Bilanz der Wintersportgebiete im Norden von RLP

Skifahren im Westerwald und in der Eifel: So lief es in dieser Saison

Zum Ende der Winterzeit ziehen die Betreiber der Skigebiete im nördlichen Rheinland-Pfalz eine gemischte Bilanz. Die Gemeinde Kaltenborn an der Hohen Acht in der Eifel ist nach eigenen Angaben nicht zufrieden mit der Saison.

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Von Autor/in Sandra Thyssen

Die Gemeinde habe es gerade so mit viel Aufwand geschafft, den Skilift an einem Wochenende mit halbwegs guten Bedingungen zu öffnen, sagte Kaltenborns Ortsbürgermeister Volker Kloss (parteilos) auf SWR-Anfrage. Solange keine größeren Reparaturen anstünden, versuche der Ort den Liftbetrieb auf der Hohen Acht für die kommenden Jahre mit viel privatem Einsatz aufrecht zu erhalten. "Bei der nächsten größeren Investition müssen wir wohl leider das Ganze ordentlich neu überdenken", sagte Kloss.

Er sehe für die Zukunft für einen reinen Winterbetrieb wenig Hoffnung. Die Gemeinde versuche aktuell den Skilift auch für den Sommerbetrieb nutzen zu können.

Kein Kunstschnee in Höhn-Schönberg

Die Skilifte im Höhner Ortsteil Schönberg im Westerwald waren in dieser Saison aufgrund der Wetterbedingungen gar nicht geöffnet. Franziska Striedter aus dem Vorstand des Skiclubs Höhn sagte, Kunstschnee sei keine Option. "Aus ökologischen Gesichtspunkten lehnen wir bewusst eine Beschneiung ab." Der Club habe nicht die finanziellen Mittel und geologischen Voraussetzungen dafür.

Was die Zukunft bringe, könne der Skiclub aus dem Westerwald nicht zu 100 Prozent sagen. In der Vergangenheit sei es immer wieder zu guten und schlechten Jahren gekommen. Die Tendenz gehe leider in Richtung weniger Schnee. Das Team will nach eigenen Angaben aber alles versuchen, um den Mitgliedern und Skifreunden schöne Stunden auf der Piste zu ermöglichen.

Auch in Kirburg im Westerwald gab es nach Auskunft der Betreiber keine Wintersportsaison. Die Skilifte hätten nicht geöffnet werden können, weil kaum bis gar kein Schnee vorhanden war. Der Skiclub sei trotzdem optimistisch für die nächsten Jahre, sagte der 2. Vorsitzende Andreas Müller.

20 Tage Skilift-Betrieb am Schorrberg in Bad Marienberg

Zufrieden mit der Skisaison sind dagegen die Betreiber des Skigebiets am Schorrberg in Bad Marienberg. Die Lifte sind nach Auskunft des Skiclubs Bad Marienberg-Unnau an 20 Tagen geöffnet gewesen. Es habe wieder eine besonders hohe Nachfrage nach der Skischule im Kleinkindbereich gegeben. "Außerdem konnten wir zwei Rennen durchführen, was neben den Teilnehmern auch immer viele Besucher anlockt", sagte Geschäftsführerin Sarah Seiler.

Schneekanone sorgt für weiße Piste in Bad Marienberg
Bei schwachem Winter sorgen Schneekanonen für weiße Pisten am Schorrberg in Bad Marienberg. Thomas Frey

Der Klimawandel bereite dem Club noch keine Sorgen, teilte Seiler mit. Zwar stelle man sich prognostisch auf mildere Winter ein, die Mitglieder seien aber dabei die Beschneiungsanlagen so zu modifizieren, dass in Bad Marienberg kürzere Frostperioden ausreichen, um Kunstschnee für beide Hänge herzustellen. Der Skibetrieb laufe aber nur dank des Einsatzes vieler freiwilliger Helfer so gut, so Seiler.

Salzburger Kopf: Wintersportverein blickt entspannt in die Zukunft

Der Wintersportverein Salzburger Kopf bei Stein-Neukirch im Westerwaldkreis hätte sich zwar etwas mehr Schnee gewünscht, blickt aber sonst auch positiv auf die Saison. Markus Jung, 1. Vorsitzender des Vereins WSV Salzburger Kopf, sagte auf SWR-Anfrage: "Dieses Jahr können wir auf sieben Tage zurückblicken. Im Durchschnitt haben wir pro Saison etwa 14 Tage +/- sieben Tage. Also liegen wir damit gut im Schnitt."

Der Verein sehe die Lage relativ entspannt. "Wir können in unserer 55-jährigen Geschichte auf starke und schwache Winter zurückblicken und haben immer versucht, das Beste für Mitglieder und Besucher rauszuholen."

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