Verteidigung spricht von Notwehr

Schlägerei auf Tauffeier in Boppard: Mann muss ins Gefängnis

Im Oktober hatten sich mehrere Menschen auf einer Tauffeier in Boppard geprügelt. Ein Mann wurde wegen versuchtem Totschlag angeklagt. Das Landgericht Koblenz verurteilte ihn zu einer Haftstrafe.

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Stand

Das Landgericht Koblenz hat am Mittwoch einen Mann zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt. Er war im Oktober 2024 auf einer Tauffeier in Boppard an einer Schlägerei mit 14 Menschen beteiligt. Dabei verletzte er einen Mann schwer am Kopf.

Boppard

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Bei einer Tauffeier in Boppard ist ein Streit derart eskaliert, dass sich am Ende ungefähr 15 Personen geprügelt haben. Mehrere Personen wurden verletzt - teils mit einem Messer.

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Streit auf Tauffeier in Boppard eskalierte

Nach Ansicht des Gerichts hatte es Streit auf der Feier in Boppard gegeben. Darüber sei der Angeklagte informiert worden und habe sich dann mit mehreren Verwandten und Bekannten auf den Weg zu der Feier gemacht. Mit dabei hatte er ein Messer. Der Angeklagte habe die Konfrontation gesucht und auch gefunden, so der Vorsitzende Richter. Es sollte zu physischer Gewalt kommen.

Vor Ort verletzte der Angeklagte laut Urteil dann einen Mann mit dem Messer schwer am Kopf. Daraufhin wurde auch er angegriffen und erlitt mehrere Verletzungen.

Gefährliche Körperverletzung statt versuchter Totschlag

Die Anklage lautete ursprünglich auf versuchten Totschlag. Nach Ansicht des Gerichts handelt es sich aber um gefährliche Körperverletzung. Denn der Angeklagte habe nicht auf den Mann eingestochen, sondern ihn mit einer Schneidbewegung verletzt - in der Hoffnung, dass die Auseinandersetzung für sein Opfer glimpflich ausgeht.

Die Verteidiger des Angeklagten hatten auf Notwehr plädiert. Ihr Mandant habe sich bei der Schlägerei im Hintergrund gehalten und erst dann eingegriffen, als er selbst angegriffen wurde.

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Angeklagter entschuldigt sich bei seinem Opfer

Der Angeklagte selbst entschuldigte sich am letzten Prozesstag unter Tränen: Es täte ihm leid, dass er den Mann verletzt habe. Den Streit hätten alle seiner Ansicht nach ganz ohne Aggression klären können. Das Messer habe er nur zur Abschreckung mitgenommen, das sei ein Fehler gewesen. Er habe niemanden umbringen wollen.

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SWR