Prozess am Landgericht Koblenz

Prozessbeginn: 26-Jähriger soll mit Kokainhandel eine Million kassiert haben

Am Landgericht Koblenz hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der in großem Stil vor allem in NRW und im Westerwald mit Kokain gehandelt haben soll. Wert: mehr als eine Million Euro.

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Stand

Von Autor/in Tim Saynisch

Der 26-jährige Mann muss sich wegen Drogenhandels in erheblichen Mengen vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen März 2024 und Januar 2025 verschiedene Drogen, vorrangig Kokain, verkauft zu haben.

Unter anderem in Düsseldorf, Schwerte, Kerpen und Detmold in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Montabaur im Westerwald. Dafür habe der Mann mehr als eine Million Euro kassiert. Der Anklage zufolge soll er die Drogen in Onlinechats angeboten haben.

Drogen im Wert von einer Million Euro

Obwohl schwerpunktmäßig mutmaßliche Taten in NRW angeklagt sind, wird der Prozess am Koblenzer Landgericht geführt. Das liegt daran, dass die Polizei den Mann nach einem Drogendeal im Januar 2025 in Montabaur festgenommen hat.

Im März 2024 soll der Angeklagte erstmals zwei Kilogramm Kokain an einen Kontakt in Detmold verkauft und persönlich übergeben haben. Der Verkaufswert lag laut Staatsanwaltschaft allein bei diesem mutmaßlichen Drogengeschäft bei 47.000 Euro. Im April 2024 habe der Angeklagte dann weitere drei Kilogramm Kokain im Wert von fast 80.000 Euro einem neuen Kontakt angeboten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine mutmaßlichen illegalen Geschäfte danach sukzessive ausgebaut zu haben. Spätestens seit September 2024 hat er laut Anklage auch Amphetamine, MDMA und weitere Drogen in den Online-Chats angeboten.

Angeklagter soll bis zu 18 Kilo Koks besessen haben

Der Höhepunkt der mutmaßlich kriminellen Karriere des Mannes war laut Staatsanwaltschaft schließlich im Januar 2025. Damals soll der Angeklagte 18 Kilogramm Kokain besessen haben. Als er einen Teil davon in Montabaur verkauft und übergeben haben soll, nahm die Polizei ihn fest.

Verkehrskontrolle schafft Aufmerksamkeit

Wenige Tage zuvor hatte der Angeklagte schon einmal in Gewahrsam gesessen. Da soll er sich nachts eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert haben. Die wollte das Fahrzeug des Angeklagten bei der Autobahnabfahrt Höhr-Grenzhausen einer Verkehrskontrolle unterziehen. Er habe aber Gas gegeben und sei geflüchtet, sagte ein Polizeibeamter vor Gericht aus. Der Mann konnte geschnappt werden. Bei der Festnahme ging es noch nicht um Drogen.

Erst nach der Festnahme habe sich das Bundeskriminalamt (BKA) bei der Polizei in Montabaur gemeldet. "Wir wurden gefragt, ob wir Drogen sichergestellt hätten", erklärte eine als Zeugin geladene Kripo-Beamtin. Außerdem seien sie und ihre Kollegen gebeten worden, Daten mehrerer Handys an das BKA zu schicken. Die Handys waren im Auto gefunden worden.

Verteidigung zweifelt Handy-Daten an

Eben diese Daten standen am ersten Prozesstag zeitweise im Mittelpunkt der Hauptverhandlung. Denn die Verteidiger des Angeklagten legten Widerspruch, unter anderem gegen die Chatverläufe als mutmaßliches Beweismittel ein. Mit der Begründung, es sei nicht geklärt, ob die Handys rechtmäßig sichergestellt wurden.

Der Angeklagte machte am ersten Prozesstag keine Angaben zur Sache. Drei weitere Verhandlungstage sind angesetzt.

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Tim Saynisch
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