Die E-Scooter sind schnell, flexibel und überall unterwegs. Je beliebter sie werden, um so mehr steigt aber auch die Zahl der Unfälle. In Rheinland-Pfalz waren es laut Polizeistatistik im vergangenen Jahr mehr als 500 E-Scooter-Unfälle. Allein in Bad Kreuznach gab es 28 Unfälle – oft mit schlimmen Folgen.
E-Scooter-Fahrer landen im Krankenhaus
Der Unfallchirurg Frank Hartmann von den Diakonie Kliniken Bad Kreuznach erzählt von einem 14-jährigen Jungen, der nach einem E-Scooter-Unfall von ihm behandelt wurde. Der Junge habe Glück im Unglück gehabt, sagt der Chefarzt. Er habe einen Helm getragen, der zwar bei dem Unfall brach. "Doch genau dieser Helm hat Schlimmeres verhindert." Der Junge sei mit einer Gehirnerschütterung davongekommen und nur zur Überwachung im Krankenhaus geblieben. In anderen Fällen gehe das weniger glimpflich aus.
Schädel-Hirn-Traumata, Gesichtsverletzungen und Platzwunden gehören zu unserem traurigen Alltag.
Die gefährlichsten Verletzungen seien die Kopfverletzungen, sagt Hartmann. Häufig gerieten die Fahrer auch mit dem Fuß zwischen Bordstein und Trittbrett. Die Folgen seien dann oft Sprunggelenksbrüche.
Viele betrunkene E-Scooter-Fahrer in Universitätsmedizin Mainz
Auch die Unimedizin Mainz behandelt zunehmend Fahrerinnen und Fahrer von E-Scootern. Auffällig sei, dass immer wieder meist junge Männer abends unter Alkoholeinfluss stürzten. Laut dem leitenden Oberarzt im Zentrum für Orthopädie, Raphael Küchle, führen die Sturzverletzungen dann auch oft zu Operationen und Krankschreibungen. Und es sei gefährlich, zu zweit auf einem E-Scooter zu fahren, so der Oberarzt. Die Gefahr von Verletzungen erhöhe sich dabei erheblich.
Unfallchirurgen fordern Helmpflicht
Es ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, auf dem E-Scooter einen Helm zu tragen. Aus medizinischer Sicht wäre es aber dringend geboten, das zu ändern, meinen die Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen in Bad Kreuznach. Sie appellieren an alle, auf dem E-Scooter einen Helm zu tragen.
Unfälle mit E-Scootern ließen sich nicht komplett vermeiden, die Folgen könnten aber deutlich abgemildert werden. Der Chefarzt ruft dazu auf, das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
E-Scooter sind kein Spielzeug.
Er mahnt die Fahrerinnen und Fahrer auch auf Alkohol zu verzichten und gerade nachts darauf zu achten, gut sichtbar zu sein. Sie sollten unbedingt einen Helm tragen, vorausschauend fahren und wissen, was im Notfall zu tun ist.