Vor etwa zwei Wochen war bekannt geworden, dass in drei Räumen im Schulzentrum gesundheitsschädliche Stoffe gemessen worden sind. Die Stoffe, sogenannte PCB, stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. PCB ist die Abkürzung für "Polychlorierte Biphenyle". Das sind Öle, die bis Ende der 70er Jahre fürs Bauen von Gebäuden verwendet wurden und giftige Dämpfe ausdünsten können.
Schulzentrum Herxheim: Mehr als die Hälfte der Unterrichtsräume gesperrt
Als die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße davon erfuhr, wurden nach eigener Aussage direkt 43 Räume vorsorglich gesperrt. Dennoch, so vermeldet ein Sprecher jetzt, konnte das Schuljahr mit Schulfest, Projektwoche, und Klassenfrühstück am Freitag weitestgehend normal abgeschlossen werden. Lediglich an einem Tag habe der Unterricht ausfallen müssen. Aber: Davon, dass die Räume in den Sommerferien schnell saniert werden, und dass das Ganze im neuen Schuljahr dann durch ist, ist keine Rede mehr.
Kreis Südliche Weinstraße: Abwarten auf Schadstoffmessungen
Weil die Schadstoffmessungen über einen bestimmten Zeitraum vorgenommen werden müssen, werden die sechs Wochen Ferien nicht reichen. "Der derzeitige Stand ist folglich, dass nach den Ferien alle relevanten Messergebnisse vorliegen und dann auch bekannt ist, welche Räume in welchem Umfang Schadstoff saniert werden müssen", schreibt der Kreis in einer Pressemitteilung.
Der Kreisausschuss der Südlichen Weinstraße hat am Montag bei seiner Sitzung beschlossen, dass die Verwaltung alles unternehmen will, damit der Schulbetrieb nach den Sommerferien stattfinden kann. Das heißt konkret: nach den Ferien könnte es Unterricht auch in Containern geben.
Betroffen seien drei Räume im Mittelbau. Die weiteren Gebäudeteile neben Mittelbau und Ost-Anbau seien aufgrund ihrer Baujahre nicht betroffen, da kein PCB dort verbaut wurde.
Wie hoch war die PCB-Belastung für Schüler und Lehrer?
Wie die Kreisverwaltung auf ihrer Informationshomepage mitteilte, könne im Nachhinein keine verlässliche Aussage darüber getroffen werden, die hoch die Belastung für Schüler und Lehrkräfte in der Vergangenheit war.
Trotz eines PCB-Verbots im Jahr 1989 könne der Stoff in der Umwelt noch immer nachgewiesen werden und zum Beispiel auch über Lebensmittel aufgenommen werden. Im Alltag seien Menschen PCB vielerorts ausgesetzt, schreibt die Kreisverwaltung.