Firma will Lithium, Strom und Wärme aus der Tiefe holen

Landau: Baustart für Anlage zur Gewinnung von Lithium

In Landau gab's am Freitag den symbolischen ersten Spatenstich für ein milliardenschweres Projekt. Die Firma Vulcan Energy will verstärkt den Rohstoff Lithium, Strom und Wärme gewinnen.

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Von Autor/in Ulrike Brandt

Auf einer Ackerfläche im Südosten der Stadt soll in den nächsten zweieinhalb Jahren eine "kombinierte Geothermie- und Lithiumextraktionsanlage" mit mehreren technischen Gebäuden gebaut werden.

Dort will die australisch-deutsche Firma Vulcan Energy aus dem heißen Wasser, das im Untergrund fließt, Lithiumchlorid herausholen und Strom und Wärme auskoppeln.

Eine Mitarbeiterin hält in einem Labor eine Glasschale mit Lithiumchlorid in den Händen.
Eine Glasschale mit Lithiumchlorid. picture alliance/dpa | Uwe Anspach

Bisher betreibt die Firma die beiden Geothermiewerke in Landau und Insheim (Kreis Südliche Weinstraße). Und gewinnt kleine Mengen an Lithiumchlorid. Doch für ihr Großprojekt braucht die Firma viel mehr heißes Wasser.

Deswegen soll an fünf weiteren Standorten in der Südpfalz nach heißem Wasser gebohrt werden – das geht mehr als 3.000 Meter tief in die Erde rein. Das Wasser soll dann über Pipelines nach Landau in die neue Anlage gebracht werden.

Lithium: Der Stoff der Mobilitätswende

Es geht also erstens ums Lithium, dem Stoff der Mobilitätswende. Der Stoff, aus dem zum Beispiel Akkus für Elektro-Fahrzeuge hergestellt werden.

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben soviel herstellen wie in eine halbe Million E-Auto-Batterien reinpasst. Für das Lithium gibt es auch schon potentielle Abnehmer, zum Beispiel die Autobauer Volkswagen, Stellantis und Renault.

Horst Kreuter, Mit-Gründer von Vulcan, denkt noch größer: "Das Projekt in Landau ist das erste Projekt einer Reihe von Projekten. Wir werden fünf, sechs, sieben weitere im Oberrheingraben durchführen." Damit könne das Unternehmen mehr als 40 Prozent des Bedarfs von Lithium in Europa erfüllen, prophezeit Kreuter, der beim symbolischen ersten Spatenstich in Landau dabei war.

Auf diesem Acker im Südosten von Landau soll die Anlage bis Mittw 2028 gebaut werden.
Auf diesem Acker im Südosten von Landau soll die Anlage bis Mitte 2028 gebaut werden.

Die Automobilindustrie schaut gespannt auf die Südpfalz. Und auch die Bundesregierung und die EU-Kommission zeigen großes Interesse an dem Projekt. Die Politik will, dass Lithium und andere kritische Rohstoffe verstärkt in Deutschland und Europa gefördert werden. Um die starken Abhängigkeiten vor allem von China zu reduzieren.

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Deswegen gibt’s auch viel Geld für das Projekt in Landau. Die Europäische Investitionsbank investiert zum Beispiel 250 Millionen Euro. Aus dem neuen Rohstofffonds der Bundesregierung kommen 150 Millionen.

Fördermittel auch aus Hessen und Rheinland-Pfalz

Weitere Millionen kommen auch aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Staatssekretärin Petra Dick-Walther (FDP) aus dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium sagte vor Ort: "Wir brauchen als Politik auch mal das Vertrauen in den Unternehmer. Innovationen passieren, indem sie sich entwickeln."

Das Land nehme die Mittel in die Hand und garantiere damit, dass das Unternehmen zukunftssicher agieren könne. Insgesamt hat Vulcan nach eigenen Angaben 2,2 Milliarden Euro auf Eigen- und Fremdkapital für das Projekt zusammenbekommen. Die Anlage soll Mitte 2028 fertig sein.

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Ulrike Brandt
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