Das Musikspektakel auf dem Nürburgring in der Eifel hatte einige Highlights zu bieten: Linkin Park, Limp Bizkit und Papa Roach rockten die Bühnen am Freitag, am Samstag heizten die Bands Electric Callboy, Volbeat und Bad Omens ordentlich ein. Zum krönenden Abschluss standen The Offspring und Iron Maiden am Sonntagabend auf der Bühne. Insgesamt sorgten rund 70 Acts auf den drei Bühnen für Stimmung.
Die Organisatoren zeigten sich am Sonntagabend sehr zufrieden mit dem Verlauf des Festivals: "Wir sind sehr, sehr glücklich. Es ist wirklich alles sehr gut gelaufen", sagte Festival-Direktorin Jana Posth dem SWR. Das Wetter am Donnerstag und Freitag habe zwar zu Beginn für ein paar Herausforderungen gesorgt. Aber "es war rundum gut".
Wechselhaftes Wetter in der Eifel
Der diesjährige Überraschungs-Act war die Sonne. Denn die Wettervorhersage war zunächst gar nicht gut: Schauer, Gewitter, Wind - das volle Eifel-Programm. Das gab es dann auch alles zu Genüge vor dem offiziellen Festivalbeginn. Anhaltender Regen weichte den Boden vieler Campingplätze stark auf, tiefer Schlamm gehörte beim Gang zu den Toiletten dazu. Oder wie eine Besucherin scherzte: "Wir bieten hier vor unserem Zelt eine Wattwanderung an." In einige Zelte lief das Wasser, andere Pavillons fielen dem Wind zum Opfer.
Besucher gut vorbereitet auf Wetterkapriolen
Am Freitag kam dann aber pünktlich zum Auftakt des Festivals zeitweise die Sonne raus und die Temperaturen kletterten etwas nach oben. Und selbst wenn mal wieder ein Regenschauer über das Gelände zog: die Festivalbesucher waren vorbereitet. Ob Gummistiefel oder Ponchos, Regenkleidung gehört bei Rock am Ring einfach zur Standardausrüstung. So lichteten sich selbst bei starken Schauern kaum die Reihen vor den Bühnen.
Die Bands gaben sich aber auch viel Mühe, die Fans bei der Stange zu halten. Die Shows ließen wenig Wünsche offen. Immer wieder wurden Konfetti-Kanonen gezündet und Feuersäulen jagten von Türmen aus in die Luft und hinterließen Rauchkringel am Himmel. Besonders spektakulär: Im goldenen Licht des Sonnenuntergangs zog Papa Roach alle Aufmerksamkeit mit einem Hubschrauber-Stunt auf sich, bevor sie den Fans mit einer Metal-Zeitreise richtig einheizten.
Linkin Park als Höhepunkt des ersten Tages
Danach sorgte Linkin-Park für Gänsehaut pur. Die US-Band war einer der Gründe, warum das Festival so schnell ausverkauft war. Die neue Sängerin Emily Armstrong konnte vielleicht nicht jeden Linkin-Park-Fan der ersten Stunde überzeugen, lieferte jedoch ab und schaffte es, die Seele von Klassikern wie "In the End" oder "Numb" zu transportieren. Zu später Stunde rockten dann noch Limp Biskit vor zahlreichen Fans, die bis zum Schluss ausharrten und letzte Kräfte mobilisierten.
Electric Callboy heizte der Menge am Samstag ein
Auch in den nächsten beiden Tagen wurde noch kräftig gefeiert - auf typische Rocker-Art: mit unzähligen Moshpits, Crowdsurfern und der sogenannten Pommesgabel in der Luft. Die Band Electric Callboy - im letzten Jahr noch Überraschungsact beim Jubiläum - brachte die Menge am Samstag zum Kochen und machte sie bereit für den Headliner Volbeat. Auf der anderen Seite des Geländes kamen Hip-Hop-Fans auf ihre Kosten. Hier ließ Marteria den Fans keine Chance zum Ausruhen.
