Schneller und billiger

Bürger packen bei Burg Stahlberg in Bacharach mit an

Das hat bei denkmalgeschützten Gebäuden Seltenheitswert: Die Burgruine über dem Mittelrheintal ist schneller fertig geworden als geplant. Und das vor allem dank der Anwohner.

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Von Autor/in Sabine Steinbrecher

Am Sonntag wird gefeiert, hoch über Bacharach-Steeg auf Burg Stahlberg - wenn auch nur im kleinen Kreis. Der Burgbesitzer lädt ein, das ist der Rheinische Verein. Zu den Gästen gehören natürlich "Burgvogt" Dieter Stiehl und seine Mitstreiter, die die Sanierungsarbeiten in den letzten Jahren gestemmt haben.

Burg Stahlberg aus dem 12. Jahrhundert ist Ruine

Die Burg ist um 1160 entstanden. Sie liegt malerisch zwischen zwei Seitentälern des Rheins auf einer felsigen Anhöhe oberhalb des Ortsteils Steeg der Stadt Bacharach im Landkreis Mainz-Bingen. Seit 2002 ist Burg Stahlberg Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Doch anders als die Burg Stahleck, die ebenfalls in Bacharach liegt und als Jugendherberge genutzt wird, ist Burg Stahlberg nach wie vor eine Ruine.

Blick von der Burgruine Stahlberg mit den restaurierten Schießscharten im Vordergrund
Schießscharten der Burgruine Stahlberg Dieter Stiehl

Damit die Burgruine nicht weiter verfällt, haben sich Bürgerinnen und Bürger im Stadtteil Steeg zusammengetan. Vor vier Jahren haben sie einen Förderverein gegründet unter der Leitung des ehemaligen Ortsvorstehers Dieter Stiehl.

"Die Steeger sind für uns die Burgleute und Herr Stiehl ist unser Burgvogt.

Der Burgbesitzer, der Rheinische Verein, ist voll des Lobes, wenn es um die Bürgerinnen und Bürger in Steeg geht. Dieter Stiehl trage zu Recht den Titel "Burgvogt", sagt Schatzmeister Rudolf Conrads. Denn er und seine Mitstreiter hätten viel für die Burgruine getan.

Burgruine Stahlberg war im Dornröschen-Schlaf 

Der, der so gelobt wird, schmunzelt: "Wir haben die Stahlberg aus dem Dornröschen-Schlaf erweckt", sagt Dieter Stiehl. Früher sei die Burgruine von Buschwerk verdeckt worden. Aber seit mehr als zehn Jahren gäbe es jetzt das bürgerschaftliche Engagement.

Seitdem hätten mehr Wandersleute die Burg gesehen als je zuvor. Denn 2015 sei die sogenannte Stahlberg-Schleife eröffnet worden, ein gut zwölf Kilometer langer Rundwanderweg.

Buschwerk zurückgeschnitten und Mauerwerk freigelegt

Der harte Kern von engagierten Bürgern seien eigentlich sieben Männer im Ruhestand, sagt Stiehl. Sie seien von ihren Frauen tatkräftig unterstützt worden. Die Männer hätten Büsche zurückgeschnitten und in Absprache mit dem beauftragten Ingenieurbüro, dem Bauunternehmer und der Denkmalbehörde Mauerreste freigelegt.

Burgleute aus Bacharach leisten 1.000 Arbeitsstunden ehrenamtlich

Fördertöpfe von Bund und Land haben die Restaurierung der Burgruine erst möglich gemacht. Ursprünglich waren 450.000 Euro veranschlagt worden.

Doch die Arbeiten seien nicht nur zwei Jahre früher als geplant abgeschlossen worden. Sie seien auch noch billiger geworden, so der Rheinische Verein.

75.000 Euro Fördermittel konnten zurückgegeben werden

Über 75.000 Euro hätten die Steeger Burgleute mit ihren 1.000 Arbeitsstunden eingespart, rechnet Conrads, der Schatzmeister des Rheinischen Vereins. Er ist voll des Lobes für die Kooperation mit ihnen, den Handwerkern und den Wissenschaftlern.

Damit dürften erst einmal die wichtigsten Restaurierungsarbeiten gemacht sein. Spätestens in vier Jahren ist die Burg Stahlberg wieder stärker im Fokus: 2029 ist die Bundesgartenschau im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal.

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Mit seinen Schlössern, Klöstern, Burgen und historischen Gärten verfügt Baden-Württemberg über ein reiches kulturelles Erbe. Ausflugsreporter Marius Zimmermann hat sich die Burg Katzenstein auf der Schwäbischen Alb angeschaut.

Kaffee oder Tee SWR

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Autor/in
Sabine Steinbrecher
Sabine Steinbrecher ist Reporterin im SWR Studio Mainz

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