Ob durch ein defektes Erdkabel, ein ausgebranntes Stromkabel an einer Umspannstation oder durch einen betrunkenen Autofahrer, der gegen einen Strommast gefahren ist - in der Pfalz kam es im vergangenen Jahr zu zahlreichen Stromausfällen.
Unfall mit 1,3 Promille Neustadt: Mann fährt gegen Strommast - K9 wieder befahrbar
Ein 25-Jähriger ist am Wochenende in Neustadt betrunken gegen einen Strommast gefahren. Wegen des abgeknickten Masts wurde die Kreisstraße 9 bis Montagmittag gesperrt. Jetzt ist die Strecke wieder freigegeben.
"Typische Ursachen in unserem ländlich geprägten Netzgebiet sind Wetterereignisse, Baggerarbeiten oder technische Defekte", sagt Susanne Münch, Sprecherin des Energieversorgers Pfalzwerke. Sabotageakte wie in Berlin seien Ausnahmeereignisse.
Pfalz: 200 Unterbrechungen bei den Pfalzwerken im vergangenen Jahr
Im Jahr 2025 gab es im rund 6.000 Quadratkilometer großen Netzgebiet der Pfalzwerke etwa 200 Versorgungsunterbrechungen. Der größte Vorfall betraf rund 30 Gemeinden. Nach zehn Minuten waren die meisten Haushalte wieder mit Strom versorgt.
Störung inzwischen behoben Etwa 15.000 Menschen waren in Grünstadt ohne Strom
Am Samstagmorgen waren tausende Haushalte in Grünstadt ohne Strom. Inzwischen konnten die Stadtwerke die Versorgung wieder herstellen.
Im Versorgungsbereich Ludwigshafen gab es im Jahr 2025 insgesamt 23 Mittelspannungsstörungen, teilt der Netzbetreiber TWL mit. Von der größten Störung im Jahr 2025 waren im Juni 4.500 Haushalte betroffen, der Strom fiel bis zu zwei Stunden aus.
Wie ist die Pfalz auf ein Blackout vorbereitet?
Ausmaße wie in Berlin hatten die Störungen in der Pfalz bislang nicht. Dort waren bis Mittwochmittag Tausende Menschen fünf Tage lang ohne Strom. Wie sind die Kommunen in der Vorder- und Südpfalz auf ein solches Szenario vorbereitet?
Mehr als 10.000 Menschen betroffen Mehrere Kommunen in der Pfalz stundenlang ohne Strom
In mehreren Kommunen hat es am Sonntagabend stundenlange Stromausfälle gegeben. Mehr als 10.000 Menschen mussten ohne Strom auskommen.
Im Kreis Südliche Weinstraße gibt es bislang keinen Einsatzplan für einen großflächigen Stromausfall. Denn: Die Kreisverwaltung konnte niemanden finden, der sich darum kümmert. Erst jetzt, zum neuen Jahr, wurde eine lange ausgeschrieben Stelle für die Alarm- und Einsatzplanung besetzt, so der Kreis.
Ein kreisweiter Einsatzplan müsse mit den Verbandsgemeinden und Hilfsorganisationen abgestimmt werden, die neue Kollegin soll sich nun intensiv darum kümmern. "Auch wenn es derzeit noch keinen Einsatzplan gibt, sind wir natürlich nicht unvorbereitet – unter anderem haben sich die Führungskräfte der Kreisverwaltung im vergangenen Sommer im Rahmen eines Workshops mit dieser Thematik auseinandergesetzt", sagt eine Sprecherin.
Krisenvorsorge in Rheinland-Pfalz Stromausfall: So ist RLP auf einen Blackout vorbereitet
Ein Stromausfall wie in Berlin: Könnte Rheinland-Pfalz damit umgehen? Eine Kommune im Kreis Neuwied sieht sich mit einem Notfallplan gut gerüstet.
Germersheim: Gemeinden planen Einsätze
Auch der Kreis Germersheim hat keinen einheitlichen Einsatzplan. Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises teilte dem SWR mit, dass die einzelnen Gemeinden örtliche Planungen gemacht haben - diese gelte es noch, im Kreis zu verbinden.
Vorsorge für den Stromausfall Wenn es zum Blackout kommt: Experte aus der Eifel gibt Tipps
Einen Stromausfall kann es zu jeder Zeit geben. Deshalb ist es wichtig, vorbereitet zu sein. Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Eifelkreises sieht alle in der Pflicht.
Frankenthal: Notstromaggregate für kritische Infrastruktur
Die Stadt Frankenthal hat Ende 2024 mehrere Notstromaggregate bestellt, so die Stadt. "In erster Linie sind diese für Gebäude der kritischen Infrastruktur gedacht", sagt ein Sprecherin.
Im Krisenfall besetzt der Brand- und Katastrophenschutz Notfallmeldestellen in der Stadt und in Ortsteilen, bei denen sich Bürger sammeln können. Eine Notfallbroschüre wurde vor zwei Jahren an Bürger Frankenthals verteilt, so die Sprecherin.
Landau: Wärmeinseln für den Notfall
Die Stadt Landau teilt dem SWR mit, dass das Stromnetz dort sehr zuverlässig sei und rund um die Uhr überwacht werde. Für den Fall der Fälle gebe es 15 Anlaufstellen, in denen Bürger Notrufe absetzen könnten und Infos zur Lage erhielten.
Außerdem hat Landau neun sogenannte Wärmeinseln, so die Stadt: Das sind Turnhallen und Schulen, die der Brand- und Katastrophenschutz auch bei einem Stromausfall noch beheizen kann. So sind zum Beispiel das Otto-Hahn-Gymnasium und die Turnhalle Dammheim als Wärmeinsel im Notfallplan der Stadt ausgewiesen.