Der namenlose Neuzugang des Landauer Zoos ist blind, gefleckt, und trinkt Milch aus einer Flasche. Erst am vergangenen Wochenende wurde das Geparden-Jungtier geboren.
Dass Gepardenkatzen nur ein Tier gebären, ist ungewöhnlich. Normalerweise werfen sie drei bis fünf Tierbabys, schreibt die Stadt Landau in einer Pressemitteilung. Weil die Überlebenschancen für ein Einzeltier sehr gering sind, versucht der Zoo nun, das Jungtier mit der Flasche aufzuziehen.
Gepardenmutter vernachlässigt Einzelkind
Die Gründe, warum eine natürliche Aufzucht nur eines Gepardenjungtiers meist nicht gelingt: Der Milchfluss der Mutter ist in einem solchen Fall aufgrund mangelnder Stimulation durch das Saugen mehrerer Jungtiere schnell versiegt, so die Stadt.
Und: Die Mutter vernachlässigt dann ihr Baby. Denn ein vorzeitiger Tod eines Jungtieres sorgt dafür, dass eine Gepardenkatze schneller wieder paarungsbereit ist und sich die Chance für einen größeren Folgewurf erhöht.
Gepardenbaby soll bald der Öffentlichkeit vorgestellt werden
Das Gepardenbaby gehört der hochbedrohten Art der Sudan-Geparden an. Deshalb versucht der Zoo nun, es mit der Flache auszuziehen. Der Zoo habe sich dazu "nach Rücksprache mit den Verantwortlichen der Wildkatzen-Spezialistengruppe des Europäischen Zoo- und Aquarien-Verbandes EAZA" entschlossen, so die Stadt Landau.
In der ersten Woche kümmere sich der Landauer Zoodirektor Jens-Ove Heckel und seine Frau, Tierärztin Judith Heckel, nun persönlich rund um die Uhr um das Baby. Bisher nehme das Tier die Flasche gut an, so die Stadt. Der noch namenlose Sudan-Gepard wird, wenn alles weiter gut verläuft, zu gegebener Zeit der Öffentlichkeit präsentiert.