90.000 Fans am Nürburgring

Das war Rock am Ring 2026: Nass, trocken, immer friedlich

Volbeat im Regen, trockenes Finale mit Iron Maiden: Rund 90.000 Fans haben am Wochenende bei Rock am Ring gefeiert - trotz Wetterkapriolen. Polizei, Veranstalter und Rettungskräfte sind zufrieden - doch es gibt auch Kritik.

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Von Autor/in Torsten Nenner, Christina Nover

Das Musikspektakel auf dem Nürburgring in der Eifel hatte einige Highlights zu bieten: Linkin Park, Limp Bizkit und Papa Roach rockten die Bühnen am Freitag, am Samstag heizten die Bands Electric Callboy, Volbeat und Bad Omens ordentlich ein. Zum krönenden Abschluss standen The Offspring und Iron Maiden am Sonntagabend auf der Bühne. Insgesamt sorgten rund 70 Acts auf den drei Bühnen für Stimmung.

Die Organisatoren zeigten sich am Sonntagabend sehr zufrieden mit dem Verlauf des Festivals: "Wir sind sehr, sehr glücklich. Es ist wirklich alles sehr gut gelaufen", sagte Festival-Direktorin Jana Posth dem SWR. Das Wetter am Donnerstag und Freitag habe zwar zu Beginn für ein paar Herausforderungen gesorgt. Aber "es war rundum gut".

Wechselhaftes Wetter in der Eifel

Der diesjährige Überraschungs-Act war die Sonne. Denn die Wettervorhersage war zunächst gar nicht gut: Schauer, Gewitter, Wind - das volle Eifel-Programm. Das gab es dann auch alles zu Genüge vor dem offiziellen Festivalbeginn. Anhaltender Regen weichte den Boden vieler Campingplätze stark auf, tiefer Schlamm gehörte beim Gang zu den Toiletten dazu. Oder wie eine Besucherin scherzte: "Wir bieten hier vor unserem Zelt eine Wattwanderung an." In einige Zelte lief das Wasser, andere Pavillons fielen dem Wind zum Opfer.

Regen über Rock am Ring
Mal Sonne, mal Regen - der Blick in den Himmel bei Rock am Ring zeigte immer was anderes.

Besucher gut vorbereitet auf Wetterkapriolen

Am Freitag kam dann aber pünktlich zum Auftakt des Festivals zeitweise die Sonne raus und die Temperaturen kletterten etwas nach oben. Und selbst wenn mal wieder ein Regenschauer über das Gelände zog: die Festivalbesucher waren vorbereitet. Ob Gummistiefel oder Ponchos, Regenkleidung gehört bei Rock am Ring einfach zur Standardausrüstung. So lichteten sich selbst bei starken Schauern kaum die Reihen vor den Bühnen.

