Es ist wieder so weit: Wegen des Niedrigwassers laufen einige in Bingen wieder zur Insel, auf der der Mäuseturm steht. Das ist bei normalen Wasserständen nicht möglich.
Doch auch wenn der Weg über die Steine einfach aussehe, berge er Gefahren, sagt der Sprecher der DLRG Rheinhessen, Martin Rieth.
Diese vermeintlich harmlose Aktion könne lebensgefährlich sein, sagt Martin Rieth. "Die Steine im Flussbett sind glatt, mit Algen bewachsen und liegen nur locker aufeinander."
Ein falscher Schritt könne dazu führen, dass Menschen ausrutschen und in den Rhein stürzen und das könne tödliche Folgen haben.
Lebensgefahr durch Abbruchkanten
Wer dort in den Rhein falle, sei gleich mehreren Gefahren ausgesetzt. Denn durch das aktuelle Niedrigwasser gelangen Menschen schneller an die Abbruchkante. Das ist der Übergang zwischen der Fahrrinne und den flachen Kiesbänken. Hinter der Kante geht es selbst bei Niedrigwasser steil runter.
Hinzu kommt, dass die Strömung durch den niedrigen Wasserstand des Rheins derzeit besonders stark ist. Malte Rieth von der DLRG warnt daher eindringlich davor, das Flussbett zu überqueren, um zum Mäuseturm zu kommen.
Der Rhein ist kein Wanderweg.
Auch der Binger Oberbürgermeister Thomas Feser (CDU) warnt davor, zu Fuß zum Mäuseturm zu laufen. "Trotz des niedrigen Wasserstandes ist der Rhein kein Wanderweg! Ich kann nur eindringlich warnen: Das Binger Loch bleibt auch jetzt eine der gefährlichsten Stellen am gesamten Rhein. Ein solcher Spaziergang kann unter Umständen tödlich enden."
Gefahren auch am Oppenheimer Strandbad
Aber nicht nur im Rhein am Mäuseturm besteht Lebensgefahr. Auch an Strandbädern in Oppenheim oder Heidenfahrt kann es wegen des Niedrigwassers gefährlich werden.
Viele unterschätzen die Risiken und wagen sich ins Wasser. Sie denken: Ach das ist ja flach, da kann ich rein.
Doch auch an den Strandbädern kommt irgendwann abrupt die Abbruchkante. Zunächst steht man knöcheltief im Wasser, im nächsten Moment rutscht man ab. Die starke Strömung, die gerade herrscht, reißt einen dann mit.
Keine Badeaufsicht in Bingen und Oppenheim
Weder am Mäuseturm noch an den Strandbädern gibt es eine Rettungsaufsicht der DLRG. Wer in Schwierigkeiten gerät, müsse auf sich allein gestellt um sein Leben kämpfen, sagt Rieht.
Die DLRG appelliert daher eindringlich an alle, die Warnungen ernst zu nehmen und sich von diesen Orten fernzuhalten.