Erster Gang ins große Außengehege

Landau: Die neue Tigerin im Zoo darf endlich raus

Seit Wochen wohnt im Zoo Landau eine neue sibirische Tigerin. Sehen durfte sie bislang aber kaum jemand - denn sie musste sich erstmal eingewöhnen. Am Mittwoch wurde dann die Tür erstmals geöffnet und die große Frage war: Kommt sie raus oder nicht?

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Von Autor/in Thilo Eickhoff

Viel los war am Vormittag rund um das Tiger-Gehege in Landau nicht: Es waren deutlich mehr Medienvertreter als Besucher gekommen. Warum man den Termin am Mittwochvormittag angesetzt habe, fragt ein Reporter, denn da sei ja nicht viel los. "Genau deswegen", kommt die Antwort von Zoodirektor Jens-Ove Heckel: Das Tier habe noch nicht viel Kontakt zu Menschen gehabt, und es sei gut, wenn es sich langsam daran gewöhnen könne.

Kommt die Tigerin raus?

Heckel ist zu dem Zeitpunkt ohnehin nicht sicher, ob es überhaupt was zu sehen geben wird: "Wir haben sie bislang als eher zurückhaltendes Tier wahrgenommen. Ich denke, sie wird auf jeden Fall länger auf sich warten lassen. Aber wilde Tiere sind ja immer für eine Überraschung gut…"

Darias erster Auftritt im Landauer Zoo

Für Tigerdame Daria gilt das auf jeden Fall, wie sich in den nächsten Minuten zeigen wird. Zunächst verlässt der Pfleger das Gehege, Zoodirektor Heckel scherzt: „Sie reinzulassen, während er noch drin ist, wäre dann doch etwas zu spektakulär." Dann ist lautes Knurren zu hören, die Tür geht auf und: Daria kommt raus, sofort und ohne zu zögern.

Die Tiger-Dame Daria lebt seit einigen Wochen im Landauer Zoo.
Alles wird beim ersten Gang durchs neue Revier genau inspiziert: Daria, die neue Tigerdame im Landauer Zoo.

Nicht ein Mucks ist zu hören von den Journalisten, den Kameraleuten, den Tontechnikern und den Zoomitarbeitern, die sich inzwischen auch dazugesellt haben. Vielleicht, weil niemand Daria stören oder verschrecken will. Vielleicht aber auch einfach, weil sie so ein wunderschönes und imposantes Tier ist.

Zoodirektor Jens-Ove Heckel ist zufrieden

Daria sind die Menschen bemerkenswert egal. Der Blick geht kurz hoch, zur Holzbrücke, wo sie schweigend stehen, und sie bestaunen. Dann wendet sie sich auch schon wieder den Bäumen und Büschen im Gehege zu. Nach und nach erschließt die Tigerin sich ihr Revier, die siebentausend Quadratmeter bis zur Glasscheibe am Ende des Geheges, wo man ihr dann auf Augenhöhe begegnen kann.

Jens-Ove Heckel, Zoodirektor Landau
Zoodirektor Jens-Ove Heckel am Tigergehege in Landau.

Der Zoo Landau hat eine neue Attraktion

Zoodirektor Jens-Ove Heckel ist zufrieden: "Ein schöner Anblick." Er neigt nicht dazu, die Tiere in seiner Obhut romantisch zu verklären, aber den Satz wiederholt er mehrfach. "Das Allerwichtigste ist, dass wir einen Tiger haben, der sich in seiner neuen Umgebung offenbar wohlfühlt!"

Für ihn und sein Team wird es heute nicht die einzige Herausforderung bleiben, denn: Was nun draußen ist, muss irgendwann auch wieder rein. "Nun hoffen wir, dass sie sich heute Abend auch kooperativ in den Stall zurückrufen lässt."