Sanierung wird teurer und ist nicht bis 2028 fertig

Warum die Bundeswehr für ein Munitionslager am Donnersberg länger braucht

Bis Ende April 2028 wollte die Bundeswehr eigentlich nach Kriegsfeld zurückkehren. Doch bis ein ehemaliges Munitionsdepot wieder in Betrieb genommen werden kann, dauert es länger. Zudem steigen die Kosten.

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Von Autor/in Sebastian Stollhof

Zwei kleinere Gebäude hinter einem hohen Zaun, dazwischen eine Straße, die in den Wald führt. Wer auf der Landesstraße 404 in Richtung Kriegsfeld unterwegs ist und den Eingangsbereich des ehemaligen Munitionsdepots sieht, der kann sich nur schwer vorstellen, was sich da alles noch im Wald am Donnersberg verbirgt. Mehr als 150 Bunker wurden dort einmal gebaut.

2019 hatte die Bundeswehr angekündigt, dass sie das ehemalige Munitionsdepot "North Point" wieder in Betrieb nehmen will - und das bis April 2028. Doch dieser Zeitplan kann nicht eingehalten werden, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr auf Anfrage des SWR mitteilt.

Bundeswehr musste Planungen für Munitionslager anpassen

"Die Wiederinbetriebnahme der Liegenschaft ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung, unter anderem eine Umweltverträglichkeitsprüfung und viele Genehmigungsverfahren erfordert", so der Sprecher. Die Planungen seien in der Zwischenzeit mehrfach angepasst worden. Das Gelände bei Kriegsfeld werde man erst nach 2028 nutzen können. "Ein genaues Inbetriebnahmedatum wird erst mit Fortschreiten der Planung kommuniziert werden können", berichtet der Sprecher.

Voraussichtlich im vierten Quartal 2026 sollen die Bauarbeiten starten. In dem 280 Hektar großen Areal mit seinen 155 Bunkern ist dann einiges zu tun. Von Mitte der 1990er Jahre bis Ende 2010 hatte die Bundeswehr das Gelände zur Lagerung von Munition genutzt. Das Depot hatte sich auch einen Namen als Tagungsstätte der Bundeswehr gemacht. Angelegt hatte es das amerikanische Militär in den 1950er Jahren.

70 Millionen Euro Kosten für Munitionslager reichen nicht

Nachdem es die Bundeswehr aufgegeben hatte, lag das Gelände brach. "Im Munitionsdepot wird eine Vielzahl der bestehenden Munitionslagerhäuser saniert, ergänzend werden vereinzelt auch Munitionslagerhäuser neu errichtet. Zusätzlich entstehen neue Gebäude für Lagerung, Instandhaltung, Verwaltung, Infrastruktur und Sicherheit", berichtet der Sprecher.

Grundsätzlich seien die Bunker noch in einem guten Zustand, unter anderem müsse aber die Elektrotechnik erneuert werden. Klar ist auch: Die ursprünglich kalkulierten 70 Millionen Euro werden für all die Arbeiten nicht ausreichen. Wie viel die Wiederinbetriebnahme am Ende kosten wird, stehe derzeit noch nicht fest. Über die Kostensteigerung hatte auch die Tageszeitung Die Rheinpfalz berichtet.

Bundeswehr nutzt ehemalige Schulungsgebäude nicht mehr

Aktuell laufe eine so genannte Umweltverträglichkeitsprüfung. "Das Ergebnis wird Ende 2025 erwartet", so der Sprecher. Die Prüfung sei wiederum auch die Grundlage für den weiteren Bauablauf. In Kriegsfeld seien die Lagerung und der Umschlag von sowie Arbeiten an Munition geplant, hatte die Bundeswehr bereits in der Vergangenheit mitgeteilt.

Der ehemalige Schulungs- und Verwaltungsbereich der Bundeswehr am Donnersberg. An den Gebäuden nagt der Zahn der Zeit. Sie können nicht mehr genutzt werden.
Der ehemalige Schulungs- und Verwaltungsbereich der Bundeswehr am Donnersberg. An den Gebäuden nagt der Zahn der Zeit. Sie können nicht mehr genutzt werden.

Fest steht inzwischen, dass die Gebäude im ehemaligen Schulungsbereich - quasi auf der gegenüberliegenden Seite des Munitionsdepots - nicht mehr genutzt werden können und abgerissen werden. Hier hat längst der Zahn der Zeit an den Gebäuden genagt. "Damit sichern wir den Umwelt-, Natur- und Artenschutz sowie die nachhaltige Nutzung der Liegenschaft", teilt der Sprecher mit. Das soll gegen Ende, beziehungsweise nach den Bauarbeiten im Munitionsdepot erfolgen.

Zuletzt hieß es, dass acht militärische Dienstposten sowie 80 zivile Stellen im Munitionsdepot geschaffen werden. Inzwischen will die Bundeswehr öffentlich aber keine Zahlen mehr nennen. "Zur Wahrung der militärischen Sicherheit", heißt es.

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