Dicke Wolken hängen über dem Festivalgelände von Rock am Ring
Am Donnerstag hingen noch dicke Wolken über dem Camping-Platz in Nürburg. Bild in Detailansicht öffnen
Rutschige Angelegenheit auf dem Festivalgelände von Rock am Ring
Regen hatte den Boden an vielen Stellen bereits aufgeweicht. Der Weg zum Zelt wurde zur "Wattwanderung". Bild in Detailansicht öffnen
Pre-Party bei Rock am Ring am Donnerstag
Nach ein paar kleineren Gewittern mit Regen und stürmischen Böen klarte der Himmel am Donnerstagabend auf - passend zur Pre-Party in der neuen Atmos-Area auf dem RAR-Gelände. Bild in Detailansicht öffnen
"Doors Open" - Einlass bei Rock am Ring
Freitagmittag war es endlich so weit: Die Tore gingen auf und die Fans stürmten auf das Festivalgelände, um sich die besten Plätze vor den Bühnen zu sichern. Bild in Detailansicht öffnen
Rock am Ring 2026 wird eröffnet - Fans warten vor der Bühen auf den ersten Act
Rock am Ring 2026 startete mit einem Knall. Bild in Detailansicht öffnen
Diese beiden jungen Frauen waren bestens vorbereitet auf das wechselhafte Wetter bei Rock am Ring. Sie tragen einen Regenschutz.
Der Regenponcho - ein absolutes Muss für Tag eins bei RAR 2026. Diese beiden Mädels waren gut vorbereitet. Lisa Joppich Bild in Detailansicht öffnen
Rock am Ring - Headliner für 2027
Abends wurde mit großem Tam-Tam der erste Headliner für 2026 verkündet: Blink 182 kommt erstmals an den Ring. Bild in Detailansicht öffnen
Haustiere der anderen Art bei Rock am Ring
Das Camping ist für viele Besucher genauso wichtig wie die Konzerte. Dort lassen sie auch ihrer Kreativität freien Lauf. Bild in Detailansicht öffnen
Rock am Ring aus der Luft betrachtet
Rock am Ring aus der Luft betrachtet Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Da geht die Sonnenblume auf - Fans bei Rock am Ring
Am Sonntag endlich durchgängig tolles Festivalwetter. Da blühte so mancher Besucher richtig auf. Bild in Detailansicht öffnen
Zum Abschluss von Rock gibt es wie immer ein Feuerwerk
Großes Abschlussfeuerwerk am Sonntagabend nach dem Auftritt von Iron Maiden. Bild in Detailansicht öffnen
Jetzt aber los: Um 12:00 Uhr schließen offiziell die Camping- und Parkflächen bei Rock am Ring.
Obwohl sich einige schon am Sonntag auf den Weg gemacht hatten, waren die Campingplätze am Montag immer noch gut gefüllt. Bis 12 Uhr mussten sie aber geräumt werden. Bild in Detailansicht öffnen
Bei Rock am Ring fallen an einem Festivalwochenende zwischen 300 und 500 Tonnen Müll an.
"Hinterlasst nichts als Fußspuren" haben die Organisatoren gebeten - aber leider blieb auch in diesem Jahr wieder viel Müll zurück. Bild in Detailansicht öffnen

Die Bands gaben sich aber auch viel Mühe, die Fans bei der Stange zu halten. Die Shows ließen wenig Wünsche offen. Immer wieder wurden Konfetti-Kanonen gezündet und Feuersäulen jagten von Türmen aus in die Luft und hinterließen Rauchkringel am Himmel. Besonders spektakulär: Im goldenen Licht des Sonnenuntergangs zog Papa Roach alle Aufmerksamkeit mit einem Hubschrauber-Stunt auf sich, bevor sie den Fans mit einer Metal-Zeitreise richtig einheizten.

Linkin Park als Höhepunkt des ersten Tages

Danach sorgte Linkin-Park für Gänsehaut pur. Die US-Band war einer der Gründe, warum das Festival so schnell ausverkauft war. Die neue Sängerin Emily Armstrong konnte vielleicht nicht jeden Linkin-Park-Fan der ersten Stunde überzeugen, lieferte jedoch ab und schaffte es, die Seele von Klassikern wie "In the End" oder "Numb" zu transportieren. Zu später Stunde rockten dann noch Limp Biskit vor zahlreichen Fans, die bis zum Schluss ausharrten und letzte Kräfte mobilisierten.

Emily Armstrong von Linkin Park bei Rock am Ring 2026
Zum ersten mal mit Emily Armstrong am Ring: Linkin Park bildeten den Abschluss am Freitag auf der Utopia Stage. Picture Alliance

Electric Callboy heizte der Menge am Samstag ein

Auch in den nächsten beiden Tagen wurde noch kräftig gefeiert - auf typische Rocker-Art: mit unzähligen Moshpits, Crowdsurfern und der sogenannten Pommesgabel in der Luft. Die Band Electric Callboy - im letzten Jahr noch Überraschungsact beim Jubiläum - brachte die Menge am Samstag zum Kochen und machte sie bereit für den Headliner Volbeat. Auf der anderen Seite des Geländes kamen Hip-Hop-Fans auf ihre Kosten. Hier ließ Marteria den Fans keine Chance zum Ausruhen.

Rock am Ring - Electric Callboy aus Castrop-Rauxel
Sonnenuntergang über und Electric Callboy auf der Utopia-Stage.

