Ist es in Worms wirklich so heiß und zugebaut, wie der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH) behauptet? Spricht man mit Bürgern der Stadt, hört man oft das Gegenteil. Und die Stadtverwaltung erklärt auf SWR-Anfrage, der Hitze-Check weise "methodische Schwachstellen" auf. Doch welche sind das?
Nutzt die Umwelthilfe veraltete Datensätze?
Die Fachleute aus Worms monieren teilweise veraltete Daten, etwa wenn es darum geht, wieviel Fläche versiegelt ist, wie die Bevölkerung sich entwickelt hat und welche Grünflächen es gibt. Aktuelle Entwicklungen würden dabei nicht abgebildet.
Mannheim Schlusslicht Hitze-Check der Umwelthilfe: Städte in BW und RLP am schlechtesten
Die Deutsche Umwelthilfe hat erneut den Hitze-Check gemacht: Viele Städte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz fallen krachend durch.
Beispiel Baumbestand im Stadtgebiet von Worms
So erklärt die Deutsche Umwelthilfe, dass in der Stadt in den vergangenen Jahren mehr als 2.400 Bäume verschwunden seien. Auf die Neupflanzungen geht sie allerdings nicht ein und erklärt auch, warum.
Die Zählungen erfolgten über Satelliten des EU- Erdbeobachtungsprogrammes Copernicus. Damit lassen sich aber nur Bäume mit größeren Kronen zählen, neu gepflanzte könnten nach Angaben der Umwelthilfe nicht registriert werden.
Grünflächen und Baumbestand in Worms gleichbleibend
Dabei habe sich an der Anzahl und Größe der Grünflächen nichts zum Negativen verändert, so ein Sprecher der Stadt Worms. Im Gegenteil: Weil einige Flächen entsiegelt worden seien, gebe es sogar mehr Grün in der Stadt.
Wormser Bürger finden Bewertung im Hitze-Check ungerecht
Und auch eine kleine Umfrage unter Wormser Bürgerinnen und Bürgern zeigt: Viele sehen ihre Stadt ungerecht bewertet. Wer mit offenen Augen durch Worms laufe, könne sehr viel Grün sehen, sagt beispielsweise ein Mann in der Fußgängerzone. Es gebe auch viele schön bepflanzte Innenhöfe.
Ein anderer Bürger sagt, die Stadt zeige sich trotz ihrer bescheidenen finanziellen Mittel sehr engagiert. Es gebe wunderbar gepflegte Grünanlagen, da könnten sich andere Städte mit mehr Geld "was von abschneiden".
Weitere Projekte gegen Hitze in Worms geplant
Und die Stadt will noch mehr tun. Man sei sich der Probleme bewusst, die durch immer heißere Sommertage entstehen können, heißt es. Deshalb gibt es in Worms viele Pläne, sich weiter gegen die Hitze zu wappnen.
Unter anderem sollen städtische Gärten entstehen, in denen künftig Gemüse und andere Nahrungsmittel produziert werden könnten. Außerdem soll ein so genanntes Hitzeschutznetzwerk aufgebaut werden. Daran arbeiten Fachkräfte aus Gesundheit, Pflege und Bildung mit.
Vielleicht schafft die Stadt es ja auf diese Art, irgendwann nicht mehr auf den schlechtesten Plätzen des Hitze-Checks der Deutschen Umwelthilfe zu landen.