Hitzetage und Wüstentage - das ist gemeint
Dieser Sommer hat es in sich: Vertrocknete Wiesen, kaum Wolken am Himmel und Dachgeschosswohnungen, die nachts zu warm zum Schlafen sind. Ab 30 Grad sprechen Meteorologen von Hitzetagen, ab 35 Grad häufig auch von Wüstentagen. Und die erlebt Rheinland-Pfalz immer öfter am Stück hintereinander.
Doch bei der Frage, was eine Hitzewelle ist, gehen die Meinungen je nach Land weit auseinander. Menschen in Thailand, Italien und Dänemark haben zum Beispiel eine andere Definition davon. International ist die Bezeichnung nicht einheitlich geregelt.
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Im deutschen Raum spricht man laut ARD-Wetterkompetenzzentrum von einer Hitzewelle, wenn die Lufttemperatur an drei aufeinanderfolgenden Tagen 30 Grad und mehr beträgt. Eine Tropennacht tritt ein, wenn die Luft nachts nicht unter 20 Grad abkühlt.
Hitze-Warnungen richten sich nach gefühlter Temperatur
An besonders heißen Tagen wird vor Hitze offiziell gewarnt. Vor starker Wärmebelastung, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag 32 Grad oder mehr beträgt. Liegt die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag bei 38 Grad und höher, warnt der Deutsche Wetterdienst vor extremer Wärmebelastung.
Die gefühlte Temperatur kann je nach Wetterlage um einige Grad Celsius über oder unter der Lufttemperatur liegen. Neben der persönlichen Verfassung sind für die Berechnung vier Einflussfaktoren besonders entscheidend.
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30 Grad sind nicht gleich 30 Grad
Grundlage für die gefühlte Temperatur ist die Temperatur der Luft. Also die Temperatur, die das Thermometer im Schatten anzeigt. Hinzu kommt die Luftfeuchtigkeit (Schwüle). Denn Schweiß kann bei hoher Luftfeuchtigkeit kaum noch verdunsten, da die Luft mit Wasserdampf bereits gesättigt ist. So versagt die natürliche Kühlung des Körpers. Warme Temperaturen können sich deutlich drückender anfühlen.
Abkühlung bringt häufig der Wind. Dessen Geschwindigkeit bläst die vom Körper erwärmte Luftschicht auf der Haut weg. Der Körper kann so abkühlen und Schweiß auf der Haut kann schneller verdunsten.
Die letzte wichtige Einflussgröße bei der Berechnung der gefühlten Temperatur ist die Wärmestrahlung. Sie kann von der Sonne kommen, aber auch von Gebäuden und Asphalt. Diese geben ihre gespeicherte Wärme nach und nach ab. Durch diese abgestrahlte Wärme kann sich die Temperatur auf unserer Haut um mehrere Grad erhöhen.
Gefühlte Temperatur nach Durchschnittsdeutschem berechnet
Weil die Wettervorhersage die gefühlte Temperatur nicht für jeden Menschen individuell berechnen kann, nimmt der Deutsche Wetterdienst dafür das Modell eines Durchschnittsdeutschen, den sogenannten "Klima-Michel". Der ist 35 Jahre alt, 1,75 Meter groß, 75 Kilogramm schwer und der Jahreszeit entsprechend gekleidet.
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Der "Klima-Michel" ist auch körperlich aktiv und geht zügig spazieren, etwa mit vier Kilometern pro Stunde. Dieses Modell soll den Menschen helfen, die Vorhersage besser einschätzen zu können. Doch das sei trotz allem schwierig: Schließlich hänge das persönliche Wärmeempfinden auch von vielen kleineren Faktoren vor Ort ab, sagt ARD-Meteorologe Michael Köckritz.
In der Komfortzone bleiben
Wichtiger als die berechnete gefühlte Temperatur ist nämlich, wie sich jeder von uns individuell bei hohen Temperaturen fühlt. Meteorologe Michael Köckritz bringt es auf den Punkt: "Ich muss mich immer selbst darum kümmern, dass ich mich in meiner Komfortzone halte."