In Deutschland rollt die nächste Hitzewelle an. Bis zu 40 Grad, Tropennächte und seit Wochen kaum Regen. Die Böden sind ausgedörrt, Rasenflächen verbrannt, erste Bäume gehen bereits in den "Notmodus". Gärten und Parks geraten damit immer stärker unter Druck und die Verantwortlichen müssen entscheiden, wo sie noch Wasser einsetzen können und wo nicht.
Japanischer Garten: Bewässerung am Limit
Im Japanischen Garten Kaiserslautern ist Trockenheit das zentrale Problem. "Das größte Problem mit der aktuellen Hitze für die Pflanzen im Japanischen Garten ist die Trockenheit", sagt Thorsten Barthelmie. Die Bewässerungsanlage stößt an ihre Grenzen, morgens und abends müsse "extrem viel gegossen" werden.
Gießen in der Mittagssonne ist tabu, Wassertröpfchen können "wie ein Brennglas" wirken und Blätter verbrennen, zudem verdunstet das Wasser schnell, bevor es die Wurzeln erreicht. Besonders leiden zarte Elfenblumen, Rhododendren und der Bambus, der sich als Selbstschutz zusammenzieht. Kurzfristig bleibt nur intensives Wässern: Dauerhaft ist klar, dass Pflanzen mit dünnen Blättern und flachen Wurzeln es künftig schwerer haben werden.
Gartenschau Kaiserslautern: Rasen wird zur Reservefläche
In der Gartenschau Kaiserslautern leidet vor allem der Rasen. "Die Rasenflächen leiden tatsächlich mehr", sagt Parkleiterin Christine Schweigert. Im Eingangs- und Parkplatzbereich wird der Rasen "schon seit Wochen nicht mehr" bewässert, dort ist er praktisch verschwunden. Braune Flächen gelten inzwischen als akzeptierter Normalzustand.
Die Gartenschau stellt ihre Pflege um, um die Vegetation widerstandsfähiger zu machen: Der Rasen wird seltener und nicht mehr so kurz gemäht, die Beete häufiger oberflächlich gelockert, um Verdunstung zu reduzieren. Bei neuen Pflanzen wird bewusst sparsam gegossen: Direkt nach dem Setzen dürfen sie auch mal trockenstehen, damit die Wurzeln tiefer wachsen und mehr Reserven im Boden erschließen. "Wir gießen so viel wie nötig, aber auch so wenig wie möglich", sagt Schweigert und nimmt in Kauf, dass einzelne Pflanzen und Rasenflächen die Hitze nicht überstehen.
Rosengarten Zweibrücken: Jungbäume im Fokus, Klimabäume für die Zukunft
Im Rosengarten Zweibrücken und den städtischen Grünanlagen zeigt sich die Belastung besonders deutlich. "Rasen und Wiesen sind verdorrt", berichtet Petra Alms vom Umwelt- und Servicebetrieb. Krautige Pflanzen welken, Gehölze werfen Laub ab oder gehen bereits in ein Herbststadium über, ein Versuch, die eigene Verdunstung zu senken, weil im Boden kaum noch Wasser vorhanden ist.
Beim Gießen konzentriert sich die Stadt auf Jungbäume, also Pflanzungen der letzten ein bis drei Jahre auch im Umfeld des Rosengartens. Rund 120 Bäume im innerstädtischen Bereich und in Grünanlagen sowie etwa 150 auf Friedhöfen werden gezielt versorgt. "Wir können nicht alle Baumbestände oder Einzelbäume gießen", sagt Alms. Ältere Bäume müssen auf ihre natürlichen Reserven zurückgreifen – einige, etwa Birken, schaffen es nicht und sterben ab.
Um die Stadt und ihre Parks langfristig robuster zu machen, setzt Zweibrücken zunehmend auf sogenannte Zukunfts- oder Klimabäume, also Arten aus Regionen mit mehr Hitze und Trockenheit. Bei Neu- oder Umgestaltungen werden größere Baumscheiben geöffnet und versickerungsfähige Beläge geplant, damit Regenwasser im Boden bleibt und die Wurzeln erreicht – eine Art Vorsorge, damit die Bäume künftig besser aus eigenen Reserven durch längere Trockenphasen kommen.