Prokon-Projektentwickler Manuel Wagner präsentierte in der Verbandsgemeindehalle Meckenheim die Windpark-Pläne vor: Die sieben Windräder an der A65 südöstlich von Meckenheim seien mit rund 266 Meter Höhe die größten im gesamten Südwesten. Mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von 5,9 Meter pro Sekunde sei der Windpark Meckenheim rentabel. Jährlich könnten 102.000 MWh Strom erzeugt werden, das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 40.000 Haushalten, zudem würden die Kommunen am Ertrag beteiligt.
Windräder "so groß wie der Fernmeldeturm Mannheim"?
Zum Windpark-Projekt Meckenheim meldeten sich viele Bürger mit Fragen. Ein Mann aus dem Publikum fragte, ob es bei den Windrädern nicht auch "eine Nummer kleiner" ginge. Die geplanten "Riesendinger" seien so groß wie der "Fernmeldeturm in Mannheim".
Ein anderer Teilnehmer der Infoveranstaltung wollte wissen, ob sich ein solches Projekt im Windschatten des Pfälzer Waldes wirklich rentiert. Im Sommer, wenn viel Solarenergie produziert wird, müssten viele Windräder zum Schutz vor Überlastung der Netze abgeschaltet werden, ergänzte er. Außerdem gebe es immer wieder Berichte über Insolvenzen von Windkraftbetreibern. Nach Angaben des Prokon-Projektentwicklers sollte langfristig auch in Stromspeicher investiert werden.
Fragen zu Landschaftsbild und Lärmbelastung
Eine Frau im Publikum sorgt sich um die Tourismus-Region. Die Pfalz werde oft die "Toskana Deutschlands" bezeichnet, sie selbst gehe gerne Wandern in Deidesheim. Ein Ausblick auf so große Windräder sei ein gewaltiger Eingriff in die Natur, gab die Meckenheimer Bürgerin zu bedenken.
Ein Anwohner aus der Nachbargemeinde Ruppertsberg macht sich Sorgen wegen des Lärms durch Windkraftanlagen. Er wohne in einem Bereich, der mit 40 Dezibel Lärmbelastung rechnen müsse und befürchtet bei gewissen Windverhältnissen noch höhere Werte.
Bürgerinitiative will Projekt verhindern
Offenbar sorgen sich immer mehr Menschen in der Verbandsgemeinde Deidesheim wegen des geplanten Windparks. Im Publikum saß auch einer der Sprecher der neuen Bürgerinitiative "Meckenheim Windradfrei". Kurt Kimmel berichtete, die BI mit rund 85 Mitstreitern sei kürzlich zu ihrer ersten Versammlung zusammen gekommen und wolle das Projekt verhindern.
Verband Rhein-Neckar muss 2026 über Windenergie-Vorranggebiet entscheiden
Laut Windenergieunternehmen Prokon kann die Planung des Windparks frühestens Ende 2026 beginnen. Zunächst müsse der Verband Rhein-Neckar die Fläche als Windenergie-Vorranggebiet ausweisen. In der Fortschreibung des Teilregionalplans Windenergie der Metropolregion sei das Gebiet bereits entsprechend markiert. Sobald das Projekt konkret starten kann, will zudem die vorderpfälzische Bürger-Energiegenossenschaft "bINe" Beteiligungen am Windpark-Projekt anbieten.