Der Plan der BPD Immobilienentwicklung GmbH ist es, bis 2032 ingesamt 800 neue Wohnungen auf der Niederberger Höhe zu schaffen. Dafür muss die ehemalige Fritsch-Kaserne der Bundeswehr weichen, die bisher auf dem Areal steht. Seit Juli 2025 und noch voraussichtlich bis zum kommenden Jahr läuft der Rückbau.
Bei den Abbrucharbeiten fällt viel Schutt an - perfekte Trainingsbedingungen für die Rettungshundestaffel Rhein-Mosel. Wenn die Baumaschinen stillstehen, übernehmen die Hunde mit ihren Hundeführerinnen und Hundeführern das Gelände. Auch Lotta und ihr Frauchen Magdalena Molkethin trainieren hier seit mehreren Monaten regelmäßig mit.
Übungsszenario: Mensch im Schuttberg vermisst
Dabei gehen sie immer wieder verschiedene Szenarien durch. Eines ist zum Beispiel, dass sich eine Person auf einem der meterhohen Schuttberge versteckt und eine Verletzung vortäuscht. Lottas Aufgabe ist es dann, sich Pfote für Pfote vorzutasten und nur anhand der Witterung die Person zu finden. Mit dem Kommando "Such und hilf" schickt Magdalena Molkethin Lotta in die Übung. Geht alles gut, ertönt am Ende ein Pfiff.
"Wenn ich pfeife, weiß der versteckte Helfer, dass er Lotta bestätigen kann", berichtet die Hundeführerin. Heißt: Der Hund bekommt ein Spielzeug und bringt es zu ihr. Da wartet dann eine zweite Belohnung, für Lotta ist das stets eine Tortellini-Nudel. "Die liebt sie, mit Käse gefüllt. Und die gibt es natürlich nur beim Training", berichtet Molkethin.
Staffel ist circa 25 Hunde stark
Lotta ist vier Jahre alt und bereits als Flächensuchhund ausgebildet. Sie könnte also zum Beispiel Wald und Wiesen abgehen, wo eine vermisste Person vermutet wird. Damit Lotta auch für die Suche in Trümmern eingesetzt werden kann, braucht sie aber eine weitere Prüfung.
Für diese Zusatzausbildung trainieren sie und ihr Frauchen deshalb regelmäßig auf dem ehemaligen Kasernengelände. Aber auch die anderen 25 Hunde der Staffel üben hier immer wieder.
Beste Bedingungen: Gelände verändert sich
"Für die Hunde ist es besonders wichtig, weil sie hier verschiedene Gelegenheiten zum Trainieren bekommen", erklärt Zugführerin Stefanie Wolf. Das Gelände biete mit Schuttbergen, großen Trümmerresten und unterirdischen Gängen und Tunneln perfekte Bedingungen. "Um so reeller unsere Hunde trainieren können, desto professioneller sind wir später im Einsatz", weiß Wolf.
Von Vorteil sei deshalb auch, dass sich das Gelände wegen der Abbrucharbeiten regelmäßig verändere. Gebäude verschwinden, neue Schuttberge türmen sich auf, wo vorher noch nichts war. Diese Dynamik, so Wolf, sei für Mensch und Hund wichtig: "Weil sich keine Routinen einschleichen können."
Staffel war bei Hoteleinsturz in Kröv im Einsatz
Denn im Ernstfall müssen alle hellwach sein. Und den kennen sie bei der Hundestaffel Rhein-Mosel sehr gut: Vor etwa zwei Jahren, als in Kröv an der Mosel ein Hotel eingestürzt ist, waren sie in den Trümmern im Einsatz.
Um für solche Situationen auch in Zukunft gerüstet zu sein, möchte die Staffel weiterhin alle sechs Wochen auf das Kasernengelände kommen. "Wir sind froh, dass wir hier unter so guten Bedingungen trainieren können. Die Absprachen mit dem Bauunternehmen laufen reibungslos", urteilt Stefanie Wolf.