Konzept vorgestellt

Großprojekt Florinsmarkt: Bauarbeiten sollen nächstes Jahr beginnen

Im Gebäudekomplex am Florinsmarkt in Koblenz wird in den nächsten Jahren ein Boardinghouse mit 64 Appartements und zwei Gastronomien entstehen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Lara Steinebach

Die Gebäude auf dem Florinsmarkt stehen schon seit mehreren Jahren leer. Jetzt sind dort ein Wohn- und Gastro-Angebot geplant. Das alte Kauf- und Danzhaus, indem lange Zeit das Mittelrhein-Museum untergebracht war, das gotische Schöffenhaus und der Bürresheimer Hof werden dafür in den nächsten Jahren saniert.

Ursprünglich sollten die Räumlichkeiten für Hörsäle genutzt werden. Von diesem Konzept, das vom Vorbesitzer Martin Görlitz stammt, hat sich Investor Jan Leis verabschiedet. Er habe sich zusammen mit seinem Team bewusst für die Themen Wohnen und Gastronomie entschieden, wie er gegenüber dem SWR erklärte.

Schoeffenstuebchen im Schoeffenhaus
Im Schöffenstübchen sollen Veranstaltungen stattfinden. Bild in Detailansicht öffnen
Raum im Florinsmarkt mit hohen Decken
Hier soll das Brauerei-Konzept umgesetzt werden. Bild in Detailansicht öffnen
Terasse vorm Bürresheimer Hof
Zwischen dem Bürresheimer Hof und dem alten Kaufhaus soll hier eine Terrasse mit Blick auf die Mosel entstehen. Bild in Detailansicht öffnen
Römische Mauer im Gebäude
Jeder soll sich in Zukunft die römische Mauer ansehen können. Sie war vor ein paar Jahren bei ersten Sanierungsarbeiten entdeckt worden. Bild in Detailansicht öffnen

Stadtentwicklung am Florinsmarkt in der Koblenzer Altstadt

In den oberen Stockwerken der Gebäude entstehen laut Leis 64 Appartements in einem sogenannten Boardinghouse. Ein Boardingshouse ist eine Mischform zwischen einem Hotel und einer Ferienwohnung und kann für ein paar Tage aber auch für Wochen gemietet werden.

Der Investor plant außerdem Leistungen anzubieten wie in einem Hotel, zum Beispiel Frühstück. Im Erdgeschoss plant er derzeit zwei Gastronomie-Konzepte. Im Gewölbesaal und im Schöffenstübchen sollen Veranstaltungen stattfinden. Alle Gebäude sollen demnach über eine Art Glaskasten mit einem Treppenhaus miteinander verbunden werden.

Hohe Auflagen wegen Denkmalschutz

Mit Blick auf den Denkmalschutz gebe es sehr hohe Auflagen, sagt der zuständige Koblenzer Architekt Jens Ternes. Immobilien dürften nur leicht verändert werden: "Heutzutage haben wir Brandschutzanforderungen, funktionale Anforderungen, Barrierefreiheit, Aufzüge, Treppen, Baunormen. Die mit einer denkmalwürdigen Bausubstanz so zu vereinen, dass eine Nutzung stattfinden kann, dass überhaupt ein Investor sagt, das funktioniert, das ist eine sehr hohe Planungsherausforderung."

Bauarbeiten starten nächstes Jahr

Laut Jan Leis sollen die Bauarbeiten Anfang nächsten Jahres beginnen. 15 Monate sollen sie insgesamt dauern. 2027 soll der Gebäudekomplex dann fertig saniert sein und eröffnet werden.

Jan Leis investiert am Florinsmarkt in Koblenz
Der gebürtige Koblenzer Jan Leis investiert am Florinsmarkt in der Altstadt. Leis Gruppe

Investor kommt gebürtig aus Koblenz

Leis ist in Koblenz geboren und hier zur Schule gegangen. Er ist Bauingenieur und hat sich 2008 im Süden von Deutschland selbstständig gemacht. Wegen seiner Koblenzer Wurzeln sei er bei dem Projekt natürlich mit besonders viel Herzblut dabei.

Vor zwei Jahren hat er mehrheitlich die Anteile an dem Projekt Florinsmarkt von Martin Görlitz erworben. Dieser hatte die Gebäude vor mehr als zehn Jahren gekauft.

Koblenz

Konferenz in Koblenz Stadtentwicklung: Wie werden Innenstädte wieder attraktiv?

Die Innenstädte in RLP kämpfen mit den Folgen von Onlinehandel, Klimawandel und hohen Mieten: Bei einer Konferenz in Koblenz werden inspirierende Ideen vorgestellt.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

St. Goar

Studie der Universität Koblenz Von leer zu wieder lebendig: Neue Ideen gegen Leerstand am Mittelrhein

Forscher der Uni Koblenz haben untersucht, wie viele Häuser in Orten am Mittelrhein leer stehen und warum: Sie haben sich dafür tausende Gebäude genauer angeschaut.

Mittelrheintal

Mittelrheintal profitiert von Bundesgartenschau Diese Straßen und Radwege sollen bis zur BUGA 2029 fertig sein

Lahnstein, Bacharach und Rüdesheim sind die Hauptorte bei der BUGA 2029. Aber nicht nur sie sollen von dem Großevent profitieren. Auch in anderen Welterbe-Orten wird investiert.

SWR4 am Montag SWR4

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Lara Steinebach