Das spezielle Mähboot hatte seit Montag die Schilfgebiete westlich der L113 im Naturschutzgebiet "Thürer Wiesen" abgemäht, weil sich laut Kreisverwaltung Mayen-Koblenz zwischen den Halmen noch viel Heizöl befand. Das Öl habe sich dabei aus dem Schilf gelöst, sei im Uferbereich abgesaugt und anschließend entsorgt worden. Aktuell werde noch das abgeschnittene, kontaminierte Schilf eingesammelt und als Sondermüll entsorgt.
Boden im Regenrückhaltebecken wird ausgetauscht
Am Donnerstag soll den Angaben zufolge damit begonnen werden, den verseuchten Oberboden im Regenrückhaltebecken zu entfernen, in das nach dem Tanklasterunfall tausende Liter Heizöl gelaufen waren. Am Wochenende soll dann das Rohrleitungssystem zwischen dem Unfallort auf der B262 und dem Regenrückhaltebecken gespült werden. Das kontaminierte Wasser werde dabei abgesaugt.
Katrin Eder: "Thürer Wiesen" sind wichtiges Naturschutzgebiet
Dass das Schilf in den Thürer Wiesen abgeschnitten werden musste, sei bitter, hatte Umweltministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) gesagt. Es sei ein wichtiges Brut- und Rückzugsgebiet für Vögel. Die Naturschutzorganisation BUND spricht sogar von einem Katastrophenfall. Ein Sprecher sagte, es handele sich dabei um eine schwere Ölkatastrophe mit nachhaltigen Folgen. Weite Teile des Feuchtgebiets seien stark kontaminiert worden.
Bislang wurden 150 Kadaver geborgen
Etwa 150 Tiere seien durch die Umweltverschmutzung verendet, berichtet Constantin Wagner von der Wildvogel-Pflegestation in Kirchwald. Er leitet die Rettungsaktion in den "Thürer Wiesen". Etwa 50 bis 60 Tiere hätten bislang gerettet werden können. Die Kadaver aus dem Gelände herauszuziehen, sei allerdings genauso wichtig. Sie würden ansonsten von anderen Tieren gefressen und diese würden sich dann auch vergiften. Derzeit sei ein Team von 20 ehrenamtlichen Helfern in dem sensiblen Naturschutzgebiet unterwegs.
Heizöl war in Regenrückhaltebecken gelangt
Der Tanklaster hatte laut Kreisverwaltung Mayen-Koblenz etwa 30.000 Liter Heizöl geladen. Bei dem Unfall am 21. Februar war ein Großteil des Heizöls in die Oberflächenentwässerung der Bundesstraße und in ein großes Regenrückhaltebecken sowie ins Naturschutzgebiet "Thürer Wiesen" gelangt.
Laut Kreisverwaltung wurden deshalb insgesamt 13 Ölsperren installiert, die ein- bis zweimal täglich gewechselt werden, um zu verhindern, dass weiteres Öl in das Naturschutzgebiet gelangt.
Ausweitung des Öko-Projekts verzögert sich durch Öl-Unfall
Laut Tanja Stromberg vom Naturschutzreferat des Kreises Mayen-Koblenz wurden inzwischen Wasser- und Bodenproben entnommen. Außerdem werde ein Umweltgutachter eingeschaltet. Der soll die Gewässerökologie untersuchen. Ursprünglich war vorgesehen, in drei Wochen weitere karpatische Wasserbüffel in den "Thürer Wiesen" zu beheimaten. Davon müsse man erstmal Abstand nehmen, so Stromberg.