Bestes Festivalwetter am Sonntag

Der Sonntag trug seinen Namen zu Recht - bestes Festivalwetter lockte die Fans schon früh aufs Gelände. Kurze Hosen und T-Shirts wurden rausgeholt und der Schlamm an den Schuhen konnte im Sonnenschein trocknen. The Offspring ließ es dann noch mal richtig krachen, bevor Iron Maiden auf die Haupt-Bühne kam. Hier brauchte das Publikum zwar etwas, um warm zu werden, die Alt-Rocker sorgten dennoch für einen würdigen Abschluss auf der Hauptbühne.

Iron Maiden bei Rock am Ring 2026
Großes Finale auf der Hauptbühne am Sonntagabend: Bei Iron Maiden wurde nochmal ordentlich was abgefackelt.

Wurde in früheren Jahren öfter über das Line-Up geschimpft, gab es bei all den Rock-Legenden hier 2026 nur wenig Grund zu meckern. Die Themen unter den Fans waren eher andere: Sei es die Klang-Qualität an manchen Orten auf dem Festival, oder aber das fehlende Riesenrad, für das in diesem Jahr kein Platz da war. Die "Atmos-Area", die es anstelle einer vierten Bühne gab, konnte auch nicht jeden überzeugen. Richtig voll war es da nur am Donnerstagabend bei der Preparty - vielleicht schon etwas zu voll.

Kritik: Zu wenige Toiletten und Duschen?

Dauer-Thema bei Rock am Ring sind die Toiletten und Duschen. In den Kommentaren unter den Instagram-Beiträgen des offiziellen Event-Accounts häufte sich die Kritik. "Viel zu wenige Spülklos und dann auch noch permanent defekt", heißt es da zum Beispiel. Auch auf dem Festival selbst war Kritik zu hören. "Auf dem Campingplatz muss man schon mal 40 Minuten für die Toiletten anstehen", berichtete uns ein Besucher. Auf dem Konzertgelände zeigte sich: Klos gab es eigentlich reichlich - doch statt die verfügbaren Dixi-Klos zu nutzen, zog es es die Menschen eher zu den befestigten Anlagen, trotz langer Schlangen.

Absolut zufrieden war dagegen die Polizei. "Aus unserer Sicht ist der Verlauf wieder sehr friedlich. Wir hatten wie im letzten Jahr zwischen zehn und 15 Körperverletzungen", sagte Polizeisprecher Jürgen Fachinger dem SWR. Das sei nicht beunruhigend. Gerade wenn man bedenke, "dass innerhalb von wenigen Tagen eine Großstadt mit knapp 100.000 Menschen hochgezogen wird", seien diese Zahlen moderat.

3.500 Rettungseinsätze bei Rock am Ring 2026

Das Deutsche Rote Kreuz zählte bis Sonntagabend ca. 3.500 Einsätze. Insgesamt wurde knapp 800 Mal der Rettungsdienst hinzugezogen, viermal musste ein Hubschrauber Menschen in eine Spezialklinik bringen. Bei den Einsätzen handelte es sich unter anderem um Knochen- und Bänderverletzungen. Dem Sprecher zufolge liegt die Menge an Vorkommnissen vollkommen im Rahmen der vergangenen Jahre.

Die Abreisewelle hat einem ADAC-Sprecher bereits am Sonntagvormittag begonnen. Dabei kam es zu den üblichen Pannen, etwa leere Batterien oder den Schlüssel beim Einladen im Auto verlegt. Am Sonntagabend wurde es nach dem Konzert von "Iron Maiden" auf den Straßen ziemlich voll. Viele Fans blieben aber noch bis Montag. Bis 12 Uhr mussten die Campingplätze jedoch geräumt werden. Abgesehen vom üblichen Stau durch die Rückreise ist das große Verkehrschaos aber ausgeblieben.

Die Abreise muss bis Montag um 12:00 Uhr erledigt sein, dann schließen die Campingplätze.
Bei der Rückreise staute es sich auf den Straßen rund um den Nürburgring.

Blink-182 erster Headliner bei RAR 2027

Nach Rock am Ring ist bekanntlich vor Rock am Ring. Am Dienstag startet der Vorverkauf fürs nächste Jahr. Ein erster Headliner steht bereits fest. Erstmals in der Geschichte des Festivals soll die Band Blink-182 auftreten. Das wurde am Freitagabend mit Feuerwerk und LED-Anzeige unter großem Jubel bekanntgegeben.

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Autor/in
Torsten Nenner
Christina Nover
Autorin Christina Nover

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