Wie die Allgemeine Zeitung zuerst berichtete, gab es Klärungsbedarf zwischen den Fastnachtern der beiden Landeshauptstädte. Denn: Auch die Wiesbadener wollen an den närrischen Tagen eine Zugente über die Staßen rollen lassen.
MCV-Zugente markenrechtlich geschützt
Generell kein Problem, findet der Mainzer Carneval Verein (MCV), allerdings sei die Mainzer Zugente markenrechtlich geschützt, erklärt Präsident Hannsgeorg Schönig. Das beziehe sich vor allem auf den Schriftzug: "Unsere Ente enthält neben dem "t" auch ein "d" im Namen, damit markiert sie traditionell das Ende des Rosenmontagzugs". Genau dieser Schriftzug sei geschützt.
MCV-Präsident: "War kein großes Ding."
MCV-Präsident Schönig betonte, die Mainzer wollten absolut keinen Streit mit ihren närrischen Kollegen auf der anderen Rheinseite. Er habe den Wiesbadener Wagenbauer Guntram Eisenmann schon vor einigen Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass die Markenrechte für die Ente in Mainz liegen. "Das war gar kein großes Ding zwischen uns", sagt Schönig.
Zugente in Mainz hat MCV-Logo
Dass die Zugente zu Mainz gehört wie die Fleischwurst und der Dom, lässt sich auch daran ablesen, dass sie auch die Narrenkappe des MCV und den Schriftzug des Mainzer Carneval-Vereins trägt. Es gebe außerdem noch mehr Merchandise-Artikel mit der Ente in Mainz, etwa Pins, Ketten oder Taschen. "Auch hier liegen die Rechte allein beim MCV", so Schönig.
Wiesbadener Wagenbauer dachte an einen Scherz
Die Wiesbadener haben sich gewundert. Der Wiesbadener Wagenbauer Guntram Eisenmann sagt, Schönig habe ihn extra angerufen. Das Telefonat habe ziemlich lang gedauert. "Ich wusste erst nicht, ob er das ernst meint. Ich habe gedacht, irgendwo muss doch eine versteckte Kamera sein."
Wiesbadener Ente gibt es seit 20 Jahren
Verwundert sei er auch deshalb gewesen, weil der MCV das Thema erst in dieser Kampagne aufbringt. Schließlich fahre die Wiesbadener Ente schon seit 20 Jahren beim Umzug mit, so Eisenmann. Er scherzt: "Offensichtlich hat vom Mainzer Carneval-Verein noch nie jemand den Wiesbadener Zug gesehen." Für ihn und die Dachorganisation der Wiesbadener Fastnachtsvereine, Dacho, war der Hinweis aus Mainz kein Problem.
Aus der Wiesbadener Ente wird eine Gans
Die Hessen haben die Köpfe zusammengesteckt und festgestellt: Ihre Ente sieht ganz anders aus als die in Mainz. Sie ist weiß und nicht gelb. "Wir haben festgestellt, wir waren all die Jahre Geflügelfälscher. Denn wir haben gar keine Ente, sondern eine Gans", so Eisenmann. Deshalb haben sie den Schriftzug "Zugente" entfernt und ersetzt durch den neuen Slogan "Gans am End'".