Frau um 5.000 Euro gebracht

Polizei Mainz: Betrügerische "Dachhaie" fast täglich unterwegs

Sie ziehen in Kolonnen durch die Stadt und zocken Hausbesitzer ab: sogenannte Dachhaie. Jetzt haben sie eine 70-Jährige um viel Geld gebracht.

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Stand

Von Autor/in Ilona Hartmann

Es war am Freitagvormittag gegen 9:30 Uhr, als fünf vermeintliche Handwerker bei der Hausbesitzerin in Mainz klingelten. Sie boten an, verschiedene Arbeiten auf dem Dach des Hauses zu erledigen - für 310 Euro. Die 70-Jährige nahm das Angebot an.

Betrüger fordern plötzlich 9.500 Euro von Mainzerin

Nachdem die angeblichen Arbeiten gegen Mittag erledigt waren, forderten die Männer allerdings plötzlich 9.500 Euro von der Frau. Laut Polizei einigte sich die Hausbesitzerin mit dem Arbeitstrupp schließlich auf 5.000 Euro und bezahlte das Geld.

Betrügerische Arbeitskolonnen regelmäßig in Mainz unterwegs

Nach Angaben der Mainzer Polizei sind solche betrügerischen Arbeitskolonnen regelmäßig in Mainz unterwegs. Häufig könne man abgenutzte Lastwagen oder Transporter beobachten, die mit mehreren Mänern besetzt durch Wohngebiete fahren und nach geeigneten Häusern Ausschau halten.

Diese Betrugsversuche kommen in Mainz praktisch täglich vor.

Dass sie mit ihren angeblichen Dienstleistungen solche Summen erbeuten wie im aktuellen Fall, sei zum Glück nicht an der Tagesordnung, so ein Polizeisprecher. Doch der Versuch werde praktisch täglich unternommen.

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Betrüger bieten auch Gartenarbeiten oder Reinigung an

In den meisten Fällen würden Dachreparaturen angeboten. Deshalb sei "Dachhaie" mittlerweile auch ein feststehender Begriff für diese Betrugsmasche. Aber auch angebliche Gartenarbeiten oder die Reinigung von Hofeinfahrten würden regelmäßig angeboten.

Für die Polizei sei es oft schwierig, klar abzugrenzen, ob es sich um einen Betrug oder eine echte Dienstleistung handelt. Denn häufig würden tatsächlich Arbeiten erbracht. Bei dem Fall der 70-jährigen Mainzerin sei die Sache aber relativ eindeutig. Wenn zuerst 310 Euro ausgemacht würden und später plötzlich viele Tausend Euro verlangt werden, könne man ziemlich sicher von Betrug ausgehen.

LKA und Verbraucherzentrale warnen vor Angeboten an der Hautür

Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz und die Verbraucherzentrale warnen schon seit Längerem vor fragwürdigen Angeboten von angeblichen Handwerkern zum Beispiel zu Dacharbeiten. So sollte man niemals fremde Anbieter spontan an der Haustür beauftragen.

Außerdem sollte man immer einen Kostenvoranschlag inklusive Mehrwertsteuer verlangen. Wer allein und verunsichert ist, sollte einen Nachbarn oder eine sonstige Vertrauensperson hinzuziehen und um Unterstützung bitten. Sobald der Verdacht auf Betrug besteht, sollte die Polizei eingeschaltet werden.

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