An der gesperrten Bahnstrecke zwischen Bad Dürkheim und Deidesheim sind die ersten Arbeiten für die Sanierung voll im Gange. Dachse hatten ihre Wohnhöhlen in den Bahndamm gebaut und gefährden damit die Sicherheit. Seit Mitte März fährt kein Zug mehr auf der wichtigen Verbindung in den Süden nach Neustadt.
Deutsche Bahn will Bahndamm mit neuer Methode stabilisieren
Deswegen hat sich am Bahndamm bei Forst an der Weinstraße ein Bereich Richtung Bundesstraße 271 inzwischen in eine große Baustelle verwandelt. Auf dem Damm sind Bagger im Einsatz: Sie entfernen Bahngleise, Schwellen und Schotter. Zum Hinauffahren wurden Rampen gebaut.
Das Material wird unten neben den Weinbergen abgelagert und soll laut Bahn teilweise wiederverwendet werden. Die Dammkrone wird außerdem auch nach Kampfmittelresten aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht, bevor die ganz großen Arbeiten in ein paar Wochen losgehen.
Laut Bahn kommt im August auf dem 2,5 Kilometer langen Abschnitt ein Spezialbagger zum Einsatz, der Schneisen in den Damm schneidet, die mit Geröll und Beton verfüllt werden. Das soll verhindern, dass sich die Dachse wieder ansiedeln.
Wildkameras an den Eingängen zu den Dachshöhlen
Ein Teil der Eingänge zu den Dachshöhlen wurde durch Steine und Äste blockiert. Vor noch offenen Zugängen sind Wildkameras installiert, um festzustellen, ob dort noch Dachse unterwegs sind.
Frische Spuren von Tieren sind nicht zu sehen. Die Dachse scheinen den Bahndamm schon verlassen zu haben. Wahrscheinlich wurden sie schon durch den Lärm und die Erschütterungen der Baumaschinen verjagt. Die Sanierungsarbeiten sollen bis Mitte Dezember dauern.
Bahn wollte auch noch zweite Strecke sperren
Beim größten Weinfest der Welt ab dem 12. September in Bad Dürkheim müssen die Besucher bei der An- und Abreise wegen der Bauarbeiten mit starken Behinderungen und Umwegen rechnen. Nach heftigen Protesten des Bad Dürkheimer Landrates Ihlenfeld hat die Bahn jetzt eine weitere Baustellen während des Wurstmarkts erstmal gestoppt. Das hat der zuständige Zweckverband mitgeteilt.
Ursprünglich sollte auch noch die Strecke im Norden zwischen Freinsheim und Grünstadt gesperrt werden, um an Gleisen und Weichen zu arbeiten. Die Stadt Bad Dürkheim hatte ebenfalls protestiert, weil sie eine Überlastung der Parkplätze und ein Verkehrschaos rund um den Wurstmarkt befürchtete. Das ganz große Wurstmarkt-Chaos bleibt nun wohl aus.