Bestes Festivalwetter am Sonntag
Der Sonntag trug seinen Namen zu Recht - bestes Festivalwetter lockte die Fans schon früh aufs Gelände. Kurze Hosen und T-Shirts wurden rausgeholt und der Schlamm an den Schuhen konnte im Sonnenschein trocknen. The Offspring ließ es dann noch mal richtig krachen, bevor Iron Maiden auf die Haupt-Bühne kam. Hier brauchte das Publikum zwar etwas, um warm zu werden, die Alt-Rocker sorgten dennoch für einen würdigen Abschluss auf der Hauptbühne.
Wurde in früheren Jahren öfter über das Line-Up geschimpft, gab es bei all den Rock-Legenden hier 2026 nur wenig Grund zu meckern. Die Themen unter den Fans waren eher andere: Sei es die Klang-Qualität an manchen Orten auf dem Festival, oder aber das fehlende Riesenrad, für das in diesem Jahr kein Platz da war. Die "Atmos-Area", die es anstelle einer vierten Bühne gab, konnte auch nicht jeden überzeugen. Richtig voll war es da nur am Donnerstagabend bei der Preparty - vielleicht schon etwas zu voll.
Kritik: Zu wenige Toiletten und Duschen?
Dauer-Thema bei Rock am Ring sind die Toiletten und Duschen. In den Kommentaren unter den Instagram-Beiträgen des offiziellen Event-Accounts häufte sich die Kritik. "Viel zu wenige Spülklos und dann auch noch permanent defekt", heißt es da zum Beispiel. Auch auf dem Festival selbst war Kritik zu hören. "Auf dem Campingplatz muss man schon mal 40 Minuten für die Toiletten anstehen", berichtete uns ein Besucher. Auf dem Konzertgelände zeigte sich: Klos gab es eigentlich reichlich - doch statt die verfügbaren Dixi-Klos zu nutzen, zog es es die Menschen eher zu den befestigten Anlagen, trotz langer Schlangen.
Absolut zufrieden war dagegen die Polizei. "Aus unserer Sicht ist der Verlauf wieder sehr friedlich. Wir hatten wie im letzten Jahr zwischen zehn und 15 Körperverletzungen", sagte Polizeisprecher Jürgen Fachinger dem SWR. Das sei nicht beunruhigend. Gerade wenn man bedenke, "dass innerhalb von wenigen Tagen eine Großstadt mit knapp 100.000 Menschen hochgezogen wird", seien diese Zahlen moderat.
3.500 Rettungseinsätze bei Rock am Ring 2026
Das Deutsche Rote Kreuz zählte bis Sonntagabend ca. 3.500 Einsätze. Insgesamt wurde knapp 800 Mal der Rettungsdienst hinzugezogen, viermal musste ein Hubschrauber Menschen in eine Spezialklinik bringen. Bei den Einsätzen handelte es sich unter anderem um Knochen- und Bänderverletzungen. Dem Sprecher zufolge liegt die Menge an Vorkommnissen vollkommen im Rahmen der vergangenen Jahre.
Die Abreisewelle hat einem ADAC-Sprecher bereits am Sonntagvormittag begonnen. Dabei kam es zu den üblichen Pannen, etwa leere Batterien oder den Schlüssel beim Einladen im Auto verlegt. Am Sonntagabend wurde es nach dem Konzert von "Iron Maiden" auf den Straßen ziemlich voll. Viele Fans blieben aber noch bis Montag. Bis 12 Uhr mussten die Campingplätze jedoch geräumt werden. Abgesehen vom üblichen Stau durch die Rückreise ist das große Verkehrschaos aber ausgeblieben.
Blink-182 erster Headliner bei RAR 2027
Nach Rock am Ring ist bekanntlich vor Rock am Ring. Am Dienstag startet der Vorverkauf fürs nächste Jahr. Ein erster Headliner steht bereits fest. Erstmals in der Geschichte des Festivals soll die Band Blink-182 auftreten. Das wurde am Freitagabend mit Feuerwerk und LED-Anzeige unter großem Jubel bekanntgegeben.