Wo sind denn die Gondeln hin? Das werden sich viele Koblenzer in den letzten Tagen gefragt haben. Seit Montag (5. Januar) sind alle Kabinen der Koblenzer Seilbahn bis auf eine Wartungsgondel abgehängt worden. Sie stehen aktuell unweit der Bergstation auf dem Festungsplateau. Das war notwendig, weil die Anlage in den kommenden Wochen umfangreich gewartet werden soll. Einerseits werden die Tragseile verzogen, andererseits bekommt die Seilbahn erstmals seit 2010 ein neues Zugseil.
Zugseil der Koblenzer Seilbahn ist am Ende seiner Lebensdauer
Die Koblenzer Seilbahn ist eine sogenannte 3S-Bahn. Dabei dienen zwei Tragseile als Führung. "Das Tragseil bildet die Fahrspur unserer Seilbahn. Das muss man sich vorstellen, wie die Schienen bei der Eisenbahn", erklärt Seilbahn-Betriebsleiter Peter Magnus. Das Zugseil wiederum zieht die Gondeln entlang der Tragseile in Richtung Festung Ehrenbreitstein. Es hat nach Angaben der Koblenzer Seilbahn jetzt seine maximale Lebensdauer erreicht und muss deshalb getauscht werden.
Rund zwei Kilometer Seil werden getauscht
Das Zugseil ist nach Betreiberangaben rund zwei Kilometer lang und 16,5 Tonnen schwer. Ein neues Zugseil soll spätestens ab dem 19. Januar mit dem alten Zugseil verbunden werden. "Dann dreht man eine Runde. Das alte Seil wird abgewickelt, das neue auf die Anlage aufgespult. Dann wird es verflochten, zusammen gespleißt - und fertig", erläutert Peter Magnus die Arbeiten. Das alte Zugseil werde im Anschluss verschrottet. Bis es so weit ist, stehen aber zunächst noch die Tragseile im Fokus.
Besondere Belastung: Tragseile liegen auf den Stützen auf
Anders als das Zugseil, werden die Tragseile laut Seilbahn Koblenz den gesetzlichen Vorgaben entsprechend alle sechs Jahre überprüft. Sie sind in der Berg- und Talstation verankert und liegen auf dem oberen und unteren Stützpfeiler auf. Damit nicht immer dieselben Stellen auf den Pfeilern aufliegen, müssten die Tragseile immer wieder verzogen werden. Das Wartungsteam plant nach eigenen Angaben, die Tragseile diesmal um 20 Meter in Richtung Tal zu verziehen und dort abzuschneiden.
"Dafür braucht es natürlich eine Reserve auf der Bergstation", sagtBetriebsleiter Peter Magnus. Seinen Angaben zufolge stehen in der Bergstation aktuell noch rund 50 Meter zum Verziehen zur Verfügung: "Sollten die irgendwann einmal aufgebraucht sein, erst dann brauchen wir tatsächlich neue Tragseile."
Spezialisten aus der Schweiz unterstützen in Koblenz
Für die Wartungsarbeiten an der Seilbahn sind momentan 21 Personen im Einsatz. Etwa die Hälfte davon zählt zum Personal der Seilbahn Koblenz, neun Seilbahn-Experten sind aber auch extra von der Herstellerfirma aus der Schweiz angereist. Die arbeiten bei Wind und Wetter. Am 14. März soll die Seilbahn ihren regulären Fahrbetrieb wieder aufnehmen.