Ein abgedunkelter Raum mit bequemen hellen Liegen. Achtsamkeits-Therapie. Ein Gong ertönt und eine Therapeutin schickt mehrere junge Patientinnen und Patienten mit ihrer ruhigen Stimme auf eine Reise in ihr Inneres.
Auch die 22-jährige Vanessa ist regelmäßig mit dabei – und die Therapie tut ihr sehr gut, sagt sie: "Weil, wenn ich da sitze und entspanne und zuhöre, da finde ich irgendwie so den innerlichen Seelenfrieden bei mir selber - und das das bringt mich dann immer runter beim Entzug."
Vanessa, dunkle freundliche Augen, eine Camouflage-Kappe auf dem Kopf, helles bauchfreies Oberteil - hat schon seit fast zehn Jahren mit Drogen zu tun. Mit 13 hat sie angefangen zu rauchen – dann kamen Alkohol, Cannabis und Kokain dazu.
Mit 16 dann unter anderem Amphetamin und Ecstasy. Mit 18 habe sie dann Opiate genommen und Heroin. "Dann habe ich auch angefangen, mir das zu spritzen. Auch Kokain habe ich mir dann angefangen zu spritzen", erzählt Vanessa dem SWR.
Vanessa: Über "falsche Freunde" zu Drogen gekommen
Und auch, warum sie eigentlich angefangen hat, Drogen zu nehmen: "Die Schule, falsche Freunde - man findet das interessant, dann will man auch dabei sein, cool sein. Ja, und irgendwann wird man süchtig."
Die Station Cleaneck des Pfalzklinikums hat 23 Plätze. Die meisten Patientinnen und Patienten, die hier landen, haben nicht eine, sondern unterschiedliche Drogen genommen - ein lebensgefährlicher Trend, sagt der Leitende Oberarzt Dr. Rüdiger Münzer. Denn es gebe die Gefahr, dass das Atemzentrum durch den Drogenmix gelähmt werde: "Dadurch sterben die meisten der Betroffenen", sagt Dr. Münzer.
So entwickelt sich die rheinland-pfälzische Drogenszene Drogenmissbrauch in RLP: "Irgendwann hab ich mich vor mir selbst geekelt"
Mit 12 der erste Rausch, mit Anfang 20 cannabis- und kokainabhängig: Ein Konsument erzählt. In Rheinland-Pfalz ist er nicht allein, synthetische Drogen sind auf dem Vormarsch.
Experte warnt vor Lebensgefahr durch Drogenmix
Wenn die Süchtigen verschiedene Substanzen konsumieren, "dann ist diese Gefahr umso größer und es ist auch häufig schwer zu dosieren, gerade auch bei den synthetischen Stoffen", so der Drogenexperte aus Klingenmünster.
Ich kann nicht mehr so weitermachen
Die Patienten in der Station Cleaneck sind zwischen 16 bis 65 Jahre alt und sie bleiben im Schnitt zwei Wochen - manche auch bis zu vier Wochen. Die 22-jährige Vanessa ist fest entschlossen, von den Drogen los zukommen – auch wenn der Entzug – gerade in den vergangenen Tagen und Nächten sehr hart war: "Ich habe aber wirklich den Willen, weil ich kann so nicht mehr weitermachen. Es bringt mir nichts. Es wird immer nur noch schlimmer und ohne geht es mir besser."
Vanessa will nach dem Entzug in eine Langzeit-Therapie, um wirklich von den Drogen los zukommen. Ihre größte Motivation: Ihre kleine Tochter.