Projekt Wanderwegenetz verzögert sich

Wandern im Pfälzerwald: Bald weniger Routen und übersichtlichere Schilder?

Das Wanderwegenetz soll eigentlich das Wandern im Pfälzerwald übersichtlicher machen. Doch das Projekt gegen den Schilderwald verzögert sich erneut.

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Stand

Von Autor/in Birgit Baltes

Eigentlich sollte das neue Wanderwegekonzept für das Biosphärenreservat Pfälzerwald schon Ende 2023 fertig sein. So hatte es der damalige Vorsitzende des Bezirksverbands Pfalz, Theo Wieder (CDU), Anfang 2022 hoffnungsfroh angekündigt.

Wanderwege im Pfälzerwald digitalisiert

Aber nun, nach mehr als drei Jahren ist das neue Netz an Wanderwegen noch immer nicht umgesetzt. Das sieht vor: Die bisherigen 3.500 Kilometer langen Wanderwege des Pfälzerwald-Vereins auf weniger als 2.000 Kilometer abzuspecken und einheitlich zu beschildern.

Passiert sei aber trotzdem einiges, findet sowohl der Verein UNESCO Biosphärenreservat-Pfälzerwald-Nordvogesen als auch der Pfälzerwald-Verein. Wanderwege auf einer Länge von rund 3.500 Kilometern seien bereits digitalisiert.

Schilder und Markierungen für Wanderwege im Pfälzerwald. Mit dem neuen Wegenetz soll das übersichtlicher werden.
Schilder und Markierungen für Wanderwege im Pfälzerwald im Kreis Südliche Weinstraße. Mit dem neuen Wegenetz soll das übersichtlicher werden.

Überzeugungsarbeit für neue Pfälzerwald-Wanderwege in den Kommunen

Was das Ganze offenbar schwierig macht, ist die Finanzierung. Das neue Wanderwegenetz kostet rund zwei Millionen Euro. Das zuständige FDP-geführte Landwirtschaftsministerium hat zwar zugesagt, 1,5 Millionen Euro dazu zu geben. Aber nur unter der Bedingung, dass die Wanderwege auch 15 Jahre lang gepflegt werden und das Wanderleitsystem sowie die Zertifizierung von Teilabschnitten als "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" gesichert sind. Damit zeichnet der Deutsche Wanderverband ausgezeichnete Wanderwege aus.

Die 25 Verbandsgemeinden und Städte sollen also die Pflege der Wege übernehmen und sich zudem an den 500.000 Euro für die Beschilderung beteiligen.

Damit haben sich offensichtlich einige Kommunen schwer getan. Der Vorsitzende des Pfälzerwald-Vereins Martin Brandl drückt es so aus: Man habe alle Kommunen mitnehmen und überzeugen wollen. Das habe seine Zeit gedauert - mehrere Arbeitskreise und Tagungen. Zuletzt habe man sich Mitte März getroffen.

Bis Herbst Zeit über Wanderwegenetz abzustimmen

Die Entscheidung, das neue, abgespeckte Netz an Wanderwegen umzusetzen, liegt jetzt bei den Kommunen. Alle Stadt- und Gemeinderäte müssen bis zum Herbst darüber abstimmen. Nur wenn alle 25 zustimmen, könnten die Gelder auch beim Land beantragt werden. Die Verantwortlichen sind aber zuversichtlich, dass das geschehen wird.

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Ziel: Pfälzerwald künftig auf Augenhöhe mit Schwarzwald

Stimmen alle zu, dann soll das neue Wegenetz ab dem nächsten Jahr umgesetzt werden und bis 2028 abgeschlossen sein. Am deutlichsten werden das Wanderer wohl daran erkennen, dass neue Schilder aufgestellt werden und alte verschwinden. Der oft beklagte Schilderwald würde einer einheitlichen Beschilderung und Vermarktung weichen. Das ergäbe einen großen Mehrwert für alle Kommunen, so Brandl: "Wir werden da auf Augenhöhe mit dem Schwarzwald kommen."

Schäden auf Wanderwegen per App melden

Alle regionalen Themen- und Rundwanderwege bleiben aber erhalten, betont der Vorsitzende des Pfälzerwald-Vereins Martin Brandl und stellt weiter klar: Die Ehrenamtlichen des Pfälzerwald-Vereins würden die Wanderwege auch künftig ablaufen und Schäden melden – allerdings dann digital per neuer App.

Das Biosphärenreservats Pfälzerwald erklärte außerdem, ein weiterer Vorteil für die beteiligten Vereine und Behörden sei, dass es künftig klarer sei, wer für welchen Wanderweg zuständig ist, ihn pflegt und dafür anteilig bezahlt oder eben ehrenamtlich Arbeit leistet, wie die vielen Freiwilligen im Pfälzerwald-Verein.

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