leute nutzen den Laden als Treffpunkt." Im Laden stünden eine Kaffeemaschine und einige Stühle. Das hätten sich die Teilhaber gewünscht.

Bürger können Teilhaber der Supermärkten werden

Tante Enso ist genossenschaftlich organisiert. Wer Teilhaber sein möchte, muss einen Anteil von mindestens 100 Euro kaufen. Ab dann darf auch mitbestimmt werden - zum Beispiel auch über das Sortiment. In Landstuhl hängt eine Wünschetafel im Laden. "Dubai-Schokolade, Ofenkäse, Seife", zitierte De Fazio aus den Wünschen der Bürger in Atzel.

Die Produktwünsche seien besonders beliebt, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Umgesetzt würde aber nur, was wirklich gebraucht werde. "Eine dritte Sorte laktosefreie Kondensmilch von der persönlichen Lieblingsmarke wird es nicht geben", so die Sprecherin, "dafür haben wir zu wenig Platz in den Regalen." Entscheidend seien Mehrfachwünsche und das Wissen der Filialleitung vor Ort.

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Womöglich bald mehr Tante Enso-Läden in Rheinland-Pfalz

Und noch etwas macht das Konzept von Tante Enso besonders: In den Läden lässt sich rund um die Uhr einkaufen. Zu den regulären Öffnungszeiten ist der Supermarkt mit Personal besetzt; abseits davon brauchen Kunden eine eigene Tante Enso-Karte, um in den Laden hereinzukommen. Das wird auch laut Unternehmen gerne genutzt: Mehr als 80 Prozent der Karten-Kunden in Heltersberg und Eppenbrunn kauft und zahlt bereits "selbstständig".

Unternehmen von Tante Enso zieht positive Bilanz

Das Unternehmen äußerte sich insgesamt zufrieden mit den drei Standorten in der Region. In Heltersberg hat das Unternehmen eigenen Angaben zufolge nach knapp vier Monaten bereits mehr als 90 Prozent des Umsatzziels erreicht. In Eppenbrunn sei der Wert ähnlich. Weitere Läden sind daher bereits in Planung. In ganz Rheinland-Pfalz gibt es bisher sechs Tante Enso-Läden. Fünf weitere Orte würden derzeit als mögliche neue Standorte geprüft.

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