Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) gibt dem Null-Euro-Samstag keine Chance: Er soll im Dezember dieses Jahres zum letzten Mal stattfinden. So zumindest heißt es in Steinkrügers Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Mainzer Stadtrat.
ÖPNV-Aktion kostet städtische Verkehrsgesellschaft zu viel Geld
Eine Weiterführung der Aktion sei nicht sinnvoll, weil sie keine zusätzlichen Fahrgäste gebracht hätte. Andere Finanzierungsquellen habe die Mainzer Mobilität nicht gefunden, so Steinkrüger. Auch in Anbetracht der Sparvorgaben im Haushalt wolle man die Aktion nicht mehr weiterführen.
Der Null-Euro-Samstag ist eine Wirtschaftsförderungsmaßnahme.
Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) hat am Mittwochabend im Stadtrat aber noch einmal Hoffnung geschürt. Er sagte, dass die Stadt Möglichkeiten prüfe, wie die Aktion erhalten werden könne. Beim Null-Euro-Samstag handele sich um eine Maßnahme zur Wirtschaftsförderung.
Einzelhandel und Gastronomie profitieren vom Null-Euro-Samstag
Das bestätigen auch Mainzer Geschäftsleute. Der Null-Euro-Samstag sei "eine wunderschöne Marketingmaßnahme gewesen", die große Aufmerksamkeit erregt habe, sagt Jan Sebastian, Präsident des Handelsverbands Rheinland-Pfalz und Sprecher der Mainzer Einzelhändler.
An den Null-Euro-Samstagen seien mehr Menschen in die Mainzer Innenstadt gekommen. Das hätte sich bei den Umsätzen bemerkbar gemacht. Auch die Gastronomie in Mainz hätte davon profitiert.
Aktion sollte für Baustellen in Mainz entschädigen
Die Mainzer Einzelhändler haben zuletzt unter den vielen Baustellen in der Innenstadt gelitten. Laut Jan Sebastian sei das primäre Ziel des Null-Euro-Samstags gewesen, Einzelhandel und Gastronomie für die Verluste aufgrund der Baustellen zu entschädigen - und nicht mehr Fahrgäste anzulocken. Sollte der Null-Euro-Samstag auslaufen, würde er das sehr bedauern.
Zumindest drei weitere Samstage bleiben noch. Am frühen Morgen des 6. Dezember wird möglicherweise letztmals ein kostenfreier ÖPNV in Mainz unterwegs sein.