Mehr Schiffe müssen beladen werden

Wie sich das Niedrigwasser auf den Koblenzer Rheinhafen auswirkt

Der Wasserstand im Rhein ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich niedrig. Das wirkt sich auch auf die Arbeit im Koblenzer Rheinhafen aus.

Teilen

Stand

Das Niedrigwasser bedeutet für den Koblenzer Rheinhafen momentan mehr Arbeit - auch nachts und am Wochenende. Das sagt Niklas Walbröl, Bereichsleiter für Hafen- und Bahnbetrieb im Koblenzer Rheinhafen. Mitarbeitende würden dort zur Zeit wesentlich mehr Schiffe abfertigen als sonst. Das liege an dem niedrigen Wasserstand, denn einige Schiffe könnten wegen Ihres Tiefgangs nicht mehr voll beladen werden. Die Ware müsse teilweise auf mehrere Schiffe aufgeteilt werden.

Zusätzliche Lagerfläche für Kunden

Mit zusätzlicher Lagerfläche wollen die Hafenbetreiber ihren Kunden in der schwierigen Situation bestmöglich helfen. Zum Beispiel indem Container länger stehen gelassen werden, in der Hoffnung, dass der Pegelstand steigt und die Schiffe dann wieder schwerer beladen werden können.

Da gebe es jedoch Unterschiede hinsichtlich der Kapazitäten, sagt Walbröl. Container könne man beispielsweise gut stapeln. Bei anderen Gütern sehe das natürlich anders aus. Da seien die Kapazitäten deutlich begrenzt und teilweise auch schon fast ausgeschöpft.

Stapelnde Container im Koblenzer Rheinhafen
Im Koblenzer Rheinhafen stapeln sich die Container.

Niedrigwasser auch für Schifffahrt eine Herausforderung

Auch für Firmen und Disponenten hat das Niedrigwasser Konsequenzen, sagt Schiffsführer Wjatscheslaw Gauert. Die Schiffe könnten zwar fahren, allerdings mit weniger Beladung und Geschwindigkeit. Im Schnitt lade er bei Niedrigwasser 2.000 Tonnen weniger.

Ungewöhnlich niedriger Pegel

Das Ausmaß des Niedrigwassers sei in diesem Jahr außergewöhnlich, sagt Niklas Walbröl. Normalerweise habe man mit Niedrigwasser erst später im Jahr zu tun.

Als Referenzwert nennt er das Jahr 2018: Das Jahr sei eine der schlimmsten Niedrigwassersituationen der letzten Jahre gewesen. Doch auch in dem Jahr sei der Wasserstand im Juli noch relativ gut gewesen.

Für die kommenden Wochen, so Walbröl brauche es Wasser. Entspannen würde sich die Lage ab einem Pegelstand von einem Meter in Koblenz. Aktuell ist der dort bei 80 Zentimetern.

Mainz

DLRG Rheinhessen warnt Darum ist der Rhein auch bei Niedrigwasser lebensgefährlich

Wenn der Rhein wenig Wasser führt, sieht er recht harmlos aus. Doch genau das Gegenteil ist aktuell der Fall, warnt die DLRG.

Klimawandel und seine Folgen Studie: Der Rhein wird immer wärmer

Der Klimawandel lässt die Temperatur des Rheins immer weiter steigen. Bis 2100 erwarten Fachleute einen Temperaturanstieg um bis zu 4,2 Grad - mit dramatischen Folgen.

SWR Aktuell Rheinland-Pfalz SWR RP

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR