Über 30 Jahre lang konnte der Mordfall nicht aufgeklärt werden. Am Montag ist jetzt ein 81 Jahre alter Deutscher in seiner Wohnung in der Nähe von Koblenz festgenommen worden. Das hat die Staatsanwaltschaft Koblenz am Dienstag mitgeteilt. Demnach besteht der dringende Verdacht, dass er Amy Lopez vergewaltigt und getötet hat.
Was sagt die Staatsanwaltschaft? Pressekonferenz am Mittwoch
Der Beschuldigte wurde noch am Tag seiner Festnahme der zuständigen Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts vorgeführt, die die Untersuchungshaft anordnete. Weitere Einzelheiten teilte die Staatsanwaltschaft Koblenz bislang nicht mit. Diese will sie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz bekannt geben.
Durchbruch nach über 30 Jahren?
Der Mord an der damals 24‑jährigen US‑Studentin Amy Lopez gehört zu den bekanntesten ungeklärten Gewaltverbrechen der Region Koblenz. Amy stammte aus Texas und machte 1994 eine Europareise. Dabei kam sie auch nach Koblenz und wollte am 26. September die Festung Ehrenbreitstein besuchen.
Morgens wurde sie kurz vor neun Uhr noch auf dem Felsenweg gesehen, einem beliebten Fußweg hoch zur Festung. Nur rund anderthalb Stunden später fanden spielende Kinder ihre Leiche in einem abgelegenen Raum der Anlage, dem sogenannten General‑Aster‑Zimmer. Sie war sexuell misshandelt und danach ermordet worden. Ihre halbnackte Leiche wies schwere Kopfverletzungen auf, mehrere Messerstiche und Anzeichen für eine Strangulation.
Was der Täter von Amy mitnahm
Der Täter nahm mehrere persönliche Gegenstände mit – darunter Amys Brille, eine Timex‑Uhr, ein silbernes Armband, weiße Nike‑Sportschuhe und ihre Bauchtasche mit Bargeld und Travellerschecks. Die Ermittler gehen bis heute davon aus, dass der Täter diese Gegenstände bis heute behalten haben könnte.
Trotz intensiver Ermittlungen blieb der Fall zunächst ungelöst und wurde später als Cold Case eingestuft. Immer wieder wandte sich die Polizei im Rahmen der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY… ungelöst" im Laufe der Jahre an die Öffentlichkeit. Zuletzt im September 2025.
Neue Spur im September 2025: Hinweise nach Fernsehsendung
Diese Ausstrahlung führte zu zahlreichen neuen Hinweisen, darunter war laut Polizei auch ein besonders konkreter: Eine Person berichtete, vor Jahrzehnten mit einem Mann gesprochen zu haben, der sich damit brüstete, an der Festung ein "spanisch sprechendes Mädchen" angesprochen und mitgenommen zu haben. Weitere Hinweise folgten, doch die Polizei hielt sich aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst mit Details zurück.
Amerikanische Studentin vor 31 Jahren getötet Neue Hinweise im Cold Case - Koblenzer Mordfall Amy Lopez bei "Aktenzeichen XY"
31 Jahre nach dem Mord an der amerikanischen Touristin Amy Lopez wurde der Fall aus Koblenz in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" gezeigt. Laut Polizei gibt es neue Hinweise.
Mann aus dem Raum Koblenz ist tatverdächtig
Jetzt kam es zu dem möglichen Durchbruch in dem ungelösten Mordfall. Die Kriminalpolizei Koblenz nahm den Mann aus der Region fest, der im Verdacht steht, Amy Lopez vergewaltigt und ermordet zu haben. Welche Beweise zu seiner Festnahme führten, wurde bislang nicht öffentlich gemacht - am Mittwoch gibt es möglicherweise Antworten.
Telefonat mit Vater von Amy Lopez: "Jetzt einen Schlussstrich ziehen"
SWR-Reporter Andreas Krisam aus dem Studio Koblenz verfolgt den Fall Amy Lopez schon seit Jahrzehnten. Er hat am Dienstag auch Kontakt zur Familie des Opfers aufgenommen und mit dem Vater von Amy telefoniert. "Er hat die Zusammenarbeit mit der Polizei über die Jahre hinweg gelobt", sagte Krisam im SWR nach dem Telefonat mit dem Vater. Das helfe jetzt, "einen Schlussstrich zu ziehen" - auch wenn viele Details noch offen seien.