CDU und SPD grundsätzlich auch dafür

Wegen Igeln: Grüne fordern Nachtfahrverbot für Mähroboter in Lahnstein

Die Lahnsteiner Grünen sehen Mähroboter als Gefahr für nachtaktive Tiere wie den Igel. Um Verletzungen der Tiere zu vermeiden, fordern sie ein Fahrverbot zu bestimmten Zeiten.

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Von Autor/in Tim Saynisch

Die Grünen in Lahnstein wollen die Zeiten einschränken, in denen Mähroboter in den Gärten und Parks der Stadt fahren dürfen. In einem Antrag fordert die Stadtratsfraktion die Verwaltung auf, eine Satzung oder Allgemeinverfügung zu erarbeiten, die den Einsatz von Mährobotern in der Zeit von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang auf öffentlichen und privaten Grünflächen untersagt. Denn gerade in der Dämmerung seien nachtaktive Tiere wie Igel unterwegs und durch die Geräte gefährdet.

Naturschutzverbände: Mähroboter sind Gefahr für Igel

"Wir fordern kein generelles Verbot, sondern eine Einschränkung der Betriebszeiten im Sinne der nachtaktiven Tiere", erklärt Alexandra Dinzen, 1. Vorsitzende der Lahnsteiner Grünen. Dass Mähroboter Igeln und anderen Kleintieren gefährlich werden können, darauf haben in der Vergangenheit auch schon Naturschutzverbände wie der Nabu oder der BUND aufmerksam gemacht.

Andere Städte haben bereits Verbote erlassen

Auch die Stiftung Warentest rät, Mähroboter im eigenen Garten nur tagsüber fahren zu lassen. In einigen Großstädten wie Dortmund, Leipzig oder Halle (Saale) gibt es bereits entsprechende Nachtfahrverbote. Mainz führte ein Verbot im März dieses Jahres ein. Wie die Erfolgsaussichten für eine solche Regelung in Lahnstein aussehen?

Mainz

Tödliche Gefahr Nachtfahrverbot für Mähroboter in Mainz zum Schutz von Igeln

Ab sofort dürfen in Mainz Mähroboter nachts und in der Dämmerung nicht mehr betrieben werden. Mähroboter sind nämlich eine große Gefahr für die kleinen Tiere.

SWR4 am Nachmittag SWR4

SPD und CDU könnten sich Unterstützung vorstellen

Die Vorsitzenden der größten Stadtratsfraktionen stehen dem Vorhaben der Grünen durchaus positiv gegenüber. Die Stimmen von CDU oder SPD wären entscheidend für einen mehrheitsfähigen Antrag. Jochen Sachsenhauser (SPD) erklärte auf SWR-Anfrage: "Naturschutz ist ein Thema, das auch der SPD-Fraktion wichtig ist." Die SPD könne sich grundsätzlich vorstellen, den Antrag zu unterstützen - auch im Sinne des nächtlichen Lärmschutzes.

Grundsätzlich ist das ein gutes Vorhaben der Grünen.

Günter Groß (CDU) schickt im Gespräch mit dem SWR voraus, dass sich seine Fraktion erst nach der Sommerpause kommende Woche für abschließende Beratungen trifft. Seine persönliche Meinung teilt er aber bereits mit der Öffentlichkeit: "Grundsätzlich ist das ein gutes Vorhaben der Grünen." Der Rehkitz-Schutz bei Mäharbeiten auf Feldern sei bereits gelebte Praxis. "Warum sollten wir also nicht ähnlich auf den Igel schauen?"

FBL zweifelt praktische Umsetzung an

Reiner Burkard, Vorsitzender der Freien Bürgerliste Lahnstein, lehnt eine neue Verordnung ab. "Ich stelle mir wirklich die Frage, ob man alles reglementieren muss?", lautet sein Kommentar gegenüber dem SWR. Eine solche Regelung kann seiner Ansicht nach die Verwaltung zusätzlich belasten. Nächtliche Kontrollen durch das Ordnungsamt seien unrealistisch: "Wer den städtischen Haushalt kennt, weiß, dass das in Lahnstein schwer durchführbar ist."

Prüfung des Antrags liegt bei der Stadtverwaltung

Dessen sind sich auch die Grünen bewusst. "Sie können niemanden herumschicken, der das regelmäßig kontrolliert", ordnet Alexandra Dinzen ein. Sie betont, dass es den Grünen vor allem darum gehe, die Lahnsteiner für das Thema zu sensibilisieren. Auch CDU-Mann Groß hält regelmäßige Kontrollen für unrealistisch: "Es ist eher ein Appell, den die Grünen an die Bürger richten könnten." Die Verwaltung muss nun entscheiden, ob sie den Antrag zur Beratung im Ordnungs- und Verkehrsausschuss freigibt.

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