Noch sitzt der Schock für die rund 60 Freiwilligen der Feuerwehr Offenbach (Kreis Südliche Weinstraße) tief. Doch schon packen viele von ihnen wieder mit an, um ihre Feuerwehr wieder aufzubauen. Und die Feuerwehr ist auch überwältigt von der Hilfsbereitschaft, die ihnen aus Offenbach, der Südpfalz und auch darüber hinaus entgegengebracht wird.
Kriminalpolizei ermittelt Offenbach an der Queich: Großbrand bei der Feuerwehr verursacht Millionenschaden
Nach dem Großbrand bei der Feuerwehr in Offenbach an der Queich (Landkreis Südliche Weinstraße) ermittelt nun die Kripo. Bei dem Feuer war ein Millionenschaden entstanden, mehrere Feuerwehrfahrzeuge verbrannten.
Feuerwehr Offenbach: Leihfahrzeuge sichern Einsatzfähigkeit
Da sind zum einem die kommunalen Feuerwehren in der Südpfalz: Der Landkreis Germersheim und die Verbandsgemeinde Herxheim wollen den Offenbachern nun eigene Löschwagen und andere Fahrzeuge leihen.
Und auch das Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz hat ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Dazu muss man wissen, dass für einen einsatzfähigen Löschzug mindesten drei Feuerwehrfahrzeuge benötigt werden, so der Wehrleiter der Offenbacher Feuerwehr Oliver Simon.
Offenbacher Feuerwehr: Im Schlafanzug und in Jogginghosen im Einsatz
Da sind vor allem auch die Offenbacher Feuerwehrleute selbst, die jetzt in ihrer Freizeit mitanpacken. Sie räumen gerade eine kleinere Halle mit Geräten aus, die von dem Feuer in der Nacht auf Montag, den 28.9., verschont geblieben ist. Auch dank ihres Einsatzes.
Denn sie waren nach dem Sirenenalarm als erste vor Ort, hatten versucht zu retten, was noch zu retten ist. Beispielsweise hatten sie Fahrzeuge aus einer angrenzenden Halle herausgefahren, um dann ohne Ausrüstung mit den Löscharbeiten zu beginnen.
Feuerwehrleute nach Schock schon wieder am Start
"Es ist, als ob man sein zweites Zuhause, sein zweites Wohnzimmer verloren hat", beschreiben Steven Haas und Matthias Becker ihre Gefühle bei dem Einsatz in der Brandnacht. Haas ist schon seit 25 Jahren bei der Offenbacher Feuerwehr, sein Kamerad Becker fast genauso lange.
Beide waren am Dienstag schon wieder am Start. Sie räumten eine kleinere Gerätehalle leer, die auch Dank ihres Einsatzes und der Hilfe der umliegenden Feuerwehren von dem Feuer verschont geblieben ist. Dort wird nun Platz für die Leihfahrzeuge geschaffen. Und sie waren bei Weitem nicht allein.
Viele andere der 60 Feuerwehrleute packen mit an, darunter auch Feuerwehrfau Sarah Kern. Sie kam direkt nach ihrer Frühschicht, um beim "Umzug" mitzuhelfen. Und auch sie sagt; dass der Einsatz in der Brandnacht war echt heftig war: "Man steht noch ein bisschen unter Schock. Man versucht halt weiterzumachen, aber man denkt immer noch an die Nacht von Sonntag auf Montag."
Welle der Hilfsbereitschaft für Feuerwehr in Offenbach
Seit dem Brand gibt es täglich viele Hilfsangebote, auch über die sozialen Medien, erzählt Feuermann Steven Haas. Viele Vereine aus Offenbach, aber auch Privatpersonen wollten helfen, mitanpacken oder Spenden sammeln, sagt Haas: "Wir werden nicht allein gelassen im Ort. Auch von der Dorfgemeinschaft oder von Privatleuten, überall kriegen wir Hilfe angeboten. Das ist schön, dass wir so einen Stand im Ort haben."
Eine der vielen, die helfen wollen ist Nadine Charleen Durmaz, Inhaberin eines Friseursalons in Offenbach. Sie und ihr Team bieten am 11. November kostenlose Haarschnitte - gegen eine Spende für die Feuerwehr. Die Friseurin will beim Wiederaufbau helfen und sagt: "Die Feuerwehr ist auch immer für uns da. Und ich glaube, wir müssen da alle jetzt so ein bissel füreinander zusammenstehen. Ich glaube, jeder Cent zählt da."
Abgebrannte Fahrzeughalle einsturzgefährdet
Die niedergebrannte Fahrzeughalle ist aktuell einsturzgefährdet. Sie konnte deshalb auch noch nicht von einem Brandermittler der Kripo betreten werden, um zu untersuchen, was das Feuer ausgelöst hat.
Es deutet aber Vieles daraufhin, dass es in oder an einem der Feuerwehrautos ausgebrochen ist - eines der Fahrzeuge soll besonders zusammengeschmolzen sein. Bei einem Vorort-Termin mit Staatssekretär Dirk Heber (CDU) vom Innenministerium wurde am Dienstag angedeutet, dass die Brandursache ein technischer Defekt gewesen sein könnte.