Verfahren vor dem Landgericht Koblenz

Mann aus Nastätten wegen illegalem Waffenhandel vor Gericht

Vor dem Landgericht Koblenz hat der Prozess gegen einen Mann aus Nastätten begonnen: In seinem Haus waren großen Mengen an Waffen und Munition gefunden worden.

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Stand

Von Autor/in Constantin Pläcking

Der 63 Jahre alte Mann muss sich laut Anklage wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verantworten. Er soll laut Anklage mit Munition und Waffen gehandelt haben. Die Anklage wirft ihm zudem vor, dass er auch selbst Munition hergestellt und Waffen umgebaut haben soll.

Angeklagter bestreitet den Waffenhandel

Der Angeklagte äußerte sich vor Gericht zu den Anschuldigungen und beantwortete die Fragen von Richter und Staatsanwaltschaft ausführlich. Er bezeichnete sich dabei als Waffennarr und Sammler. Begonnen habe die Leidenschaft im Jugendalter, bei der Bundeswehr habe er Spaß an Maschinengewehren bekommen. Das ausführliche Arsenal habe sich dann über die Jahre angesammelt und stamme zum Teil aus dem Nachlass von verstorbenen Bekannten, die von seiner Sammelleidenschaft gewusst hätten.

Angeklagter hatte nach eigenen Angaben Genehmigungen für Waffen

Der Angeklagte hatte als Sportschütze verschiedene Genehmigungen im Zusammenhang mit Waffen, wie zum Beispiel die gelbe und grüne Waffenbesitzkarte. Im Prozess gab er aber zu, Waffen zum Teil auch illegal besessen zu haben. Er bestritt allerdings, mit Waffen Handel getrieben zu haben. Er habe die bei ihm gefundene Munition für Freunde aus dem Schützenverein selbst hergestellt, wofür er auch eine Erlaubnis habe.

Kriegswaffenkontrollgesetz: Panzerbrechende Munition gefunden

Munition sei in den vergangenen Jahren sehr teuer geworden, weswegen er die selbstgebauten Patronen zum Selbstkostenpreis abgegeben habe. Geld habe er damit nicht verdient. Dass einige bei ihm gefundene panzerbrechende Munition unter das Kriegswaffenkontrollgesetz falle, will der Angeklagte - der sonst ausführliches Detailwissen zu Waffen zeigte - nicht gewusst haben.

Den TNT-Sprengstoff habe er aus Panzerfäusten aus der Zeit von "Onkel Adolf", die Bekannte gefunden hätten. Aus dem Sprengstoff habe er Silversterböller hergestellt, die er dann auf einem Feld ausprobiert habe, was einen kleinere Krater hinterlassen habe.

Bei Razzia in Nastätten 10.000 Patronen entdeckt

Die Staatsanwältin brauchte knapp 20 Minuten um alle Waffen und Munitionsarten aufzuzählen die bei dem Mann aus Nastätten gefunden wurden: Bei einer Durchsuchung seines Anwesens Ende August 2024 hatten Beamte der Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. Der Angeklagte soll unter anderem im Besitz von mehr als 10.000 Patronen scharfer Munition, über zehn Kilo TNT, verschiedenen Sturmgewehren und Maschinenpistolen gewesen sein.

Gefundene Bombenbauanleitung war für tyrannische Mutter gedacht

Bei der Durchsuchung ist laut Staatsanwaltschaft auch eine Anleitung zum Bombenbau auf Englisch gefunden worden. Der Angeklagte sagte, diese habe er seit Kindertagen. Weil er eine tyrannische Mutter gehabt habe, hatte er die "Lust die weg zu tun". Er habe diesen Plan aber nie ernsthaft verfolgt. Seine Mutter sei im Altersheim gestorben.

Bislang deutet nach Angaben einer Gerichtssprecherin nichts auf ein politisches oder extremistisches Motiv hin. Für den Prozess sind noch drei weitere Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

Mainz/Ingelheim

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