Die diesjährige Mitmachaktion der Naturschutzorganisation NABU "Stunde der Gartenvögel" hat ergeben: In Mainz wurden 29 Prozent mehr Halsbandsittiche gezählt als im Vorjahr und auch deutlich mehr Alexandersittiche.
In einer Stunde haben die Teilnehmer rund 150 Halsbandsittiche in ihren Gärten gesehen und 20 Alexandersittiche, letztere waren zuvor so gut wie nie gemeldet worden.
Die beiden kleinen grünen Papageienarten kann man fast nur durch ihre Größe unterscheiden, sagt der Mainzer Sittich-Experte Detlev Franz. Aber auch ihm falle es manchmal schwer, den größeren Alexandersittich zu erkennen, obwohl er 50 bis 60 Zentimeter lang sein kann.
Zahl der Sittiche hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt
Verlässliche Daten, wie viele Tiere es sind, gibt es nicht. Ehrenamtliche Vogelkundler können die Zahl nur schätzen, indem sie die sogenannten Schlafbäume beobachten, wo sich die Sittiche nachts einfinden.
Außerdem zählen sie die Nistplätze in den Bäumen. Im vergangenen Jahr haben sie einen neuen Rekord gemeldet. Sie schätzen, dass es im Rhein-Main-Gebiet insgesamt 4.800 Sittiche gibt.
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Bei Mainz bleibt Mainz 2025 traten Heininger und Schier als Halsbandsittiche auf.
Exotische Vögel kommen aus Wiesbaden
Seit den 70er-Jahren vermehren sich die Sittiche in Wiesbaden. Die ursprünglich aus Asien und Afrika stammenden Papageien gelangten unter nicht näher geklärten Umständen in der hessischen Landeshauptstadt in die Freiheit und nisteten sich ein.
In dem milden Klima und Bäumen wie Rosskastanien und Robinien in den Parkanlagen fanden sie perfekte Lebensbedingungen.
Sittiche bleiben auch über Nacht in Mainz
Früher seien die kleinen grünen Papageien nur tagsüber zur Futtersuche über den Rhein nach Mainz gekommen, sagt Sittich-Experte Franz. Inzwischen blieben sie über Nacht und hätten auch hier feste Nistplätze und sogenannte Schlafbäume, wo sie sich nachts zusammenfinden.
Halsbandsittiche leben am Mombacher Kreisel und haben auch in Bretzenheim einen Schlafbaum.
Außerdem seien sie jetzt sogar in Richtung Worms, Frankfurt und Darmstadt unterwegs. Möglicherweise sei dies ein Zeichen, dass es in Wiesbaden und Mainz nicht mehr genug Nahrung gebe.
Futterangebot bestimmt die Ausbreitung
Eine Invasion von Sittichen müsse man nicht befürchten, meint Franz. Möglicherweise sei die maximale Zahl der Sittiche in Mainz und Wiesbaden bereits erreicht. Denn die Sittiche ernähren sich in erster Linie von Saaten, Knospen und Blüten. Da es in den Parkanlagen der Städte das ganze Jahr über etwas zu finden gibt, bleiben die Sittiche in den Siedlungsgebieten.
Der kleinere Halsbandsittich wird jedoch möglicherweise zunehmend von dem größeren Alexandersittich verdrängt. Denn der ist stärker und konkurriert um dieselben Bruthöhlen in den Bäumen. Das habe der Experte zum Beispiel schon in den Platanen vor der Mainzer Favorite beobachtet.