Nach Terrorattacken auf Stadtfeste und Weihnachtsmärkte werden aufwendige Schutzsysteme für die Sicherheit der Besucher benötigt. Neustadt, Deidesheim, Haßloch und Frankenthal wollen jetzt gemeinsam Sperranlagen kaufen. Sie sparen durch diese Zusammenarbeit viel Geld.
Innenministerium zahlt satten Zuschuss
Das rheinland-pfälzische Innenministerium findet die Kooperation gut. Es gibt deshalb 370.000 Euro Zuschuss. Da die 58 Sperrelemente insgesamt 450.000 Euro kosten, müssen Neustadt, Deidesheim, Haßloch und Frankenthal jeweils nur noch 20.000 Euro zahlen. Gelagert werden die Sperren in Neustadt.
Und wenn alle Städte gleichzeitig feiern?
Was aber passiert, wenn die vier Kommunen gleichzeitig Veranstaltungen haben, zum Beispiel Weihnachtsmärkte? Dann müssen die Sperren gerecht verteilt werden. Jeder Kommune stehen rechnerisch nur 14 Elemente zur Verfügung.
Die Stadt Frankenthal kauft für diesen Fall eigene Sperren, die einen etwas niedrigeren Schutzstandard haben und deshalb billiger sind. Die würden 100.000 Euro kosten, schreibt Oberbürgermeister Nicolas Mayer (FWG) in einer Vorlage für den Stadtrat. Sie sollen an unproblematischen Zufahrten montiert werden, also in Nebenstraßen.
Frankenthal: Kaufen ist viel günstiger als mieten
Insgesamt hätte Frankenthal Kosten von insgesamt 120.000 Euro, nämlich 20.000 Euro für die 58 gemeinsamen Elemente mit Neustadt, Deidesheim und Haßloch und 100.000 Euro für das eigene Schutzsystem.
Diese Kosten haben sich binnen zwei Jahren amortisiert, sagt Oberbürgermeister Meyer. Denn bisher muss Frankenthal Sperrelemente und Poller mieten. Das kostet allein für das Strohhutfest jährlich 60.000 Euro.
Rheinland-Pfalz-Tag als gelungenes Beispiel
Die Idee für die Schutzelemente-Kooperation hatte die Landesregierung. Beim Rheinland-Pfalz-Tag im Mai in Neustadt waren LKW-Sperren aufgebaut, die aus dem ganzen Bundesland ausgeliehen worden waren, unter anderem aus Ludwigshafen und Mainz.
Auch in der Südpfalz soll kooperiert werden
Auch in der Südpfalz denken Kommunen über eine Kooperation nach. Die Stadt Landau hat im Sommer Fahrzeugsperren in der Innenstadt installiert für über 500.000 Euro. Damals sagte Bürgermeister Lukas Hartmann (Grüne), dass Ordnungsämter mehrerer Städte und Gemeinden bereits über eine Kooperation sprechen.