Es dampft, zischt und brutzelt – und das innerhalb von vier Stunden überall dort, wo es nötig ist und hungrige Helfer auf Essen warten. Die Feldküche des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Zweibrücken besteht aus einem Anhänger und zwei Lastwagen mit Zubehör, Material, Tischen und Bänken. Alles läuft autark und kann überall in kürzester Zeit aufgebaut werden.
Feldküche bei Hochwasser und Waldbränden unverzichtbar
Dann steht Feldkoch Hans Prager mit einem übergroßen Kochlöffel an einem ebenso riesigen Topf und sorgt für das leibliche Wohl der Einsatzkräfte. Im Ernstfall, wie bei Großereignissen oder Katastropheneinsätzen, ist die Feldküche unverzichtbar. So war die Feldküche etwa beim Pfingsthochwasser 2024 in Zweibrücken oder bei einem großen Waldbrand bei Rodalben 2023 in der Südwestpfalz im Einsatz.
Warum die Feldküche für die Südwestpfalz so wichtig ist
Ob Sandsäcke schleppen bei Hochwasser oder stundenlange Einsätze in einem Waldbrandgebiet – Rettungskräfte und Helfer stehen oft vor körperlichen und mentalen Herausforderungen. Hier kommt die Feldküche ins Spiel. Hans Prager erklärt: "Die Helfer brauchen nach solchen Einsätzen dringend etwas zu essen und zu trinken, und genau dafür sind wir zuständig." Eingesetzt wird die DRK-Feldküche des Ortsvereins Zweibrücken in der gesamten Südwestpfalz und dem angrenzenden Saarland.
Von der Erbsensuppe sind wir zum Glück weggekommen. Die Leute wollen sie einfach nicht mehr.
Die Feldküche: Mehr als nur eine Gulaschkanone
Die mobile Küche des DRK ist ein auffälliger, orangener Anhänger, ausgestattet mit Kochflächen, Arbeitsbereichen und einem großen Schirm, der als Dach dient. Die Essensausgabe erfolgt in einem weißen Zelt. Optisch erinnert das Ganze an einen typischen Essensstand auf einem Volksfest. Aber wer denkt, dass hier nur Erbsensuppe und Gulasch serviert werden, liegt völlig falsch. Feldkoch Prager stellt klar: "Von der Erbsensuppe sind wir zum Glück weggekommen. Die Leute wollen sie einfach nicht mehr."
Auch Vegetarier werden satt
Stattdessen stehen moderne und abwechslungsreiche Gerichte auf dem Plan: Nudeln mit Gulasch, Gyros, Bratkartoffeln – und es dürfen auch mal individuelle Wünsche erfüllt werden. "Theoretisch kann man mit der Feldküche alles kochen," betont Prager. Und auch an Vegetarier werde gedacht. Da auch unter den Einsatzkräften viele Vegetarier sind, bietet die Feldküche immer auch fleischlose Alternativen an.
Essen wird auch in den tiefsten Wald gebracht - zur Not mit Quads
Die Feldküche wird von einem Team aus neun Personen betrieben – aber nicht alle stehen am Herd. "Viele Köche verderben den Brei," schmunzelt Prager. Stattdessen helfen die Teammitglieder beim Abfüllen der Mahlzeiten, der Essensausgabe oder beim Transport der Speisen direkt zu den Einsatzorten.
Ein Beispiel: Bei einem großen Waldbrand vor drei Jahren wurde das Essen mit Quads über schmale Waldwege bis zu den Feuerwehrleuten gebracht. Und bei einem tagelangen Hochwasser-Einsatz in Zweibrücken wurden in vier Tagen 1.800 Mahlzeiten zubereitet und verteilt.
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Hobbyköche mit Herz und Engagement
Trotz der professionellen Abläufe in der Feldküche sind die Helfer keine gelernten Köche. "Wir sind alle Hobbyköche," erzählt Prager. "Aber wir haben uns gut eingespielt und versuchen immer, die Wünsche der Leute zu erfüllen. Das kommt auch immer gut an."
DRK sucht immer freiwillige Helfer: Gibt auch Jobs ohne Blut
Hans Prager ist neben dem Job als Feldkoch beim DRK Ortsverein Zweibrücken auch Geschäftsführer des DRK Kreisverbands Südwestpfalz. Ihn treibt deshalb auch das Thema Nachwuchs ganz besonders um. Wie überall gebe es auch beim DRK Probleme, genügend ehrenamtlichen Nachwuchs zu finden. Helfer werden immer und in allen Bereichen gesucht. Ein Vorteil der Feldküche: "Hier können auch Menschen arbeiten, die kein Blut sehen können - außer es gibt Blutwurst, aber das kommt nicht so oft vor," scherzt Prager.