Stadt erlaubt nur zwei Stunden Parken

E-Autofahrerin aus Koblenz ärgert sich über Strafzettel an Ladestation

Die Stadt Koblenz verteilt an E-Ladestationen nach zwei Stunden Knöllchen. Und das, obwohl die Batterien vieler E-Autos so schnell nicht voll aufgeladen werden können.

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Von Autor/in Sarah Mauer

In vielen Innenstädten in Rheinland-Pfalz ist es gar nicht so einfach, eine freie Ladestation für E-Autos zu finden. Damit die Ladesäulen in der Koblenzer Innenstadt nicht auch noch unnötig lange blockiert werden, darf dort tagsüber nur maximal zwei Stunden lang geparkt werden. Der ADAC Mittelrhein sieht darin ein praktisches Problem. Da die Ladesäulen nicht so leistungsstark seien (22 Kilowatt), reiche die Zeit nicht aus, um die Batterien der meisten E-Autos komplett zu laden.

Bundesweites Ranking des VDA Ladenetz für E-Autos in Rheinland-Pfalz belegt nur vorletzten Platz

Wer in Rheinland-Pfalz sein E-Auto an einer öffentlichen Ladesäule aufladen will, hat es oft schwer. Laut einem aktuellen Ranking landet das Land auf dem vorletzten Platz.

Auch die Koblenzer E-Autofahrerin Antje Schoppa-Remm ärgert sich über die kurze Höchstparkdauer. Sie hat deswegen erst kürzlich ein Knöllchen kassiert, erzählt sie: "Ich hatte an dem Tag tatsächlich eine lange Strecke vor mir. Und in zwei Stunden ist es nicht möglich, das Auto voll zu laden. Das heißt, ich bin gezwungen, einen Zwischenstopp auf der Strecke zu machen, um mein Auto nochmal zu laden." Aber nicht das Bußgeld ist es, das sie aufregt. Sie findet, dass die Stadt die erlaubte Parkdauer an den Ladesäulen anpassen müsste.

Stadtverwaltung will an bisheriger Regelung festhalten

Die Stadtverwaltung will aber an der Höchstparkdauer von zwei Stunden festhalten. Sie sagt, damit solle gewährleistet werden, dass möglichst viele E-Autos geladen werden könnten. Tatsächlich werden Autofahrer, die eine Ladesäule zu lange blockieren, aber auch von den Stromanbietern sanktioniert, denen die Ladestationen gehören. In Koblenz ist das die Energieversorgung Mittelrhein (evm).

Das ist eine Bremse und eine Repression gegenüber Menschen, die sich für ein E-Auto entschieden haben.

Das Unternehmen gibt an, dass an den langsameren Ladesäulen nach vier Stunden eine Strafgebühr von zehn Cent pro Minute erhoben werde. Bei Schnellladesäulen falle die Strafgebühr bereits nach einer Stunde an. Antje Schoppa-Remm findet, dass E-Autofahrer damit gleich doppelt bestraft werden. Sie sagt, wenn die Stadt die Verkehrswende wolle, müsse sie E-Mobilität unterstützen. "Und das ist keine Unterstützung. Das ist eine Bremse und eine Repression gegenüber Menschen, die sich für ein E-Auto entschieden haben."

ADAC Mittelrhein fordert bundesweit einheitliche Vorschriften

Laut ADAC Mittelrhein ist die Koblenzer Regelung kein Einzelfall: Ähnliche Parkzeitbegrenzungen für Ladestationen gebe es auch in anderen Städten, weil es keine deutschlandweit einheitlichen Vorschriften gebe, "sowohl hinsichtlich der erlaubten Parkdauer als auch bei der Beschilderung." Das sorge für Verwirrung und Unsicherheit bei vielen E-Autofahrern. Darum fordert der ADAC "eine gesetzlich klar geregelte, einheitliche Lösung auf Bundesebene", um Elektromobilität alltagstauglicher zu machen.

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