Auf der Anklagebank sitzt ein 45-jähriger Mann aus der Südpfalz. Er soll seine Ehefrau mehrfach mit Alkohol und K.o.-Tropfen zunächst ruhig gestellt haben. Dann soll er "sexuelle Handlungen an ihr vorgenommen und sie dabei auch gefilmt" haben. Als er festgenommen wurde, fand die Polizei laut Gericht zudem eine kinderpornografische Bilddatei auf seinem Handy.
Der Angeklagte streitet alles ab
Nach dem ersten Prozesstag steht fest: Der Beschuldigte will diese Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen, im Gegenteil. "Wir stellen uns dem entgegen", lässt er seinen Anwalt noch vor Beginn der Sitzung ausrichten. Er glaube nicht, dass die Beweise der Staatsanwaltschaft zu einer Verurteilung ausreichen. Stand jetzt will er auf Freispruch plädieren.
In der Verhandlung selbst stellt der Angeklagte von Beginn an klar, dass er sich äußern wird; nicht nur über seinen Anwalt, sondern auch in seinen eigenen Worten. Er erzählt auf Nachfrage der Richterin, wie er und seine damalige Frau sich zum ersten Mal getroffen haben, wie sie in die Pfalz gezogen sind und wie zeitweise alles perfekt schien. Dann sei die Ehe langsam zerbrochen, auch an Kinderwünschen, die lange unerfüllt geblieben seien. Außerdem, behauptet er, habe seine Frau psychische Probleme gehabt und häufig zuviel getrunken.
Anwältin versucht Berichterstattung auszubremsen
Über ihre Sicht der Dinge erfahren Prozessbeobachter an diesem Tag nur wenig. Was sie ihm im Detail vorwirft, wie es genau zum Missbrauch gekommen sein soll, bleibt für die Öffentlichkeit im Verborgenen. Ihre Anwältin hatte schon im Vorfeld des Prozesses versucht eine Berichterstattung zu unterbinden, mit Verweis auf die Privatsphäre ihrer Mandantin. Auch in die Befragung des Angeklagten schaltete sie sich immer wieder ein, um, wie sie sagte, die Intimsphäre der Frau zu schützen. Die Richterin stimmte mit ihr nicht immer überein - die Beziehung zu seiner Ex-Frau sei ja auch Teil seiner Geschichte - kam ihr aber insofern entgegen, als dass Journalisten und Publikum mehrfach den Saal verlassen mussten.
Insgesamt ist der Prozess auf elf Verhandlungstage angesetzt. In gut drei Wochen geht es weiter. Dann wird sich der Angeklagte auch zu den konkreten Tatvorwürfen äußern.