Der Rosenmontagszug in Mainz soll ab dem kommenden Jahr kürzer werden als bisher. Das hat der Mainzer Carneval-Verein (MCV) mitgeteilt. Er ist für die Organisation verantwortlich.
Unbeleuchtete Wagen sind Sicherheitsrisiko
In diesem Jahr benötigte der Rosenmontagszug laut MCV etwa sieben Stunden, bis mit der Zug-Ente die letzte Zugnummer das Ziel erreichte. Da war es dann etwa 18 Uhr. Los geht es traditionell um 11:11 Uhr.
Im kommenden Jahr ist der Rosenmontag am 16. Februar. Laut MCV geht die Sonne dann bereits gegen 17:45 Uhr unter. "Viele Wagen sind unbeleuchtet und müssten im Dunkeln zu ihren Wagenhallen fahren, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko birgt", schreibt der MCV.
Bei der Aufstellung in der Boppstraße ist es zu eng
Unabhängig davon stoße auch die Organisation im Aufstellungsbereich rund um die Boppstraße in der Neustadt an ihre Grenzen. Laut MCV-Sprecher Michael Bonewitz brauchten dort Feuerwehr und Polizei aus Sicherheitsgründen immer mehr Platz. Laut Zugmarschall Thorsten Hartel bleibt deshalb nur eine Konsequenz: "Wir können das vor Ort logistisch nicht mehr händeln und müssen daher dringend die Anzahl der Zugnummern reduzieren."
Etwa zehn Vereine sind beim Rosenmontagszug nicht mehr dabei
Der MCV will deshalb künftig vor allem Mainzer Garden und Vereine beim Rosenmontagsumzug starten lassen, die das närrische Brauchtum pflegen. Bonewitz schätzt, dass etwa zehn Vereine im kommenden Jahr nicht mehr starten werden. Die betreffenden Vereine seien bereits angeschrieben worden. Außerdem will der MCV weniger Festwagen pro Verein zulassen.
Nicht mehr dabei sind nach SWR-Informationen unter anderem: Die Mainzer Winzer, die AquaNautic Bootsschule Mainz und der Radverein Rüsselsheim.
In einem Brief an die jeweiligen Vereine heißt es: "Euer Verein, beziehungsweise eure Gruppe, hat leider keinen närrischen Bezug im Vereinszweck und ist kein klassischer Fastnachtsverein. Daher kann eine Teilnahme am Mainzer Rosenmontagszug künftig nicht mehr erfolgen. Wir bedauern dies sehr und sind uns der Enttäuschung auf eurer Seite voll und ganz bewusst."
In diesem Jahr waren beim Mainzer Rosenmontagszug 141 Nummern am Start. Der MCV schätzt die Zuglänge auf etwa 9 Kilometer. Wie viel kürzer der Zug im kommenden Jahr nun werden soll, konnte der MCV auf SWR-Anfrage nicht beantworten.
Gruppen sollen den Rosenmontagszug mitfinanzieren
Alle Gruppen sollen sich zudem verbindlich an den Kosten beteiligen. Für auswärtige Fastnachtswagen fällt demnach eine Teilnehmergebühr von 1.900 Euro an. Alle auswärtigen Mitwirkenden am Rosenmontagsumzug sind laut MCV zudem verpflichtet, ein sogenanntes Zugplakettchen für aktuell sechs Euro pro Person zu kaufen.
"Wir wissen, dass es für viele Vereine eine deutliche Zäsur ist, aber leider ist die Organisation des Rosenmontagszugs ohne diese Maßnahmen nicht mehr realisierbar."
Die Veranstalter stünden jedes Jahr vor zunehmenden organisatorischen Herausforderungen und seien fortlaufend mit steigenden Kosten und Auflagen konfrontiert, sagte Schönig. Daher müsse die Finanzierung des Rosenmontags "auf eine breitere Basis" gestellt werden.
Mainz ist neben Köln und Düsseldorf eine der bundesweit wichtigsten Fastnachtshochburgen. Zum Rosenmontagsumzug kommen nach MCV-Schätzungen jedes Jahr 500.000 bis 600.000 Besucher. 2025 gab es rund 9.500 Mitwirkende.