Das SWR Studio in Kaiserslautern ist gerade 80 Jahre alt geworden. Grund genug, um einen Blick in die vergangenen Jahre und die Berichterstattung zu werfen - aber vor allem auch einen Blick in die Zukunft. Regionale Nachrichten gehören zur Kernkompetenz des SWR. Doch wie werden diese Nachrichten in den nächsten 80 Jahren aussehen?
Um dieser Frage nachzugehen, haben die beiden SWR Reporter Johannes Zinßmeister und Sebastian Zobel einen Workshop im SWR PopUp Studio am Schillerplatz in Kaiserslautern veranstaltet. Mit dabei waren Schülerinnen und Schüler des Wilhelm-Erb-Gymnasiums in Winnweiler und der IGS Bertha-von-Suttner in Kaiserslautern.
Wie unterscheiden sich Nachrichten von früher und heute?
Zu Beginn des Workshops haben sich die Schüler zwei kurze Ausschnitte aus Radionachrichten angehört: Einmal aus den SWF-Radionachrichten von 1960 und einmal aus den tagesaktuellen Radionachrichten aus dem SWR Studio Kaiserslautern vom 18. Juni 2026.
Dabei sind den Workshop-Teilnehmern einige Unterschiede aufgefallen, die sie in einer sogenannten Wordcloud gesammelt haben. Diese sieht man auf dem folgenden Bild:
KI treibt Veränderungen in der Mediennutzung voran
Fakt ist: Unsere Welt, die Technik und damit auch die Nachrichten haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Diese Veränderung schreitet seit dem Vormarsch von Künstlicher Intelligenz (KI) sogar noch deutlich schneller voran. Das wirkt sich auf den Journalismus im Allgemeinen und damit auch auf die regionale und multimediale Berichterstattung des SWR aus. Hier kann KI eine große Hilfe sein und kommt auch bereits heute zum Einsatz. Zum Beispiel, wenn ein Text auf Rechtschreibfehler geprüft, umformuliert oder gekürzt werden soll.
In diesem Fall übernimmt die KI nicht selbst die Recherche, sondern passt lediglich die Form der Berichterstattung an. Auch Vorschläge für Artikelüberschriften, die besonders gut zum Thema passen und den Kriterien der Suchmaschinen entsprechen, kann die KI machen. Der SWR hat seit kurzem außerdem die Möglichkeit, die Qualität von Audioaufnahmen durch eine KI verbessern zu lassen. Das kann zum Beispiel hilfreich sein, wenn die Aufnahme aufgrund eines technischen Problems keine gute Qualität hat, oder sie von lauten Umgebungsgeräuschen gestört wurde. Auch hier gilt: Der ursrprüngliche Inhalt wird durch die KI nicht verändert, sondern technisch aufgebessert.
Ich denke, dass die Printmedien verschwinden werden oder sehr reduziert, weil Menschen es einfach nicht mehr kaufen, sondern sich vor allem digital informieren werden und dass die Informationen eher skandalöser aufbereitet werden.
KI im Journalismus - Chancen und Risiken
KI birgt aber auch große Gefahren für den Journalismus - gerade, wenn es darum geht, den Wahrheitsgehalt von Informationen zu prüfen. Bilder und Videos können mit Hilfe von KI in wenigen Augenblicken verfremdet oder sogar komplett aus dem Nichts erschaffen werden. Fake News können so besonders schnell und einfach verbreitet werden.
Mit der zunehmenden Verbreitung von KI-Inhalten steigt auch die Sorgfaltspflicht von Journalisten, Informationen auf ihre Richtigkeit hin zu prüfen. Das gilt auch für jeden im privaten Umfeld. Informationen, vor allem in den schnelllebigen Sozialen Netzwerken, sollten nicht einfach blind konsumiert, sondern auch hinterfragt werden. Das war eine der Kernbotschaften, die den Schülerinnen und Schülern beim Workshop vermittelt wurden.
Deshalb gab es für sie beim Zukunftsforum im SWR PopUp Studio auch einen kurzen Gastbeitrag der SWR Medienkompetenz zum Thema Fake News und wie man sie erkennen kann.
Wie könnten Nachrichten im Jahr 2106 aussehen?
Zum Schluss des Workshops haben die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Nachrichtensendung aus der Zukunft produziert. Dabei ging es in erster Linie nicht um die technische und optische Umsetzung - wer weiß, ob in Zukunft überhaupt noch echte Menschen die Nachrichten präsentieren?
Ziel war es, mögliche Themen zu finden, die die Menschen in 80 Jahren beschäftigen. Natürlich durften die Workshop-Teilnehmer für diese Aufgabe auf die Hilfe einer KI ihrer Wahl zurückgreifen und sich mögliche Themen und Texte vorschlagen lassen. Was dabei herausgekommen ist, kann man im folgenden Video sehen: