DLRG Rheinhessen warnt

Darum ist der Rhein auch bei Niedrigwasser lebensgefährlich

Wenn der Rhein wenig Wasser führt, sieht er recht harmlos aus. Doch genau das Gegenteil ist aktuell der Fall, warnt die DLRG.

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Von Autor/in Tjada Huchtkötter

Es ist wieder so weit: Wegen des Niedrigwassers laufen einige in Bingen wieder zur Insel, auf der der Mäuseturm steht. Das ist bei normalen Wasserständen nicht möglich.

Doch auch wenn der Weg über die Steine einfach aussehe, berge er Gefahren, sagt der Sprecher der DLRG Rheinhessen, Martin Rieth.

Die Insel im Rhein, auf der auch der Binger Mäuseturm steht, war im August 2022 aufgrund des Niedrigwassers zu Fuß erreichbar.
Der Binger Mäuseturm war 2022 aufgrund des Niedrigwassers zu Fuß erreichbar. Obwohl das Betreten der Insel verboten war, haben sich viele Menschen nicht daran gehalten. Picture Alliance

Diese vermeintlich harmlose Aktion könne lebensgefährlich sein, sagt Martin Rieth. "Die Steine im Flussbett sind glatt, mit Algen bewachsen und liegen nur locker aufeinander."

Ein falscher Schritt könne dazu führen, dass Menschen ausrutschen und in den Rhein stürzen und das könne tödliche Folgen haben.

Lebensgefahr durch Abbruchkanten


Wer dort in den Rhein falle, sei gleich mehreren Gefahren ausgesetzt. Denn durch das aktuelle Niedrigwasser gelangen Menschen schneller an die Abbruchkante. Das ist der Übergang zwischen der Fahrrinne und den flachen Kiesbänken. Hinter der Kante geht es selbst bei Niedrigwasser steil runter.

Auf dem Rhein fahren Binnenschiffe - auch bei Niedrigwasser. Das Bild wurde bei Bingen gemacht.
Auch wenn der Rhein wenig Wasser führt, sind dort Binnenschiffe unterwegs. Zwischen der Fahrrinne und dem abgeflachten Uferbereich befindet sich eine tückische Abbruchkante. Sebastian Gollnow (Symbolbild)

Hinzu kommt, dass die Strömung durch den niedrigen Wasserstand des Rheins derzeit besonders stark ist. Malte Rieth von der DLRG warnt daher eindringlich davor, das Flussbett zu überqueren, um zum Mäuseturm zu kommen.

Der Rhein ist kein Wanderweg.

Auch der Binger Oberbürgermeister Thomas Feser (CDU) warnt davor, zu Fuß zum Mäuseturm zu laufen. "Trotz des niedrigen Wasserstandes ist der Rhein kein Wanderweg! Ich kann nur eindringlich warnen: Das Binger Loch bleibt auch jetzt eine der gefährlichsten Stellen am gesamten Rhein. Ein solcher Spaziergang kann unter Umständen tödlich enden."

Gefahren auch am Oppenheimer Strandbad


Aber nicht nur im Rhein am Mäuseturm besteht Lebensgefahr. Auch an Strandbädern in Oppenheim oder Heidenfahrt kann es wegen des Niedrigwassers gefährlich werden.

Viele unterschätzen die Risiken und wagen sich ins Wasser. Sie denken: Ach das ist ja flach, da kann ich rein.

Doch auch an den Strandbädern kommt irgendwann abrupt die Abbruchkante. Zunächst steht man knöcheltief im Wasser, im nächsten Moment rutscht man ab. Die starke Strömung, die gerade herrscht, reißt einen dann mit.

Keine Badeaufsicht in Bingen und Oppenheim

Weder am Mäuseturm noch an den Strandbädern gibt es eine Rettungsaufsicht der DLRG. Wer in Schwierigkeiten gerät, müsse auf sich allein gestellt um sein Leben kämpfen, sagt Rieht.

Die DLRG appelliert daher eindringlich an alle, die Warnungen ernst zu nehmen und sich von diesen Orten fernzuhalten.

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Autor/in
Tjada Huchtkötter
Onlinefassung
Corinna Lutz
Corinna Lutz ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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