Die Bombe wurde am Dienstag auf der Carl-von-Ehrenwall-Allee gefunden, die seit einigen Wochen aufwendig wiederaufgebaut wird. Laut Kampfmittelräumdienst handelte es sich um eine amerikanische Fliegerbombe, die 250 Kilogramm schwer ist. Sie wurde am Fundort zunächst sicher umgelagert und abgedeckt, bevor sie am Donnerstagnachmittag entschärft werden konnte.
Evakuierung in einem Radius von 300 Metern um die Bombe
Für die Entschärfung wurde in einem Radius von 300 Metern rund um den Fundort der Fliegerbombe eine Sperrzone eingerichtet. In diesem Bereich durfte sich während der Entschärfung niemand mehr aufhalten, auch für den Verkehr war das Gebiet gesperrt.
Ab 10 Uhr fuhren laut Stadt Lautsprecherwagen durch die Straßen in der Sperrzone. Sie forderten die Anwohner dazu auf, das Evakuierungsgebiet bis spätestens 12 Uhr zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt trat die Sperrung in Kraft.
Bombenentschärfung in Ahrweiler begann früher als geplant
Rund 120 Einsatzkräfte von Polizei, Ordnungsamt, THW und Feuerwehr kontrollierten danach die Häuser und Wohnungen in der Sperrzone. Weil alles so reibungslos lief, konnte der Kampfmittelräumdienst sogar früher als geplant mit der Entschärfung starten. Kurz vor 14.30 Uhr dann schon die gute Nachricht von der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler: "Die Bombe ist entschärft!"
Sven Rasehorn, der technische Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz, sprach im Anschluss an die Entschärfung von zwei Aufschlagzündern - einer am Kopf und einer am Heck, die gut entfernt werden konnten: "Heute ging das super. Die Bombe lag jetzt 80 Jahre im Schlamm und war luftdicht konserviert, die Gewinde gingen einwandfrei raus."
Auch Klinik von Evakuierung betroffen
Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld eine Karte des Evakuierungsgebietes im Stadtportal veröffentlicht. Anwohner wurden gebeten, beim Verlassen der Häuser Fenster zu schließen und - falls möglich - die Rollläden herunterzulassen. Außerdem sollten sie Elektrogeräte ausstellen. In der Sporthalle der Grundschule Ahrweiler wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet.
Von der Evakuierung war ein Großteil der Altstadt von Ahrweiler betroffen. Außerdem musste auch die "Dr. von Ehrenwall'sche Klinik" geräumt werden. Alle Patienten, die dort stationär untergebracht waren, mussten das Gebäude verlassen. Wie die Klinikleitung dem SWR mitteilte, waren etwa 100 Patienten betroffen. Die meisten kamen ins Marienhaus-Klinikum nach Bad Neuenahr. Einige wurden in die Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach gefahren.
Campingplatz komplett geräumt
Bereits am Dienstag wurde der Campingplatz in der Nähe des Fundortes geräumt. Der Platz war nach Angaben der Betreiberin am Dienstagmorgen noch voll gewesen - viele Gäste waren demnach wegen der Ahrweiler Weinwochen angereist. Dann seien Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt gekommen, um den Platz aus Sicherheitsgründen zu räumen. Ob auch sie jetzt zurückkehren, ist noch unklar.