Und plötzlich ging das Licht aus

Stromausfall in Zweibrücken: Kunden müssen Einkaufswagen im Edeka zurücklassen

Für die Kunden eines Edeka-Marktes in Zweibrücken war am Samstag plötzlich Schluss mit Einkaufen: Stromausfall. Ärgerlich. Doch die Sache brachte auch Glück - in mehrfacher Hinsicht.

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Stand

Von Autor/in Jan Jaworski

Auf einmal war alles dunkel - von einem echten "Blackout" spricht Christian Ernst. Der 31-Jährige ist Juniorchef des Edeka-Supermarktes im Zweibrücker Hilgardcenter und leitet den Laden gemeinsam mit seinen Eltern. "Tiefkühltheken, Kassen - es ging gar nichts mehr. Irgendwann zwischen halb sechs und sechs ist der Strom ausgefallen." Grund für den Blackout: ein kaputtes Kabel im Umspannwerk. Der Supermarkt von Familie Ernst sei zu dem Zeitpunkt gut gefüllt gewesen, aber glücklicherweise nicht proppenvoll. Gegen Viertel vor zehn sei der Strom dann wieder dagewesen.

Die Kunden mussten ihre Einkaufswagen stehen lassen und den Markt verlassen. Zahlen war unmöglich, die Kassen waren tot. Zum ALDI, der sich ebenfalls in dem Center befindet, konnten sie auch nicht gehen, weil auch dort der Strom weg war.

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Kunden mussten Supermarkt in Zweibrücken verlassen

Zum Glück - berichtet Christian Ernst - befindet sich zwei Kilometer weiter, im Zweibrücker Stadtteil Niederauerbach, ein weiterer Edeka-Markt. Ebenfalls im Besitz von Familie Ernst. Auch dort gab es einen Stromausfall am Samstag. Etwas zeitversetzt zu dem im Hilgardcenter. Doch nach 20 Minuten floss in Niederauerbach der Strom wieder.

"Dort hatten wir nur Probleme mit der Kühlung. Aber ein Techniker konnte uns schnell helfen." Der Laden konnte also weiterlaufen. Anders im Hilgardcenter. "Da haben wir die Kunden zuerst an die Kassen geleitet. Wir haben noch gehofft, dass es sich um einen kurzen Stromausfall handelt. Wir haben uns dann irgendwann dazu entschieden, die Kunden rauszuleiten, je länger der Ausfall ging."

Der Juniorchef des Edekas im Zweibrücker Hilgardcenter: Christian Ernst.
Der Juniorchef des Edekas im Zweibrücker Hilgardcenter: Christian Ernst. privat

Stockdunkel sei es in dem Supermarkt gewesen, erzählt Christian Ernst. Sogar die Notbeleuchtung sei aus gewesen. Das Team und seine Mutter, die zum Zeitpunkt des Ausfalls im Laden war, hätten die schwierige Situation aber gut gemeistert.

Kühlschränke mit Türen retten Ware vor Stromausfall

Entweder war es noch einmal Glück im Unglück (oder vielleicht sogar vorausschauend gedacht), dass Familie Ernst beim Umbau des Edeka-Marktes vor ein paar Jahren Kühlschränke mit Türen hat einbauen lassen.

Dadurch konnte ein Großteil der zu kühlenden Ware gerettet werden. "Die Temperaturen waren dort drin noch immer bei Minus drei Grad. Auch nach knapp vier Stunden Stromausfall." Allerdings hat der Markt auch noch wenige Kühlbereiche ohne Türen. "Überall, wo keine Türen dran waren, haben wir keine Chance gehabt. Da musste alles weg."

Umsatz fällt wegen Stromausfall weg

Juniorchef Christian Ernst meint damit Waren wie Fleisch und Wurst von der Selbstbedienungstheke, Antipasti und Quark. Wie hoch der Schaden durch die weggeworfene Ware ist, kann er noch nicht sagen. "Wir haben uns auf den größten Schaden konzentriert und das ist eben der Umsatzausfall." Dieser liege zwischen 30.000 und 38.000 Euro. Einen Großteil davon übernehme die Versicherung.

Besser hätte der verkaufsoffene Sonntag nicht kommen können.

Zufall oder nicht - oder nochmals Glück - war die Tatsache, dass am Tag nach dem Stromausfall in der Stadt verkaufsoffen war. Von 13 bis 18 Uhr hatten einige Geschäfte in Zweibrücken geöffnet, so auch der Edeka im Hilgardcenter. Kunden, die am Samstagnachmittag wegen des Stromausfalls nicht mehr einkaufen konnten, hatten noch am Sonntag die Gelegenheit dazu. "In Mörsbach war sogar den ganzen Sonntag noch Stromausfall. Die Leute von dort konnten kommen und noch Essen holen", berichtet Christian Ernst.

Notstromaggregat als Rettung vor neuem Blackout

"Um 11 Uhr waren wir im Haus und haben uns um all die Dinge gekümmert, die weg mussten." Es ging aber auch noch um andere Dinge. Zum Beispiel hätten die Eingangsanlage und ein Lagertor noch nicht richtig funktioniert. "Das alles konnten wir noch vor 13 Uhr erledigen. Besser hätte der verkaufsoffene Sonntag nicht kommen können."

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Nach dem vierstündigen Blackout im Edeka des Hilgardcenters in Zweibrücken prüft Familie Ernst nun, ob sich nicht doch ein Notstromaggregat rentieren würde. Das sei zwar schon einmal Thema gewesen. Werde aber nach den Vorfällen vom Samstag wieder verfolgt, sagt Christian Ernst. Andere Filialen und Restaurants im Hilgardcenter hätten sich sogar schon Notstromgeräte geholt. Vielleicht folgt bald auch der Supermarkt von Familie Ernst.

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Autor/in
Jan Jaworski
Jan Jaworski, Redakteur im SWR Aktuell Studio Kaiserslautern

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