Es sind insgesamt 50 Menschen, die von den Kündigungen in den beiden Hotels betroffen sind. Ein Informant, der anonym bleiben möchte, sagte dem SWR, unter den Personen, die entlassen wurden, seien auch schwangere und schwerbehinderte Menschen sowie ein Auszubildender. Diese Menschen genießen eigentlich einen besonderen Kündigungsschutz.
Kündigungen kommen von Hamburger Hotelgruppe
Die Kündigungswelle betrifft nach SWR-Informationen das "Garner Hotel" in Mainz-Bretzenheim und das "Holiday Inn - the Niu Mood Mainz" in der Nähe des Hauptbahnhofs. Beide Häuser gehören zur NOVUM Hospitality, einer Hotelgruppe aus Hamburg.
Hotels in Mainz: 50 Kündigungen auf einen Schlag
Die Kündigungsschreiben wurden den Betroffenen Ende vergangener Woche in die Briefkästen geworfen. Als Begründung heißt es dort: "Die Kündigung ist auf dringende betriebliche Erfordernisse gestützt". Wie diese Erfordernisse konkret aussehen, wird nicht erklärt. Die Beschäftigten wurden von der Arbeit freigestellt und bekommen je nach Vertragsdauer weiter Lohn.
Auch Polizei vor Ort Büros dicht: C24 Bank in Mainz sperrt Beschäftigte aus
In Mainz ist eine Filiale der C24 Bank überraschend geschlossen worden. Die Beschäftigten durften ihre Büros nicht mehr betreten.
Gewerkschaft spricht von fragwürdigem Vorgehen
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vermutet einen anderen Hintergrund für die Entlassungen: In einem der Hotels sollte ein Betriebsrat gegründet werden. Das habe die Hamburger Hotelgruppe offenbar verhindern wollen.
Auf SWR-Anfrage teilte die NGG mit, dass es derzeit im Rhein-Main-Gebiet mehrere ähnliche Fälle gebe. Weil nicht klar war, in welchem der Mainzer Hotels der Betriebsrat gegründet werden sollte, seien einfach die Beschäftigten beider Häuser entlassen worden.
Es liegt die Vermutung nahe, dass ein Betriebsrat gegründet werden sollte.
Betrieb in Hotels läuft weiter - Leiharbeiter eingestellt
In beiden Mainzer Hotels übernachten weiterhin Gäste. Der Betrieb läuft offenbar normal weiter. Nach SWR-Informationen wurden die entlassenen Beschäftigten durch Leiharbeitskräfte ersetzt. Der Wechsel von der alten zur neuen Belegschaft sei von einem Tag auf den anderen erfolgt, so der Informant.
NOVUM Hospitality wehrt sich
In einer Stellungnahme der Geschäftsführung der NOVUM Hospitality werden die Vorwürfe bestritten. "Insbesondere weisen wir die Behauptung zurück, personelle Maßnahmen hätten der Verhinderung einer Betriebsratsgründung gedient", so Samira Etmenan, Chief Executive Officer.
NOVUM Hospitality respektiere selbstverständlich die Rechte ihrer Mitarbeitenden sowie die geltenden arbeits- und betriebsverfassungsrechtlichen Vorschriften. Der weitere Prozess werde in enger Abstimmung mit der zuständigen Arbeitnehmervertretung begleitet, heißt es in der Stellungnahme weiter. Zudem werde man gemeinsam mit allen Sozialpartnern an einer einvernehmlichen Lösung für alle Beteiligten arbeiten.
50 Entlassungen: Betroffene wollen klagen
Die meisten Betroffenen wollen gegen ihre Kündigungen klagen. Einige haben sich bereits einen Anwalt genommen, heißt es. Andere lassen sich von der Gewerkschaft beraten, wie sie dagegen vorgehen können.